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Grimma Grimma: Weberstraße wird für Aldi verbreitert
Region Grimma Grimma: Weberstraße wird für Aldi verbreitert
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19:34 29.10.2018
Blick auf dem Aldi-Markt im Grimmaer Zentrum. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Während ab 1. und 2. November der DM-Drogeriemarkt und der Rewe-Supermarkt den Grimmaern als neue Einkaufsquelle zur Verfügung stehen, wächst der Aldi-Markt am anderen Ende des Zentrums auf dem Papier. Derzeit lässt der in Taucha beheimatete Projektentwickler ESF den Bebauungsplan erarbeiten.

Aldi-Flachbau am Alma-Dietzsch-Gelände wird abgerissen

Mit dem Aufstellungsbeschluss des „Großflächiger Einzelhandel Lange Straße/Weberstraße“ genannten Planes hatte der Stadtrat dazu im Mai den Weg frei gemacht. Danach darf der Lebensmittelmarkt maximal 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Der jetzige Aldi-Flachbau am Rande des Alma-Dietzsch-Geländes wird abgerissen und durch einen mittig gelegenen Neubau ersetzt. Zum Getränkemarkt – derzeit vis-à-vis vom Aldi – laufen angeblich noch Gespräche.

Ziel: Baubeginn im ersten Halbjahr 2019

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Projektentwickler Friedmar Thiele, der seit 2014 an dem Vorhaben arbeitet. Es gebe aber immer noch ungeklärte Punkte. Ziel ist es, im ersten Halbjahr 2019 mit dem Bau zu beginnen. Wann der Entwurf des Bebauungsplanes in die Anhörung gehen kann, ist jedoch noch offen. Erst nach dem Abwägungsprozedere und der Genehmigung des B-Plans kann der Investor den Bauantrag stellen.

Das nach der einstigen Textilhändlerin Alma Dietzsch benannte Areal gehört laut Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) einem internationalem Fonds mit Sitz in Kanada. Auch die zur Langen Straße weisenden Gebäude befinden sich im Eigentum des Fonds. LVZ-Informationen zufolge hat Discounter Aldi inzwischen einen neuen Mietvertrag unterschrieben und damit seinen Willen zementiert, im Zentrum der Muldestadt zu bleiben.

Aldi stellt Bedingungen an die Stadt

„Aldi wollte den Vertrag ursprünglich nicht verlängern“, erinnert der Rathauschef. Die Stadt setzte deshalb alle Hebel in Bewegung, um den Supermarkt in der Innenstadt zu halten. „Wir wollten vermeiden, dass sich Aldi im Pep verfestigt und in der Altstadt eine Ruine hinterlässt“, bekräftigt Berger. Das habe vieler Kompromisse bedurft.

So stellte der Discounter drei Bedingungen, die ihm die Stadt auch erfüllt. Dabei dürfte der Umbau der Weberstraße auf Kosten des Investors am bedeutsamsten sein. Ihre Fahrbahn wird zwischen Leipziger Straße und Kreuzstraße durchgängig auf eine Breite von 5,50 Meter erweitert und von der Einbahnstraßenregelung befreit. Lediglich für Laster soll es auch künftig nur in eine Richtung gehen. Für den etwa 200 000 Euro teuren Ausbau wird auf Aldi-Seite in den Gehweg eingegriffen, am Stadtgut muss er auf etwa 30 Meter komplett weichen. Auch sieben oder acht Parkplätze in der Weberstraße fallen nach Angaben von Wolfgang Möller von der städtischen Straßenverkehrsbehörde dem Umbau zum Opfer. Vermutlich ab nächstem Frühjahr wird aber eine Buslinie durch die Weberstraße führen und eine Haltestelle direkt vor dem Einkaufsareal platziert.

Anwohnersorgen werden ernst genommen

„Aldi möchte gut erreichbar sein“, kann OBM Berger die Wünsche des Handelsriesen verstehen. Eine zweite Bedingung des Discounters war deshalb auch ein innerstädtisches Leitsystem, das der Technische Ausschuss vor wenigen Tagen in Auftrag gegeben hat. Die Stelen werden nicht nur zu historischen Gebäuden, sondern auch den Weg zum Aldi-Markt weisen.

Schließlich werden auch die Sorgen der Anwohner ernst genommen. Den Geräuschen bei der Warenanlieferung soll laut Berger mit einer Schleuse entgegen gewirkt werden. „Das hat das Einverständnis der Nachbarn gefunden“, erläutert er.

Neuer Markt soll Initialzündung für Wohngebiet werden

Die Kommune hofft, dass es mit dem modernen Aldi-Markt auch für die obere Lange Straße eine Initialzündung gibt. Die zum Fonds gehörenden Immobilien stehen derzeit weitgehend leer. „Uns schweben Büros und eine gastronomische Nutzung vor“, sagt der Rathauschef. Man habe dem Projektentwickler Kontakte vermittelt. Ziel sei es jedenfalls, die Lange Straße mit zu entwickeln und zu beleben.

Von Frank Prenzel

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