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Grimma Grimma ehrt im Seume-Jahr den Sohn der Stadt
Region Grimma Grimma ehrt im Seume-Jahr den Sohn der Stadt
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05:00 26.01.2010
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Grimma

  Schon am kommenden Freitag, 29. Januar, geht es ab 19 Uhr in der literaturgeschichtlichen Vortragsreihe im Seume-Haus am Markt 11 um einen Freund Seumes. Otto Werner Förster aus Leipzig wird an diesem Abend in seinem Vortrag „Veit Hanns Schnorr von Carolsfeld – Maler, Seumefreund und Chronist seiner Zeit“ das Leben des Mannes vorstellen, der am 6. Dezember 1801 in Grimma gemeinsam mit Seume zum „Spaziergang nach Syrakus“ aufbrach.   Bereits seit 1793 war Schnorr mit Seume befreundet und blieb es ein Leben lang. Schnorr illustrierte zahlreiche Bücher, die in Leipzig verlegt wurden. Seine Zusammenarbeit mit Johann Gottfried Seume gab wichtige Impulse für die Entwicklung der Buchkunst und die Tradition der Leipziger Kunstakademie (heute Hochschule für Grafik und Buchkunst). In Hohnstädt war Schnorr oft zu Gast. Gestaltete hier zum Beispiel auch die Kulissen für Theateraufführungen des Freundeskreises im Göschengarten.     Johann Gottfried Seume wird am 29. Januar 1763 in Poserna als armer Bauernsohn geboren. Schnell findet er das Leben interessanter als das Lernen. Seine Muse ist das Wandern, Entdecken, Luft holen. Er flieht von der Universität, ist immer in Bewegung. In jungen Jahren wird er Soldat und gerät in polnische Gefangenschaft. Endlich, 1797, in Grimma angekommen, schafft er es, vier Jahr sesshaft zu bleiben. Er fängt als Korrektor und Lektor bei Georg Joachim Göschen, einem der wichtigsten Verleger seiner Zeit, an zu arbeiten. Sein Arbeitsplatz war die Druckerei am Markt 11. Das Haus wurde um 1520 erbaut und gilt ältestes Gebäude des Grimmaer Markt-Ensembles. Heute lässt sich die Nutzung des Hauses nacherleben: Kinder lernen hier, wie einst Bücher entstanden. Sie können hier selbst setzen und drucken.     Schließlich, 1801, bringen Seume Fehler um den Verstand. Er muss wieder los. Er packt seinen Tornister, nimmt Abschied und wandert nach Sizilien. Knapp tausend Meilen zu Fuß. Zurück in Sachsen verfasst er seinen Reisebericht in gut vier Wochen. Sein „Spaziergang nach Syrakus“ wird ein Klassiker der Reiseliteratur.     Das Grimmaer Göschenhaus im Ortsteil Hohnstädt und das Seume-Haus am Grimmaer Markt sind Museen zum Anfassen zur Erinnerung an die Zeit Seumes. Es gibt eine ahnsehnliche Sammlung von Museumsgut des einstigen Verlegers und Druckers Georg Joachim Göschen und seiner prominenten Gäste, zu denen neben dem wandernden Dichter Johann Gottfried Seume auch Friedrich Schiller gehörte. Den Blick vom romantischen „Parktraum-Garten“ im Göschenhaus Hohnstädt auf Grimma nannte Seume „eine der schönsten Gegenden der Welt“ und schwärmte davon in seinen Briefen.

Silke Hoffmann

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