Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimma: Nach dem Schaden droht Ärger mit der Versicherung
Region Grimma Grimma: Nach dem Schaden droht Ärger mit der Versicherung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 19.05.2015
Manfred Petereit ratlos vor dem Kündigungsschreiben der Versicherung. Quelle: Birgit Schöppenthau

Nach dem Hochwasser, das Zerstörungen an der Heizungsanlage, im Keller und in Nebengelassen wie Garage und Schuppen hinterließ, sei die Versicherung eingesprungen. Anfängliche Irritationen hätten ausgeräumt werden können, so dass die Schadenssumme, die ein Gutachter auf 26 000 Euro bezifferte, auch bezahlt worden sei. "Danach erhielt ich die Kündigung", so der 70-Jährige verzweifelt. In einem Schreiben vom 28. September habe ihm die Assekuranz mitgeteilt, dass sie dem Aufhebungsvertrag zustimme. "Ich hatte nie darum gebeten", erinnerte sich der Rentner. Ein weiteres Schreiben klärte ihn auf, dass der Vertrag von beiden Parteien gekündigt werden könne. "Von diesem Recht machen wir Gebrauch und kündigen zum Ablauf am 1.1.2014", las der verunsicherte Rentner. Warum ihn die Versicherung nach so vielen Jahren ohne Angabe der Gründe fallen lassen will, das erfährt Petereit nicht.

Das Unternehmen bestätigt, dass derzeit die Verträge mit Altkunden neu geregelt werden. "Ab dem 25. September 2013 haben rund 15 000 Allianz Kunden in den fünf neuen Bundesländern einen Brief erhalten, wie sie ihre Wohngebäudeversicherung mit Einschluss von Elementar-Risiken fortführen können", sagte Sprecherin Corinna Hartmann. Generell würde allen Kunden, auch in den Hochwasserzonen 3 und 4, ein neues Angebot unterbreitet, "damit sie ihren Vertrag zur Wohngebäudeversicherung einschließlich der Elementar-Risikodeckung fortführen können". Warum der Grimmaer, der mit seinem Haus in der Querstraße außerhalb der Problemzonen liegt, bislang nur das Kündigungsdatum kennt, konnte Hartmann nicht erklären. "Er gehört zu den Kunden, von denen uns konkrete Informationen fehlen, um automatisch ein neues Angebot zu erstellen", sagte sie. Aber jetzt werde sich die Versicherung kümmern.

Ob das Entgegenkommen fruchtet, will Petereit abwarten. Er fühlt sich schäbig behandelt und erwägt eigenen Angaben zufolge, auch alle anderen Lebenslagen bei Wettbewerbern versichern zu lassen. Aber davor will er prüfen, welches Angebot die Allianz ihm unterbreitet. Denn ein Alternativ-Vertrag müsste schon in den nächsten Tagen eintreffen, da die Frist für eine Entscheidung begrenzt ist. "Das neue Vertragsangebot müssen die Kunden bis spätestens 31. Oktober 2013 unterschrieben an die Allianz zurückschicken, wenn sie Versicherungsschutz ab 2014 wünschen", sagte Hartmann.

Auch die Verbraucherzentrale Sachsen spricht im Fall Petereit von einem ungewöhnlichen Vorgehen. Andrea Heyer, Expertin für Finanzdienstleistungen, machte darauf aufmerksam, dass Betroffene die Kündigungen aufheben sollten. Im Schadensfall müssten sie nachweisen können, dass sie sich um einen Versicherungsschutz bemüht haben. Auch die Suche nach einem neuen Anbieter sollte unbedingt dokumentiert werden. "Wir machen gerade eine Umfrage unter 50 Versicherungsunternehmen", sagte Heyer. Ende November werde eine erste Auswertung vorliegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.10.2013
Schöppenthau, Birgit

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_27964]Naunhof. Geht es nach der Einwohnerversammlung gestern Abend im voll besetzten Alten Kranwerk, dann haben die Naunhofer ein Einsehen, dass die Stadt jetzt sparen muss.

19.05.2015

Nach den Ortschaftsräten von Fuchshain und Erdmannshain/Eicha/Albrechtshain haben sich nun auch jene von Ammelshain und Lindhardt für das Haushaltskonsolidierungskonzept der Stadtverwaltung ausgesprochen.

19.05.2015

Wuteimer, Brüllkissen und Boxsäcke - im Belgershainer Hort und in der Kindertagesstätte "Schloßgeister" gehören diese Utensilien mittlerweile zum festen Bestandteil der täglichen pädagogischen Arbeit.

19.05.2015
Anzeige