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Grimma Grimma: Rittergut hängt weiter in der Luft – und es geht um den Turnierplatz
Region Grimma Grimma: Rittergut hängt weiter in der Luft – und es geht um den Turnierplatz
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00:21 18.12.2017
Das alte Rittergut in Hohnstädt mit dem Türmchenhaus. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Zum Verkauf des Türmchenhauses vom einstigen Rittergut in Hohn-städt ist noch keine Entscheidung gefallen. Wie berichtet, liegen der potenzielle Käufer und der Reit- und Fahrverein Grimma als Pächter der Immobilie im Clinch. Nach einem Vor-Ort-Termin war schließlich vereinbart worden, dass der Verein ein eigenes Konzept vorlegt. Darin bekundet er, die marode Immobilie selbst zu erwerben und als Eigentümer mit Hilfe von Förder- und Spendengeld zu sanieren. Das kaufwillige Paar, das nach der zweiten Ausschreibung im Mai einziger Bewerber war, wollte sein Angebot bis zum Jahresende aufrecht erhalten.

Das Jahresende ist erreicht, doch zur Sitzung des Grimmaer Stadtrates Donnerstagabend stand das Thema nicht auf der Tagesordnung. Erst zum Finale, als die Stadträte Anfragen stellen durften, wollte der Fraktionschef der Bürger für Grimma, Hans-Jörg Dossin, wissen, was nun Sache ist. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) stellte daraufhin die Nichtöffentlichkeit her und informierte die Stadträte hinter verschlossenen Türen über den Stand der Dinge. Begründung: Es gehe auch um Namen.

Auf LVZ-Anfrage sagte Berger am Freitag, dass die Stadtverwaltung mit dem Verein einen Gesprächstermin noch vor der Stadtratssitzung haben wollte, er finde nun aber erst am Montag statt. Dann will die Rathausspitze das Vereinskonzept noch einmal hinterfragen. Zudem geht es laut Berger darum, den Turnierplatz aus dem Pachtvertrag heraus zu lösen und einer freien Nutzung zugänglich zu machen. Dieser Wunsch sei vom Grimmaer Kinderreitfestverein ebenso geäußert worden wie vom Landesverband Pferdesport. Laut Berger wolle der Reit- und Fahrverein eine vorfristige Pachtverlängerung aller genutzten Flächen, darunter den Turnierplatz, für weitere 20 Jahre. Der jetzige Vertrag dafür laufe bis 2024. „Wir würden der Verlängerung nur zustimmen, wenn der Verein den Turnierplatz frei gibt.“ Darüber sei zu sprechen.

Berger sagte auch, dass mittlerweile zwei weitere Kaufinteressenten vorstellig wurden, die sich mit dem Reit- und Fahrverein arrangieren wöllten. Die Stadt wolle auch den bisherigen Bewerber ermutigen, sein Angebot „noch ein paar Monate“ aufrecht zu erhalten. Der könne durchaus juristische Schritte einleiten, so Berger. Formal müsste die Ausschreibung aufgehoben werden. Berger glaubt aber, dass der Mann und seine Lebensgefährtin für eine praktikable Lösung offen sind. Es sei schade, dass der Reit- und Fahrverein den potenziellen Investor nach anfänglichen Gesprächen vor den Kopf gestoßen habe, meint der Rathauschef. Wie berichtet, fürchtet der Verein das Untergraben seiner Existenzgrundlage, sollten dessen Pläne Wirklichkeit werden. Im Türmchenhaus befinden sich Stall und Futteranlagen.

Der Stadtrat ist zu dem Thema offenbar gespalten. Im Technischen Ausschuss in diesem Monat hatte Sabine Krahnert (Linke) gefordert, dem Reit- und Fahrverein die Immobilie für einen symbolischen Euro in die Hand zu geben. Den avisierten Kaufpreis von 8650 könne er für die Sanierung nutzen. Der Reitverein sei nicht in der Lage, das Haus zu sanieren, meinte hingegen Hans-Jörg Dossin. „Wir haben lange Vertrauen gehabt“, passiert aber sei nichts. Das Haus habe einen riesigen Sanierungsstau. Krahnert glaubt indes, dass der Verein unter der neuen Führung und als Eigentümer in der Lage ist, die Sanierung zu stemmen. Zur rechtlichen Lage hegten auch die Ausschussmitglieder Bedenken. Eigentlich müsse die Ausschreibung wiederholt werden, so Johannes Heine (Freie Wähler) und Steffen Grimm (CDU).

Von Frank Prenzel

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