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Grimma: Winterdienst liegt auf vielen Schultern

Kommunale Straßen Grimma: Winterdienst liegt auf vielen Schultern

Der Verwaltungsausschuss des Stadtrates Grimma hat den Winterdienst vergeben. Zehn Fremdfirmen kommen im großen Stadtgebiet gemeinsam mit dem Bauhof zum Zuge, wenn der Winter seine Muskeln spielen lässt. Die Unternehmen sind verantwortlich für 250 Straßenkilometer, sowie Plätze und Gehwege – wobei nicht alles beräumt wird.

Im Salzlager des Bauhofes Grimma lagern derzeit 150 Tonnen.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Der erste Flockenwirbel und die ersten frostigen Nächte haben in den letzten Tagen den nahenden Winter angekündigt. Damit in Grimma und seinen Ortsteilen die kommunalen Straßen, Wege und Plätze auch bei Schnee und Eis befahr- und begehbar sind, hat der Verwaltungsausschuss des Stadtrates Dienstagabend zehn Unternehmen der Region mit dem Winterdienst beauftragt. Sie rücken neben den Leuten des Grimmaer Bauhofs und seiner sechs Außenstellen aus, wenn der Winter seine Muskeln zeigt. 650 Straßen, Plätze und Wege liegen in kommunaler Zuständigkeit. Die Stadt Grimma verfügt über 250 Straßenkilometer, wobei nicht alle beräumt werden. Für Bundes-, Staats- und Kreisstraßen sind die Straßenmeistereien Wurzen und Großbothen verantwortlich.

„Wir setzen viele Firmen ein, um zeitgleich losschlagen zu können. Das ist eine Besonderheit, die sich bewährt hat“, so Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) mit Blick auf das große Stadtgebiet. Er hofft dennoch, dass es ein milder Winter wird. „Jeder Tag, den wir nicht ausrücken müssen, spart 4000 bis 5000 Euro“, schätzte er vor den Ausschussmitgliedern ein, die die Vergabe einstimmig abnickten. Laut Beschluss schlägt ein Winterdienst-Fahrzeug pro Einsatzstunde mit durchschnittlich 54 Euro zu Buche. Hinzu kommen Sonn- und Feiertagszuschläge sowie Kosten für den Splitt (je Tonne im Schnitt rund 15 Euro). Im Jahr 2015 hatte die Stadt für den Winterdienst etwa 94 000 Euro ausgegeben.

Unter den zehn Firmen, mit denen die Stadt schon lange zusammenarbeitet, befinden sich Straßenbauer sowie Fuhr- und Dienstleistungsunternehmen ebenso wie Landwirtschaftsbetriebe. Dass erst Mitte November die ausgeschriebene Leistung vergeben wird, ist laut Tiefbauamtsleiter Dirk Hahmann kein Problem. Bei einem frühen Wintereinbruch hätte ein Anruf bei den Unternehmen genügt. Das gelte auch im Frühjahr. Zwar liefen die Verträge nur bis Ende März, doch die Fremdfirmen stünden auch noch im April Gewehr bei Fuß.

Geregelt ist der Grimmaer Winterdienst in der Streu- und Räumpflichtverordnung. Der Einsatzplan wird immer Ende des Jahres im Amtsblatt und auf der Webseite der Stadt veröffentlicht. Je nach Wetterlage rücken Bauhof und beauftragte Firmen ab 4 Uhr aus, erläutert Hahmann. Abends werde, wenn nötig, bis gegen 20 oder 21 Uhr geschoben und gestreut. „Wir sind gut aufgestellt“, so der Amtsleiter. Die Firmen vor Ort würden sich in ihrem Gebiet gut auskennen. Sowohl aus personellen als auch finanziellen Gründen wird nicht jede Straße von Schnee und Eis befreit. Priorität haben laut Hahmann die Sammel- und Hauptverkehrsstraßen sowie viel begangene Fußwege. Je nach Kapazität fahre der Winterdienst auch in die Nebenstraßen.

Der Bauhof mit seinen 36 Mitarbeitern kann in Grimma einen Unimog einsetzen. In den Außenstellen stehen Iseki-Fahrzeuge, die mit Schiebeschild und Streuaufsitz ausgerüstet werden können. Gehwege und Übergänge werden in der Regel per Hand abgestumpft. Im Salzlager des Grimmaer Bauhofes lagern derzeit 150 Tonnen Streusalz. „Dieselbe Menge bestellen wir noch nach“, informiert Hahmann.

Von Frank Prenzel

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