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Grimma Grimma: Rektorenzimmer soll im Glanz von 1891 erstrahlen
Region Grimma Grimma: Rektorenzimmer soll im Glanz von 1891 erstrahlen
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16:11 30.05.2017
Grimmas Gymnasium St. Augustin mit Internat. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Der 1991 gegründete Augustiner-Verein nimmt auch in diesem Jahr fürs Grimmer Gymnasium viel Geld in die Hand. Dabei ragen zwei Vorhaben heraus. Voraussichtlich am Donnerstag wird begonnen, ein Zimmer der ehemaligen Rektorenwohnung im heutigen Stammhaus originalgetreu zu restaurieren. Rund 46 000 Euro werden für das ehrgeizige Projekt gebraucht. „Wir haben bei der Ostdeutschen Sparkassenstiftung einen Antrag gestellt“, erklärt Vereinschef Klaus-Dieter Tschiche. Bei positivem Bescheid sei die Summe zur Hälfte gedeckt.

Die einstige Rektorenwohnung im zweiten Obergeschoss hatte stattliche Ausmaße. 470 Quadratmeter standen der Familie des Schulleiters zur Verfügung und spiegelten dessen gesellschaftlichen Rang in der Muldestadt wider. Laut Tschiche existieren noch zwei Zimmer dieser herrschaftlichen Bleibe. Das eine wird von der Schule als Seminarraum genutzt. Das andere, in dem bis zu ihrem Umzug ins Alte Seminar die Fürstenschüler-Stiftung saß, soll nun denkmalgerecht saniert werden. Das ist kein leichtes Unterfangen, Farbstudien zum Beispiel sollen dabei helfen. Das historische Ambiente von 1891 in Form von Türen, Erkerverkleidung und Fenstern ist noch original vorhanden. Selbst bei der Tapete soll auf die einstige Fassung Bezug genommen werden. „Es gibt ganz wenige Betriebe, die so etwas herstellen“, verrät der Vereinsvorsitzende. Es läge jeweils ein Angebot aus der Schweiz und aus Deutschland vor.

Der Verein will damit einen weiteren Mosaikstein für die altehrwürdige Schule setzen. In dem Zimmer sollen künftig die Fünftklässler mit der stolzen Historie ihrer Schule vertraut gemacht werden. Der Schulleitung soll es zum Zwecke der Repräsentation dienen. Und der Augustiner-Verein will hier seine Vorstandssitzungen abhalten.

Einen laut Tschiche „wesentlich größeren Umfang“ hat das zweite Megaprojekt, das der Verein für dieses Jahr ins Auge fasst. Über dem Nord- und Südeingang befinden sich Balustraden von 1891. „Die sind stark verwittert, da muss viel restauriert werden“, erläutert der 76-Jährige, dessen Herzblut an der Schule hängt. Der Grimmaer besuchte in den 1950er Jahren das Gymnasium und war von 1991 bis 2006 dessen Leiter. Restauratorin Birgit Mühler habe bereits ein Angebot vorgelegt und könnte die Steinmetzarbeiten begleiten. Die würden „richtig viel Geld“ kosten, weiß der Vereinschef aus Erfahrung. Allerdings hängt der Beginn vom grünen Licht der Stadt Grimma ab. Der Schulträger sei dabei, für den gesamten Innenhof ein Konzept zu erarbeiten. „Das müssen wir abwarten“, sagt Tschiche.

Ein weiteres restauratorisches Ziel ist bereits abgeschlossen. Für rund 6000 Euro wurden die in der Schule postierten Standbilder von Kurfürst Moritz und König Albert aufgefrischt. Es seien zu DDR-Zeiten entstandene Kopien zweier Originale der Leipziger Universität, erläutert Tschiche. Die Figuren haben Bedeutung für das Gymnasium St. Augustin. Der Kurfürst war 1550 der Stifter der Schule, der König weihte 1891 das jetzige Schulhaus ein. Auch zwei für 4700 Euro erneuerte Holzfenster stehen auf der diesjährigen Habenseite des etwa 400 Mitglieder zählenden Vereins.

Der kann auf ein ordentliches Finanzpolster bauen. Die 2009 gegründete Augustiner Stiftung mehrte in den acht Jahren ihres Bestehens das Grundkapital um knapp 60 Prozent. Summen mag Tschiche nicht nennen, aber mit dem Ertrag lassen sich eben gewichtige Projekte für die Bildungsstätte stemmen. Hinzu kommt das vor allem durch Spenden angehäufte Kapital des Vereins, mit dem er nicht an die Börse geht. Auf dem Sparkassenkonto wirft es durch die Null-Zins-Politik derzeit allerdings auch nichts ab.

Neben baulicher Hilfe steuert der Verein ständig Geld für die technische Ausstattung des Gymnasiums bei und entlastet so den Schulträger. Wesentliche Elemente seiner Arbeit sind auch die regelmäßige Vergabe der Augustiner-Preise und die jährlich vier Augustinerkonzerte.

Von Frank Prenzel

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