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Grimma: Weg über den Rabenstein gepflastert

Grimma: Weg über den Rabenstein gepflastert

Der thematische Wanderweg von Grimma über Höfgen nach Kössern ist künftig auch für Radfahrer und Familien mit Kinderwagen passierbar. Im Zuge der Sanierung ist die Route über den Rabenstein gepflastert worden.

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Engpass beseitigt: Über den gepflasterten Weg wird der Rabenstein für Radsportler und Mütter mit Kindern ein überwindbares Hindernis. Räder und Wagen rollen über die mittig angelegte Rinne.

Quelle: Adnreas Röse

Grimma. "Das ist eine riesige Chance für den Tourismus in Grimma und Höfgen", sagte gestern Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos).

In touristischen Offerten wird der acht Kilometer lange Weg, der an der Pöppelmannbrücke beginnt, durch den Stadtwald über den Rabenstein führt, sich an Höfgen vorbei schlängelt und in Förstgen endet, als Natur- und Geschichtserlebnis verkauft. Eine Fahrt über Steinklippen entlang der Mulde wird gepriesen. Zahlreiche Steinstationen, unter anderem Sitzsteine und Skulpturen, zeugen von den Mächten, die bei Formung des reizvollen Muldentals am Werk waren.

Wer sich jedoch auf das Abenteuer einließ, scheiterte - in Grimma startend schon nach minimaler Wegstrecke, von Förstgen aus kommend kurz vor dem Ziel - am Rabenstein. "Das war jahrelang ein Engpass", räumte Berger ein. Unzählige Male hatten Stadträte den von heftigen Niederschlägen ausgewaschenen Weg, der keinen Tritt mehr bot, kritisiert. Der Starkregen nach dem Junihochwasser im vorigen Jahr sorgte dafür, dass eine Überquerung des Rabensteins unmöglich wurde. "Der Wiederaufbau war unsere Chance", so Berger weiter. Gemeinsam mit Planern sei eine Lösung gefunden worden, die allen Bewohnern den Weg über die Anhöhe ebnet. So steigt der Weg auf Höfgener Seite langsam an und geht in eine Treppe über, in die eine Fahrrinne eingelassen wurde. Beidseitig führen extralange Stufen zum Gipfel des Rabensteins.

"Auch mit Kinderwagen ist der Weg jetzt zu bewältigen", sagte Ivonne Schuricht. Für die junge Mutter bestehe jetzt die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten am Schwanenteich oder beim Eisessen zu verabreden. Auch die Mitglieder der Radsportgruppe Muldental nahmen den Rabenstein mit Leichtigkeit. "In unserem Alter - 50 und darüber - sind gut ausgebaute Radwege wichtig", sagte Willfried Arnold. Doch nicht nur der Komfort für die Radfahrer und Spaziergänger, die ab Hängebrücke jetzt über die asphaltierter Trasse nach Förstgen gelangen, ist dem radfahrenden Bürgermeister wichtig. Mit dem behindertengerechten Ausbau des Weges würden unter anderem auch die Befindlichkeiten der Menschen im Awo-Wohnheim von Höfgen berücksichtigt. "Das ist Inklu-sion", so Berger.

Welchen Stellenwert gut ausgebaute Radwege im Alltag einnehmen, das brachten am Dienstagabend zahlreiche Grimmaer auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung im Stadtgut zum Ausdruck. Über Radverkehr und Fahrradwege in der Region diskutierten Vertreter von Landkreis und Kreistag sowie Lobbyisten und Betroffene. Konrad Krause, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs in Sachsen, rannte offene Türen ein mit seiner Feststellung, das Fahrrad als Verkehrsmittel könne gerade auf dem Land Lücken im öffentlichen Nahverkehr schließen. So machten viele Großbardauer, darunter Frank Oppenhym als Vertreter des Trägervereins vom Evangelischen Schulzentrum, auf diese bestehende Lücken zwischen ihrem Ort und Grimma aufmerksam. "Wir stecken Geld in die Fahrradausbildung, können sie aber nicht nutzen", sagte Oppenhym. Seit Jahren würden die Großbardauer für einen Radweg entlang der Staatsstraße S11 kämpfen, im vorigen Jahr sogar mit einem Fahrradkorso auf der vielbefahrenen Strecke. Nicht sei passiert. "Es geht nicht sicher in Richtung Grimma", so Oppenhym.

Der genannte Radweg hat aber oberste Priorität im Radverkehrskonzept des Landkreises, das 2011 im Kreistag beschlossen worden ist, bestätigte Gesine Sommer, Amtsleiterin für Wirtschaftsförderung. Bei der Umsetzung seien der Behörde jedoch die Hände gebunden, da er an der S11 entlang führen soll, die in den Zuständigkeitsbereich des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr fiele. Grimma verfüge bereits über viele Radwege, die sich in den Konzeptionen des Freistaates wiederfinden. "Die geplante Verbindung von Grimma an den Elberadweg unterstützen wir", so Sommer.

Birgit Schöppenthau

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2014
Schöppenthau, Birgit

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