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Grimma Grimma: Sportbau-Gegner scheitern im Stadtrat
Region Grimma Grimma: Sportbau-Gegner scheitern im Stadtrat
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16:56 25.11.2016
Hier soll das neue Sportzentrum entstehen. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Eine eher formale Beschlussvorlage hat am Donnerstagabend im Grimmaer Stadtrat noch einmal zu einer Grundsatzdebatte zum geplanten Sportkomplex auf dem ehemaligen Kasernengelände geführt. Stoppen konnten die Gegner das Projekt aber nicht.

Wie berichtet, sollen am Rande der Stadt als Ersatz für die Hochwasser gefährdeten Sportstätten an der Mulde zunächst zwei Plätze und ein Funktionsgebäude errichtet werden, mit der Option einer zusätzlichen Mehrzweckhalle. Die Stadt müsse mit der Halle eine Alternative für den Schulsport schaffen, betonte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Der Vertrag zur GGI-Halle, für die erhebliches Pachtgeld gezahlt werde, laufe Mitte des Jahres 2018 aus, ohne Alternative wäre die Stadt erpressbar.

Darauf hob Alleinkämpfer Wolfgang Bludau als erster seine kritische Stimme. Die Anlage auf dem Kasernengelände sei nur auf Fußball geeicht, kein anderer Sport könne dort stattfinden. „Das, was vorliegt, entspricht nicht meinen Vorstellungen.“ Jörg Diecke (Linke) sieht das genau so und merkte an, dass die Stadt bei der Finanzierung vom Land abhängig sei. Für eventuelle Mehrausgaben auf einem „so schwierigen Gelände“ seien keine Spielräume vorhanden. Er kritisierte zudem, dass das 1935 errichtete Stadion der Freundschaft seinen Status verliere und zu einer Leichtathletikanlage herabgesetzt werde. Die Verdienste des SV Grimma seien unbestritten, aber er werde mit dem Neubau gegenüber anderen Sportarten bevorzugt. Diecke schlug vor, auch mit Blick auf die Folgekosten das Projekt noch zu stoppen, „weil es eine Nummer zu groß ist für uns“. Seine Fraktion lehne den Beschluss ab. Das Vorhaben sei für Grimma sogar „mehrere Nummern zu groß“, meinte darauf Aline Hanschmann (Allianz Stadt Land). Sie finde die Sportplätze in der Altstadt sehr günstig gelegen.

In diese Kerbe schlug auch Klaus-Dieter Tschieche (SPD). „Warum haben wir nicht die Kraft oder den Mut für eine Variante B?“, fragte er. Ausgangspunkt sei die Ansiedlung von Rewe gewesen, doch Grimma habe gute Einkaufsmöglichkeiten. Statt Rewe anzusiedeln, sollte die Stadt den Kunstrasenplatz auf Vordermann bringen und das Stadion nicht schleifen, sondern zu einem Schmuckkästchen machen. Die Schmidt-Sportstätte müsste zu einem Kinder- und Jugendfußballplatz ausgebaut werden. „Alles andere ist überdimensional und wird über unsere Kraft gehen.“ Malte Martin (CDU) steht den Plänen ebenfalls kritisch gegenüber. Das Maß der Gleichbehandlung sei nicht gewährleistet.

Mit Johannes Heine (Freie Wähler) meldete sich ein Befürworter: „Man kann Gründe finden, warum was nicht geht. So kommen wir aber nicht weiter.“ Rewe sei unabdingbar, „denn ohne dessen Geld kommen wir nicht hin“, sagte Heine. Die Stadt baue auf dem Kasernengelände, um nachhaltig zu sanieren. Ein Schmuckkästchen an der Mulde hingegen wäre beim nächsten Hochwasser weg. „Dann stehen wir vor einem Scherbenhaufen.“ Heine verwies darauf, dass bei einem Neubau die Unterhaltungskosten niedriger seien und Renovierungskosten nicht anfielen. „Die Zukunft liegt dort draußen“, bekräftigte auch Stadtrat Steffen Grimm (CDU).

Die Stadt Grimma brauche Rewe am Rande der Altstadt und das bedinge die Umsiedlung der Sportanlage, und Grimma brauche die Mehrzweckhalle. „Das sind zwei Gründe genug, um die Sache auf den Weg zu bringen“, bekräftigte Rathauschef Berger.

Gegenstand des Antrages der Verwaltung waren vor dem Hintergrund der Förderregularien die Zusammenführung der zwei bisher getrennten Baubeschlüsse für das Vorhaben am Rande der Stadt und die inhaltliche Überarbeitung.

Von Frank Prenzel

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