Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimma: Stadt ist Stromexporteur
Region Grimma Grimma: Stadt ist Stromexporteur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 27.09.2012
Anzeige
Grimma

Die Energie- und Klimaschutzaktivitäten werden anhand eines festen Maßnahmekatalogs bewertet. Die Stadt Grimma erreichte 56,5 Prozent der möglichen Punkte. Was bedeutet: Mit der untersten Stufe ist ein Zwischenziel erreicht. Das Programm des EEA soll weiter verfolgt werden. Ein 200-seitiges Klimakonzept verfolgt bis zum Jahr 2025 noch höhere Ziele.

„Es ist relativ beachtlich, über diese Zwischenstufe gesprungen zu sein", sagt Jochen Lischke, Amtsleiter des Stadtplanungsamtes. Im Jahr 2010 beschloss Grimma, am EEA (EU-Projekt) teilzunehmen. Bis zur Prüfung im Juli 2012 waren schon über 50 Prozent der Kriterien erfüllt. Drei Säulen sind dafür maßgeblich gewesen: bessere Straßenbeleuchtung, Gebäudedämmung und Energiemanagement.

Bei der Straßenbeleuchtung wurden die alten Birnen durch Energiesparlampen ersetzt, unterstützt durch Förderungen des Freistaates. Weitere Einsparungen gibt es durch die Klassiker: „Etwa dimmen oder ab 23 Uhr nur jede zweite Laterne leuchten zu lassen", erklärt Lischke. Die zweite Säule ist die Gebäudedämmung. Bei Neubauten und Sanierungen werden durch die Energieeinsparverordnung die Standards vorgeschrieben. „Die Schulen und Feuerwehren sind teilweise schon auf dem Niveau von Passivhäusern. Auch dafür gibt es Förderungen." Zum Dritten mussten durch die Jahrtausendflut zahlreiche Heizungsanlagen erneuert werden. Ein Vorteil und „Alleinstellungsmerkmal in der Region", so der Amtsleiter. Dadurch könnten mittlerweile etwa Klassenzimmer einzeln geheizt werden, oder wenn sie nicht besetzt sind, unbeheizt bleiben. Allerdings seien manche Potenziale noch nicht ausgeschöpft, erklärt Lischke. So könnten etwa energiesparende Autos angeschafft werden. „Mit diesem Kleinvieh punktet man."

Parallel zum Konzept für den Award entwickelte die Firma „seecon" das Klimaschutzkonzept für die Stadt Grimma. Auch in diesem ist die Verminderung des Kohlendioxidausstoßes das Ziel. Es ist unter anderem die vorgesehene Entwicklung der erneuerbaren Energien beschrieben: „Die notwendigen Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien belaufen sich auf etwa 305 Millionen Euro innerhalb von 15 Jahren. Davon entfallen etwa 93 Millionen Euro auf die Photovoltaik, 108 Millionen Euro auf die Solarthermie und 99 Millionen Euro auf die Windkraft. Die Kosten für den Ausbau der Kapazitäten der Wasserkraft betragen schätzungsweise fünf Millionen Euro."

Bisher erzeugt Grimma „etwa 100 Prozent der verbrauchten Strommenge", schätzt Lischke. Was nicht bedeutet, dass die Stadt autark ist. Denn der Energiemix hat noch nicht jenes Niveau erreicht, dass eine Grundsicherung für die Stromversorgung gegeben ist. Weht kein Wind und scheint keine Sonne, reichen die vier Biogasanlagen nicht aus, um den Strombedarf der privaten Haushalte zu decken. „Grimma ist Energieexporteur." In der Zukunft sollen es gar einmal 300 Prozent aus selbst erzeugter Energie sein. „Ein erstrebenswertes Ziel", sagt der Stadtentwickler. Allerdings befürchtet er, dass damit Geister geweckt werden könnten: Initiativen gegen Biogas-, Wind- oder Photovoltaikanlagen. Die Beteiligung der Bürger sei wichtiger denn je. Matthias Pöls

Matthias Pöls

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf den Fingernägeln sind noch die Reste der Schwarz-Rot-Gold-Lackierung zu sehen. Auch eine britische Flagge ist dabei und verblasst gerade. „In den ersten Tagen wollte ich wieder zurück", sagt Verena Schott.

22.09.2012

So viele Sängerinnen und Sänger auf einmal hat der Wurzener Mariendom noch nie gesehen: Rund 370 zwischen 14 und 80 vereinen am Sonntagnachmittag bei einem festlichen Konzert zum Kantoreitag ihre Stimmen zu einem gewaltigen Chor, um Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Schubert und Franz Liszt zu Gehör zu bringen.

22.09.2012

Konfrontiert mit neuen Recherchen, warf Carsten Graf gestern hin. „Ich ziehe am heutigen Tage die Konsequenzen aus den Ereignissen der letzten Wochen und erkläre meinen Rückzug als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in Naunhof", teilte er am frühen Abend der LVZ mit.

14.09.2012
Anzeige