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Grimma Grimma erschließt Wohngebiet am Rappenberg
Region Grimma Grimma erschließt Wohngebiet am Rappenberg
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07:48 03.07.2018
Die städtische GWB soll am Brauereiweg am Rappenberg eine 2,2 Hektar große Fläche für Eigenheime erschließen – in der Nähe zur Turmstraße. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Auf dem Weg zu einem neuen Wohngebiet auf dem Grimmaer Rappenberg ist der erste Schritt getan. Nach Beschluss des Stadtrates überträgt die Kommune ein 2,2 Hektar großes Grundstück an ihre Tochtergesellschaft GWB. Die Grimmaer Wohnungs- und Baugesellschaft soll die Fläche am Brauereiweg erschließen und vermarkten. Damit löst sich das städtische Unternehmen erstmals von der bloßen Verwaltung und Sanierung von Wohnraum. Die Fläche reicht vermutlich für 20 Bauplätze und gilt als Baustart eines größeren Viertels auf dem Rappenberg.

Grimmaer Wohnungs- und Baugesellschaft betritt Neuland

Dass die GWB nun zum Zuge kommt, bezeichnete Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) als Novum. Nach der Wende habe sich die Stadt bei der Erschließung großer Wohngebiete „immer auf Leute aus den gebrauchten Bundesländern verlassen“, sagte er. „Die haben sich bei uns in der Regel eine goldene Nase verdient.“ Wenn nun in größerem Umfang neues Bauland geschaffen werde, „wollen wir daran als Stadt auch verdienen“, begründete der Rathauschef das Vorgehen. So bleibe das Geld in der Stadt, „den Gewinn geben wir lieber an die Grimmaer weiter“. Noch in gleicher Sitzung wurden Bergers Worte aber konterkariert, als der Verkauf von Bauland in Nerchau beschlossen wurde. In der Rathenaustraße gehen 1,8 Hektar für 491 000 Euro an die Beuchaer Bauprofis Projektentwicklungs GmbH.

Stadträte diskutieren über Grundstückspreise

Bergers Äußerungen veranlassten Steffen Grimm (CDU) zur Wortemeldung. Er möchte, dass sich junge Grimmaer Familien das Bauland auf dem Rappenberg auch leisten können und fragte, wie die Stadt das gewährleisten wolle. Er wisse nicht, ob junge Leute Quadratmeter-Preisen von 85 bis 120 Euro aufbringen könnten, so Grimm und brachte in Erinnerung, dass Grimma schon mal bauwillige Familien unterstützte und in Großbardau den Quadratmeter bei 50 Euro deckelte. „Ich möchte normale Preise.“

Es sei ein städtisches Unternehmen, das die Erschließung und Vermarktung vornimmt, erwiderte Thomas Zeidler (Bürger für Grimma). „Das läuft unter unserer Kontrolle.“ Ein Investor hingegen würde Profit herausziehen wollen, „dann wären die Grundstücke mit Sicherheit teurer“. Grimmas Tochterfirma würde hingegen nur die Kosten umlegen, die entstehen, sagte Zeidler.

Stadttochter soll auch Rendite erzielen

Sein Fraktionschef Hans-Jörg Dossin sieht das anders. Die GWB sei als GmbH ein wirtschaftliches Unternehmen und müsse positive Zahlen schreiben, betonte er. Sie werde nicht für „null und nichtig etwas bauen, nur um den sozialen Status zu wahren“. Dann müsse man über Sozialwohnungen nachdenken. Es sei zu beobachten, so Dossin weiter, dass nur zu 15 Prozent junge Leute bauen. Alle anderen seien ältere Leute, „die ihr Geld anlegen“. Die städtische Tochter habe endlich mal die Chance, ein Wohngebiet zu errichten, und müsse auch eine Rendite erzielen können.

Zehn Hektar Bauland auf dem Rappenberg

„Wir haben die Aufgabe, den sozialen Bau zu unterstützen“, sprang Klaus-Dieter Tschiche (SPD) CDU-Stadtrat Grimm zu Seite. Es sei nicht abwegig, dass sich Bauwillige das Land nicht leisten können. Rathauschef Berger erwiderte, dass nicht ausgeschlossen sei, in weiteren Schritten auch an Reihenhäuser zudenken. „Das ist eine tolle Fläche, wir sollten froh sein, sie uns gesichert zu haben.“ Grimma hatte vor acht Jahren von der Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH zehn Hektar auf dem Rappenberg erworben.

Das an die GWB fallende Flurstück hat einen Wert von 121 000 Euro. Die Übertragung erfolgt – für einen Laien schwer verständlich – „in Form einer Sacheinlage als gesellschaftsrechtliche Kapitalmaßnahme“, wie es im Beschluss heißt. Die vor 25 Jahren gegründete Gesellschaft, die aus der DDR-Gebäudewirtschaft hervorging, hat laut Gesellschaftervertrag auch die Entwicklung von Wohn- und Gewerbeimmobilien zum Ziel.

Von Frank Prenzel

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