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Grimma Grimma: Stadtrat besiegelt das Ende der Fürstenschüler-Stiftung
Region Grimma Grimma: Stadtrat besiegelt das Ende der Fürstenschüler-Stiftung
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00:21 18.12.2017
Im Alten Seminar lagert das Archiv der Fürstenschüler-Stiftung, die aufgelöst wird.   Quelle: Foto: Thomas Kube
Grimma

 Das Ende der Fürstenschüler-Stiftung ist besiegelt. Grimmas Stadtrat beschloss Donnerstagabend einstimmig die Auflösung der 2002 ins Leben gerufenen Stiftung, die seitdem von der Stadt Grimma als Treuhänder verwaltet wird. „Die Abrechnungen der Jahre 2015 und 2016 haben ergeben, dass es künftig nicht möglich ist, den Stiftungszweck dauerhaft und nachhaltig zu erfüllen“, heißt es in der Beschlussbegründung.

Insofern hat das Kosten-Nutzen-Verhältnis die Muldestadt tätig werden lassen. Nach LVZ-Informationen ging die Rathausspitze mit dem Ansinnen auf die Stiftung zu, deren Beirat dann im März mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen die Auflösung beschloss. Laut Satzung musste der Treuhänder entsprechend nachziehen. Das Vermögen der Stiftung wird je zur Hälfte an das Gymnasium St. Augustin in Grimma und das Landesgymnasium St. Afra in Meißen fallen und gemeinnützigen Zwecken zugute kommen. Laut Jana Kutscher, Leiterin des Amtes für Schulen, Soziales und Kultur, beträgt es 20 000 Euro. Die Grimmaer Augustiner-Stiftung bot sich an, das Archiv zu übernehmen, das im Alten Seminar lagert. Mit Auflösung der Fürstenschüler-Stiftung spare die Stadtverwaltung Zeit- und Personalaufwand, sagte Kutscher. Die Kosten für ihre Verwaltung spielte die Stiftung offenbar nicht mehr ein.

Die Fürstenschüler-Stiftung hat ihre Ursprünge im Verein ehemaliger Fürstenschüler, der 1875 in Dresden gegründet wurde. Die einstigen Eleven der drei sächsischen Landes- und Fürstenschulen in Grimma, Meißen und Naumburg wollten die Verbundenheit zu ihren Bildungsstätten pflegen. Der Verein bestand bis 2002, sein Archiv ging in die Fürstenschüler-Stiftung über. Deren Zweck wurde mit der Förderung von Erziehung sowie Schul- und Berufsausbildung festgeschrieben. Laut Kutscher diente die Stiftung der Traditionspflege und Archivbewahrung für das Landesgymnasium in Meißen und das Gymnasium in Grimma.

Mit Zuwendungen hatten Mitglieder des früheren Vereins die unselbständige Stiftung immer wieder gefüttert. Doch die Natur macht nicht halt, die Zahl ehemaliger Fürstenschüler verringerte sich ständig. „Der Geldfluss der Stiftung versiegte immer mehr“, weiß auch Klaus-Dieter Tschiche, SPD-Stadtrat sowie Vorsitzender des Augustiner-Vereins und der Augustiner-Stiftung in einer Person. Das Wertvollste sei das Archiv, betonte er. Das dürfe nicht in alle Welt verstreut werden. In ihm befänden sich „sehr wertvolle historische Dinge, die sich auf die Geschichte der Fürstenschulen beziehen“. So enthalte es eine Schülerliste, die bis 1550 zurück reicht. „Das muss erst mal ein Archiv aufweisen.“ Es sei wichtig, so Tschiche, eine Möglichkeit zum Erhalt zu finden.

Hier kommt die Augustiner-Stiftung ins Spiel. Sie würde sich bereit erklärten, das Archiv zu übernehmen, sagte Tschiche. Dazu müssten aber einige Bedingungen erfüllt sein. Der Chef der Augustiner-Unterstützer nannte etwa Mietfreiheit, kostenfreie Übergabe der Möbel, keine Stromkosten oder die Einbeziehung in die städtische Versicherung. Dazu muss zwischen Augustiner-Stiftung und Stadt ein Vertrag geschlossen werden. Um die 90 Prozent des Archivs bestehe aus Material, das sich auf die Grimmaer Schule bezieht, informierte Tschiche weiter. „Das Wenige der St. Afra hat Meißen bereits bekommen.“ Laut Satzung gehe bei einer Auflösung der Fürstenschüler-Stiftung nur das Geld halbe halbe nach Grimma und Meißen.

Von Frank Prenzel

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