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Grimma: Pep-Leute hängen weiter in der Warteschleife

Handel Grimma: Pep-Leute hängen weiter in der Warteschleife

Grimmas Stadträte tun sich mit den Plänen, die der Eigentümer des Pep-Marktes verfolgt, weiter schwer. Die Änderung des Bebauungsplanes für die Gerichtswiesen, die für den Umbau des Einkaufstempels notwendig ist, wird auch zur Stadtratssitzung Anfang März nicht behandelt. Der Technische Ausschuss hat weiteren Informationsbedarf geltend gemacht.

Das Kaufland möchte sich im Pep in Grimma erweitern.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Die Stadträte tun sich mit den Plänen, die der Eigentümer des Pep-Marktes verfolgt, weiter schwer. Die Änderung des Bebauungsplanes für die Gerichtswiesen, die für den Umbau des Einkaufstempels im Westen Grimmas notwendig ist, wird auch zur Stadtratssitzung Anfang März nicht behandelt. Der Technische Ausschuss hat in dieser Woche hinter verschlossenen Türen weiteren Informationsbedarf geltend gemacht und einstimmig beschlossen, die Vorlage nicht an den Stadtrat weiterzuleiten.

Wie berichtet, möchte der Pep genannte Prima Einkaufs-Park den Leerstand im Haus angehen und sich zukunftsfest aufstellen. Dazu wollen die Manager im Markt umstrukturieren, Einkaufsmagnete halten und neue Mieter gewinnen. Allerdings sehen nicht wenige Stadträte die Pläne kritisch, weil ein starker Pep Potenzial aus der Innenstadt abziehen könnte. Schon im November war deshalb die Beschlussvorlage von der Tagesordnung genommen worden, und Mitte Januar hatte es mit den Pep-Verantwortlichen ein weiteres Gespräch in Grimma gegeben, das laut Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) konstruktiv verlief.

Genau genommen will der Technische Ausschuss über die Veränderungen informiert werden, die seit Dezember in die Pep-Pläne einflossen. Laut dem Leiter des Stadtentwicklungsamtes, Jochen Lischke, handelt es sich dabei vor allem um drei Punkte: In den Markt soll eine Tischlerei einziehen, die Pep-Leute wollen Kaufland erweitern und Aldi halten und den Bestand im Einkaufszentrum sichern. Die Obergrenze von 13 000 Quadratmeter Verkaufsfläche werde eingehalten, erläutert Lischke. Die genauen Pläne müssten aber in Zahlen gegossen werden.

Der Pep-Markt sei nach dem städtischen Einzelhandelskonzept kein zentraler Versorgungsbereich, so Lischke, sondern trage einen Sonderstatus. Für Grimma und das Umland sei er ein Magnet, aber eben auch ein Konkurrent für die Händler im Zentrum. „Wir wollen uns aber nicht als Konkurrenten sehen, sondern die Zusammenarbeit entwickeln und voneinander profitieren.“

Worte, die Stefan Woyde gern hören dürfte. Er ist Mitarbeiter der Jones Lang LaSalle Retail Asset Management GmbH (JLL), die vom Pep-Eigentümer mit dem Management in Grimma beauftragt wurde, und soll das Baurecht an den Gerichtswiesen herbeiführen. „Der Stadtrat möchte, dass wir die neuen Zahlen zu den Verkaufsflächen aufschlüsseln, das machen wir“, verspricht er den Informationshunger zu stillen.

Der Pep müsse sich weiterentwickeln, beteuert Woyde. Alle zehn bis 15 Jahre sei eine Umstrukturierung nötig, „um langfristig konkurrenzfähig zu sein“. Großpösna und Leipzig seien nicht weit entfernt, die Zentren dort „schlafen nicht“. Letztlich würden die Kunden mit den Füßen abstimmen.

Im Pep-Markt in Grimma will sich Kaufland erweitern. Derzeit belegt der Discounter knapp 3000 Quadratmeter, 4500 gibt der Bebauungsplan maximal her. Zur genauen Größe sei man noch in Verhandlung, erläutert Woyde. Beim Aldi seien die Pep-Leute der Stadt entgegen gekommen. „Wir wollen Aldi im Bestand festschreiben, damit kann er sich nicht vergrößern.“ Wie lange der Mietvertrag der Nr. 1 der Discounter im Pep läuft, wollte Woyde nicht preis geben. Wie berichtet, möchte die Stadt eine Erweiterung des Aldi-Standortes im Zentrum. Ob der Handelsriese künftig einen oder zwei Märkte in Grimma hält und wo, sei seine Entscheidung, erklärt Woyde.

Weitgehend klar ist indes, dass eine Tischlerei, die derzeit noch im Stadtgebiet tätig ist, im ehemaligen Getränkemarkt im oberen Pep-Geschoss einzieht. Weitere Pläne sehen vor, ein Fitnesszentrum und ein medizinischen Versorgungszentrum zu etablieren. Woyde: „Da sind wir noch im Gespräch.“ Mit diesen neuen Angeboten und Umzügen von Läden innerhalb des Einkaufstempels würde sich der Leerstand von derzeit rund zehn Prozent beseitigen lassen.

Dass die Innenstand bei einem starken Pep leidet, sei eine subjektive Befürchtung, meint Woyde. Der Pep habe von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) Dresden eine Verträglichkeitsuntersuchung anfertigen lassen und die Empfehlungen umgesetzt. „Wir wollen die Händler der Innenstadt nicht
schädigen.“ So dürfe das Pep weitere Textil- oder Schuhfachhändler nicht aufnehmen.

Woyde hofft nun, dass die Beschlussvorlage zum nächsten Technischen Ausschuss am 6. März wieder behandelt und dann auch für den Stadtrat empfohlen wird. Durch die langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren ist seinen Worten zufolge vor 2018 ein Baubeginn nicht möglich. Die Verzögerungen schmerzen. „Zeit ist Geld“, bringt es Woyde auf den Punkt.

Von Frank Prenzel

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