Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimma hilft Flutgeschädigten in Ostritz
Region Grimma Grimma hilft Flutgeschädigten in Ostritz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 21.08.2010
Anzeige

.

Einen Scheck in Höhe von 15 000 Euro übergab Grimmas stellvertretender Bürgermeister Jörg Diecke an die Bürgermeisterin von Ostritz, Marion Prange. Mit den rund 19 000 Euro, die bis gestern auf dem Ostritzer Spendenkonto eingegangen waren, sind das bislang die einzigen Mittel, die zur Verfügung stehen, um zumindest in Härtefällen unter die Arme greifen zu können.

300 Haushalte der kleinen Stadt mit 2600 Einwohnern seien durch das Hochwasser stark betroffen, sagte die Bürgermeisterin. Bei achtzig Prozent wären die Häuser bis hin zum zweiten Stock im Wasser verschwunden gewesen. „Die Schäden in den Haushalten belaufen sich auf 50 000 bis 300 000 Euro, und die meisten der Bürger haben keine Versicherung, weil bei uns in den letzten Jahren ein Hochwasserschutz mit einem HQ 100 errichtet wurde", sagte Marion Prange. Einschließlich der 20 betroffenen Gewerbebetriebe und der zerstörten Infrastruktur sei bis jetzt der in Ostritz entstandene Hochwasserschaden mit 39,5 Millionen Euro errechnet worden. Dennoch wäre die kleine Stadt noch viel ärger gebeutelt gewesen, wenn es hier nicht schon den Hochwasserschutz mit Deichen, Mauern und mobilen Wänden gegeben hätte, sagte die Bürgermeisterin.

Neben der finanziellen Unterstützung waren die Grimmaer gestern in Ostritz mit weiteren Spenden und Hilfen angereist. Andreas Böhmann von der Grimmaer Firmaer Knobloch spendete spontan mehrere Kühlschränke und Waschmaschinen und stellte einen Transporter zur Verfügung, mit dem der Grimmaer Ranko Balog diese Geräte sowie Besen, Schaufeln, Gummistiefel, E-Herd-Platten und andere wichtige Dinge nach Ostritz transportierte. Noch ein weiteres Auto hatte sich auf den Weg von Grimma an die polnische Grenze begeben, nämlich der weiße Audi von Hotelier Fred Urban. „Meine Frau stammt aus Ostritz, und ich kenne viele der Menschen, die jetzt ohne Hab und Gut und ohne Bleibe sind", sagte Urban. Sein Auto ließ er gestern in Ostritz: „Die Verwaltung hier hat kein eigenes Fahrzeug, und sie können mein Auto so lange haben, wie sie es brauchen."

Von ihren Erfahrungen vor acht Jahren sprachen die Grimmaer gestern. Da ging es auch um Dinge, die zu allererst erledigt werden müssen wie die Schadenserfassung der Gebäude durch Gutachter. Marco Lätzsch vom Grimmaer Architekturbüro Kayser war mit vor Ort und versprach Unterstützung. Rüdiger Posselt, Ortswehrleiter in Ostritz, freute sich über die Zusage der Grimmaer Feuerwehr, eine Pumpe zur Verfügung zu stellen, und Jana Merz von der Grimmaer Kämmerei weihte die Ostritzer in die Geheimnisse der Software ein, die in Grimma im Rahmen der Hochwasserbewältigung erarbeitet wurde.

Bis die rund 1000 betroffenen Ostritzer wieder in neu gestalteten trockenen Wohnungen leben können, werden – so wie einst in Grimma – einige Jahre vergehen. Bis dahin wird möglicherweise noch manche Hilfe von der Mulde an die Neiße gehen. i

Flutspenden Ostritz: Konto-Nr. 3400000000, BLZ 85050100 bei Spk. Oberlausitz-Niederschlesien

Silke Hoffmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:phpKzpV4t20100820164510.jpg]
Naunhof. Naunhof wird Theaterstandort. Am 28. und 29. August findet im Alten Kranwerk (AKW) der Heureka-Kultur-Faktur in der Lutherstraße 10 das erste Sommertheaterfest statt.

21.08.2010

Grimma/Dresden. 13 Jahre sind inzwischen vergangen: Im September 1997 teilte das Sächsische Innenministerium der Stadt Grimma mit, dass die Polizeidirektion – damals noch Grimma – in die ehemalige Amtshauptmannschaft am Ufer der Mulde ziehen werde.

21.08.2010

Auf den Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) kommen Kürzungen in Millionenhöhe zu. Denn die schwarz-gelbe Landesregierung möchte die Mittel für den öffentlichen Nahverkehr, die den Zweckverbänden zur Verfügung gestellt werden, kürzen.

20.08.2010
Anzeige