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Grimma Grimma Verein leistet Hilfe im Alltag - bei Einkauf, Wäsche und Ausflügen
Region Grimma Grimma Verein leistet Hilfe im Alltag - bei Einkauf, Wäsche und Ausflügen
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00:37 18.09.2015
Vereinschef Harald Windolf vermittelt im Grundkurs Nachbarschaftshilfe rechtliche Grundlagen, Kenntnisse über Erkrankungen und den Umgang damit. Quelle: Oliver Becker
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Der Verein macht sich gut und steht laut dem Vorsitzenden mit 354 Kursteilnehmern innerhalb eines Jahres im Vergleich zu anderen Anbietern wie den Pflegediensten, der AWO oder dem roten Kreuz an der Spitze, was Zulauf und Angebot anbelangt.

Harald Windolf, Chef des gemeinnützigen Vereins im Ehrenamt und hauptberuflicher Personalvermittler: "Konkret sind die ehrenamtlichen Nachbarschaftshelfer normalerweise acht Stunden bei dem Patienten pro Monat vor Ort, begleiten ihn beim Einkaufen oder Wäschewaschen und ermöglichen durch das gemeinsame Lesen einer Tageszeitung oder einem Kino- oder Theaterbesuch die gesellschaftliche Teilhabe." Die Hilfe geschieht immer nur zusammen mit dem Pflegebedürftigen.

Geholfen wird damit überwiegend Senioren, aber auch Kindern und Jugendlichen mit einer Pflegestufe. Diese Menschen sind oft noch körperlich fit, doch macht der Geist aufgrund einer Krankheit, wie einer anfänglichen Demenz, nicht mehr mit. Sie verlassen das Haus oder lassen den Herd an, werden aggressiv oder nehmen eine ablehnende Haltung gegenüber Vielem ein, ohne sich darüber bewusst zu sein. Die Nachbarschaftshilfe stellt eine zusätzliche Hilfe dar, aber bietet selbst keine Pflege an. Sie betreut die Patienten und entlastet die Angehörigen, die ein Familienmitglied pflegen. Sie können dann einmal durchatmen. Durch Gedächtnisübungen, zuhören, reden und gemeinsame Unternehmungen wird der Geist des Patienten wieder angekurbelt. Besonders wichtig sind diese zusätzlichen Leistungen bei Patienten, die nicht das Glück haben, von Angehörigen gepflegt zu werden und bettlägerig sind. Zu ihnen kommt sonst nur kurz der Pflegedienst.

Nachbarschaftshelfer aus dem Wohnumfeld kann ausschließlich jeder Otto-Normalbürger, der in Sachsen gemeldet ist, werden. Voraussetzung ist die Teilnahme an einem entsprechenden eintägigen Schulungskurs, wo rechtliche Grundlagen, Krankheitsbilder und der Umgang damit auf dem Programm stehen. Gerade jüngere Leute bis 25 Jahre engagieren sich als Ehrenamtler. Neben Studenten finden sich Betreuer in allen Gesellschaftsschichten - vom Berufstätigen bis hin zum Arbeitslosen. Grundlage ist das Pflegestärkungsgesetz seit 1. Januar 2015, das unabhängig von sozialen Trägern eine selbstständige Betreuung durch den Bürger ermöglicht. Pflegebedürftige mit Pflegestufe haben ohne Genehmigung einen sofortigen Anspruch auf die Leistungen. Windolf: "Das Landesgesetz ist eines, das auch in anderen Bundesländern Schule machen sollte."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.09.2015

OLIVER BECKER

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