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Grimma Grimma erwartet 10 000 Besucher zum Street Food Festival
Region Grimma Grimma erwartet 10 000 Besucher zum Street Food Festival
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17:52 24.08.2018
Mary Koki aus Kenia hat leckere Kostproben der afrikanischen Küche im Angebot. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Konkurrenz für Tote Oma, Bockwurst und Co: Bei Europas größtem Street Food Festival in Grimma isst am Wochenende auch das Auge mit. Der Stand von Mary Koki aus Kenia – ein Gesamtkunstwerk. Die Verkäuferin: Eine schokofarbige Schönheit mit kunterbunten Locken und Zahnpastalächeln. Das Angebot: Krokodilgulasch in Kokosmilchsoße, Kamelgeschnetzeltes mit Gemüsereis, dazu Mango und Ananas.

Europas größte und vielseitigste Straßenküche macht in Grimma Station – das Street Food Festival

„Die kulinarische Welt zu Hause in Grimma“, tönt OBM Matthias Berger zur Eröffnung der drei tollen Tage. Und geht mit gutem Beispiel voran: Am Büdchen des Holländers Stan van Triest probiert er Heuschrecken, Mehlwürmer und Seidenraupen. „Erst gestern hatte ich meine Hunde entwurmt...“, frotzelt der Stadtchef. Er züchte die Insekten in den Niederlanden, ehe sie schockgefroren und gedörrt würden, verrät der größte Anbieter seiner Art in Deutschland. Geschmacklich gehe es in die Nussrichtung, vor allem seien die gerösteten Krabbeltierchen wahre Proteinbomben, so van Triest.

60 Köche aus über 30 Nationen

Tapas aus Spanien, Langos aus Budapest, Burrito aus Mexiko – der Grimmaer Markt als Weltmarkt. Alexander Kopke ist der Festival-Macher. Zwischen März und Oktober reist er mit seinen 60 Köchen aus über 30 Nationen jedes Wochenende in eine andere Stadt. In Grimma rechnet er mit bis zu 10 000 Besuchern. Drei Euro Eintritt zahlt ein Erwachsener pro Tag, Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt. Es gibt Live-Musik, dazu Bungee Trampolin und Wasserballbad. „Street Food kommt aus Amerika. In Ballungszentren wie Manhattan, wo es vor allem Bürotürme gibt, lohne es sich für viele nicht, Restaurants zu eröffnen. So bewirte man die Geschäftsleute aus Trucks“, sagt Kopke. Omas Warnung, nicht auf der Straße zu essen, könne getrost in den Wind geschlagen werden, gerade trendige junge Leute schätzten das frisch zubereitete Essen.

Von Crêpes bis Hirschblut

So wie der 25-jährige Max Sörnitz. Der Kellner der Höfgener Schiffsmühle schlemmt nicht nur, er ist auch auf Ideensuche. „Toll, mit den Trucks unterwegs sein, heute hier, morgen da, wie die Zirkusleute.“

Marktmeister Frank Schütz denkt schon weiter: „Wenn das Festival den Geschmack der Grimmaer trifft, wollen wir es jährlich veranstalten.“ Smati Taha aus Paris hätte nichts dagegen. Beim Franzosen tummeln sich die Naschkatzen. Crêpes, Beninos und Churros mit Apfelmus, Schoko oder Pudding. Auch das Muldental ist nicht aus der Welt: Bei Felix Fiedler von Sachsenobst fließt Hirschblut: ein Fruchtwein mit Kohlensäure und zehn Umdrehungen.

Delikatessen aus aller Welt & feinstes Craft Beer: Europas größtes Street Food Festival ist in Grimma! Auf dem Markt in Grimma werden vom 24. bis 26. August hunderte exotische Gerichte aus aller Welt von multikulturellen Köche frisch zubereitet. Dabei ist die Vielzahl und Auswahl der verschiedenen Gerichte sowie die Qualität der direkt vor Ort frisch zubereiteten Speisen einzigartig. 🥗🍔🌮 Street Food Grimma 🍺🍢🍦 1st Street Food Festival Grimma 2018

Gepostet von Muldental TV GmbH am Freitag, 24. August 2018

Birungi Maku aus Uganda bringt vegane, glutenfreie Kochbananen mit Bohnen in Sesamsoße unters Volk. Auf ihre Wange hat sie drei Streifen gepinselt. Warum? „Eine sehr persönliche Frage“, holt die Frau aus: „Damit will ich an meine Vorfahren aus Afrika erinnern, die als Sklaven in alle Welt verschleppt worden waren. Es gibt jeden Tag einen anderen Gedenktag, nur keinen für die gestorbenen Afrikaner.“

Von Haig Latchinian

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