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Grimma: Muldentaler Tafel in neuem Domizil

Umzug Grimma: Muldentaler Tafel in neuem Domizil

Es war ein Kraftakt: Ohne einen Tag zu schließen, ist die Muldentaler Tafel in Grimma von der Gabelsbergerstraße zum Prophetenberg 7 umgezogen. Bedürftige finden jetzt hier die Ausgabestelle vor. Der Verein, der die Tafel rettete, ist sei dem 12. Januar eingetragen und will das Niveau der Tafel weiter heben.

Die Ausgabestelle der Muldentaler Tafel in Grimma befindet sich jetzt am Prophetenberg im Gebäude des Möbel-Fundus. Tafel-Leiter Sven Wittenberg packt mit an, wenn die Lebensmittel ins Kühlhaus müssen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Es war ein Kraftakt: Mitte Januar ist die Muldentaler Tafel in Grimma von der Gabelsbergerstraße zum Prophetenberg 7 gezogen. Direkt neben dem Möbelfundus des Bildungs- und Sozialwerkes Muldental (BSW) werden jetzt Bedürftige dreimal in der Woche mit Lebensmitteln versorgt. Die Ausgabestelle, vor dem Umzug von BSW-Leuten hergerichtet, liegt etwas versteckt. Wer sie ansteuert, muss vom Hof noch zur linken Seite des Gebäudes. „Wir haben den Umzug im laufenden Betrieb bewerkstelligt“, ist Tafel-Leiter Sven Wittenberg stolz. Die Tafel sei nicht einen einzigen Tag geschlossen worden.

Mitte vorigen Jahres hatte sich der Verein „Tafel Muldental“ gegründet, um den Fortbestand der Bedürftigen-Einrichtung zu sichern. Der Kreisverband Mulde/Collm der Arbeiterwohlfahrt, der die Tafel 15 Jahre lang betrieb, hatte Monate zuvor die Reißleine gezogen (die LVZ berichtete). Seit dem 12. Januar ist der Verein nun im Vereinsregister eingetragen und damit handlungsfähig. „Wir warten jetzt noch auf die Zuerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt“, erklärt Wittenberg. „Das ist wichtig für uns.“ Eine der ersten Tätigkeiten ist nun das Beantragen von Fördergeld. Die Anträge werden derzeit erarbeitet und müssen bis Anfang März eingereicht sein, erläutert der Tafel-Chef. Mit dem Geld sollen auch zwei Kühlcontainer angeschafft werden. Denn der Verein möchte die Tafel am Prophetenberg konzentrieren. Neben den Kühlcontainern wird in einer ehemaligen Großgarage des BSW ein Kühlhaus geschaffen, so dass die momentan dezentrale Lagerung entfällt. Zum Fördergeld muss der Verein einen Eigenanteil aufbringen. Er würde sich deshalb über finanzielle Unterstützung ebenso freuen wie über materielle und personelle Hilfe.

Ein Motor im Vereinsboot ist von Anfang an das BSW, dessen Geschäftsführer Christian Kamprad den Vorsitz übernahm. Wittenberg und der Vereinschef arbeiten eng zusammen und saßen Anfang Februar auch gemeinsam in Sachen Lebensmittelsicherheit und -recht auf der Schulbank. Wittenberg, der seit 1. Juli vorigen Jahres die Tafel im Muldental managt, hat in der letzten Zeit an der Umstrukturierung gearbeitet und den Lieferanten-Pool ausgebaut. Neu führte er ein, dass die Bedürftigen nicht mehr fertig gepackte Beutel vorgesetzt bekommen, sondern Einfluss darauf haben, welche Lebensmittel sie für wenig Geld mit nach Hause nehmen können. So wisse man, dass nichts in der Biotonne landet, freut sich Wittenberg. Etwa 200 Bedarfsgemeinschaften steuern jede Woche die Tafel an, erzählt er. Tendenz steigend. Es spreche sich auch herum, dass sich das Warenangebot verbessert hat und die vorgepackten Beutel abgeschafft wurden. Allerdings ist die neue Ausgabestelle noch nicht telefonisch erreichbar. Wittenberg bittet deshalb, für Neuanmeldungen den Montag, Mittwoch oder Freitag jeweils von 12 bis 14 Uhr zu nutzen. Die Ausgabestelle selbst öffnet Montag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 14 bis 15.30 Uhr.

Derzeit weiß Wittenberg zehn ehrenamtliche Helfer um sich. Außerdem stehen ihm sechs vom Jobcenter bezahlte Personen zur Verfügung. Mit vier Fahrzeugen werden alle Transportaufgaben erledigt. Wittenberg weiß aber, dass eines Tages auch in den Fuhrpark investiert werden muss. Schritt für Schritt wolle er mit seinem Team das Niveau der Tafel erhöhen, betont der 50-Jährige. „Für Hinweise sind wir dankbar.“

Von Frank Prenzel

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