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Grimma Grimma: Stadtrat macht den Weg für Rewe-Ansiedlung frei
Region Grimma Grimma: Stadtrat macht den Weg für Rewe-Ansiedlung frei
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17:22 24.03.2017
Auf dem jetzigen Kunstrasenplatz soll sich künftig ein Lebensmittelmarkt erheben. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Der Weg für den Discounter Rewe ist so gut wie frei. Grimmas Stadtrat hat Donnerstagabend die eingegangenen Stellungnahmen abgewogen und im Anschluss den Bebauungsplan mit großer Mehrheit zur Satzung erhoben. Er wird nun dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt. Der Lebensmittelhändler möchte auf dem Standort des jetzigen Jahnstadions an der Mulde einen Markt mit einer Verkaufsfläche von 1850 Quadratmeter bauen. Ein 700 Quadratmeter großer Drogeriemarkt soll das kleine Einkaufszentrum am nördlichen Altstand-Rand vervollständigen.

Diskussionsbedarf hatten die Stadträte nicht mehr. Im Galopp gingen sie die zwei vielseitigen Abwägungsprotokolle durch und hatten in 51 Fällen über die Einwände zu entscheiden. Allerdings durften Händler der City, die auf den Besucherplätzen saßen, unmittelbar vor dem Abstimmungsmarathon ihre Meinung äußern und baten um den Beschluss des B-Planes.

Er sehe die Ansiedlung des Marktes nicht als Bedrohung und Verdrängung, sondern als Ergänzung und Zugewinn für die Stadt, sagte Christian Schneider von Schneiders Geschenkideen. Der Markt biete die Möglichkeit, Kunden in die Stadt und deren Läden zu locken. Rewe sei für die Händler „eine Herausforderung, und die sollte man annehmen“, so Schneider. In die gleiche Kerbe schlug René Hunger von Presse-Hunger. Rewe sei ein beliebter Sortimenter. Mit Aldi am anderen Ende der Altstadt sei ein gutes Angebot vorhanden. „Wir sind damit gut aufgestellt.“ Zu Wort meldete sich auch Achim Kuhl vom Gewerbeverein Grimma. Im Vorstand sei das Thema Rewe sehr kontrovers diskutiert worden. Der Markt werde für die Innenstadt ein Plus sein, bekräftigte er. Nötig sei aber eine gute Anbindung. Kuhl warb dafür, den Gewerbeverein in den weiteren Prozess einzubinden. So dürften künftige Optimierungen Rewes nicht zu Lasten der Innenstadt geschehen.

Zuvor hatte der Chef des Stadtentwicklungsamtes, Jochen Lischke, die schwere Geburt des Bebauungsplanes „Neue Muldenbrücke“ vor Augen geführt. Genau vor drei Jahren sei der Aufstellungsbeschluss gefasst worden, „nun kommen wir zu einem Ergebnis. Das zeigt die Kompliziertheit des Sachverhaltes und der Gemengelage, die wir hier haben.“ So wurde nach Hinweisen der Landesdirektion der erste Entwurf geringfügig geändert, weshalb im beschränkten Verfahren die Träger öffentlicher Belange und Betroffene erneut anzuhören waren. Deshalb lagen den Stadträten auch zwei Abwägungsprotokolle vor. Grundlegende Einwände gegen das Vorhaben wurden komplett zurück gewiesen. So hatte die Industrie- und Handelskammer zu Leipzig (IHK) vor einem Verdrängungswettbewerb gewarnt (die LVZ berichtete) – ein Argument, das die Stadt nicht teilt. Ihre Interessen sehen die Stadt Colditz, Edeka und der Pep-Markt verletzt. Hinweise, dass Rewe-Markt und Altstadt zeitgleich mit Fuß- und Radweg zu verbinden sind, sieht die Stadt hingegen begründet.

Grimma möchte mit dem Rewe auf der einen und dem Ausbau des Aldi-Marktes auf der anderen Seite der Innenstadt zwei Einkaufsmagneten schaffen, um die City zu beleben. Der Erlös für das Rewe-Grundstück in Höhe von 1,6 Millionen Euro soll in die Verlegung der Sportplätze aufs ehemalige Kasernengelände fließen. Hinter diesem Ziel steht eine breite Mehrheit des Stadtrates. Am Ende gab es beim Satzungsbeschluss nur fünf Nein-Stimmen, darunter die Fraktion der Linken, und eine Enthaltung.

Von Frank Prenzel

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