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Grimma hilft Flutgeschädigten in Ostritz

Grimma hilft Flutgeschädigten in Ostritz

Grimma/Ostritz. „Das ist unsere Art, Danke zu sagen. Danke an jene, die uns vor acht Jahren so geholfen haben." Das sagte gestern Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger, als er mit weiteren Muldestädtern das gerade von der Neiße-Flut zerstörte Städtchen Ostritz nahe Zittau besuchte und Hilfe von Grimma mitbrachte.

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Einen Scheck in Höhe von 15 000 Euro übergab Grimmas stellvertretender Bürgermeister Jörg Diecke an die Bürgermeisterin von Ostritz, Marion Prange. Mit den rund 19 000 Euro, die bis gestern auf dem Ostritzer Spendenkonto eingegangen waren, sind das bislang die einzigen Mittel, die zur Verfügung stehen, um zumindest in Härtefällen unter die Arme greifen zu können.

300 Haushalte der kleinen Stadt mit 2600 Einwohnern seien durch das Hochwasser stark betroffen, sagte die Bürgermeisterin. Bei achtzig Prozent wären die Häuser bis hin zum zweiten Stock im Wasser verschwunden gewesen. „Die Schäden in den Haushalten belaufen sich auf 50 000 bis 300 000 Euro, und die meisten der Bürger haben keine Versicherung, weil bei uns in den letzten Jahren ein Hochwasserschutz mit einem HQ 100 errichtet wurde", sagte Marion Prange. Einschließlich der 20 betroffenen Gewerbebetriebe und der zerstörten Infrastruktur sei bis jetzt der in Ostritz entstandene Hochwasserschaden mit 39,5 Millionen Euro errechnet worden. Dennoch wäre die kleine Stadt noch viel ärger gebeutelt gewesen, wenn es hier nicht schon den Hochwasserschutz mit Deichen, Mauern und mobilen Wänden gegeben hätte, sagte die Bürgermeisterin.

Neben der finanziellen Unterstützung waren die Grimmaer gestern in Ostritz mit weiteren Spenden und Hilfen angereist. Andreas Böhmann von der Grimmaer Firmaer Knobloch spendete spontan mehrere Kühlschränke und Waschmaschinen und stellte einen Transporter zur Verfügung, mit dem der Grimmaer Ranko Balog diese Geräte sowie Besen, Schaufeln, Gummistiefel, E-Herd-Platten und andere wichtige Dinge nach Ostritz transportierte. Noch ein weiteres Auto hatte sich auf den Weg von Grimma an die polnische Grenze begeben, nämlich der weiße Audi von Hotelier Fred Urban. „Meine Frau stammt aus Ostritz, und ich kenne viele der Menschen, die jetzt ohne Hab und Gut und ohne Bleibe sind", sagte Urban. Sein Auto ließ er gestern in Ostritz: „Die Verwaltung hier hat kein eigenes Fahrzeug, und sie können mein Auto so lange haben, wie sie es brauchen."

Von ihren Erfahrungen vor acht Jahren sprachen die Grimmaer gestern. Da ging es auch um Dinge, die zu allererst erledigt werden müssen wie die Schadenserfassung der Gebäude durch Gutachter. Marco Lätzsch vom Grimmaer Architekturbüro Kayser war mit vor Ort und versprach Unterstützung. Rüdiger Posselt, Ortswehrleiter in Ostritz, freute sich über die Zusage der Grimmaer Feuerwehr, eine Pumpe zur Verfügung zu stellen, und Jana Merz von der Grimmaer Kämmerei weihte die Ostritzer in die Geheimnisse der Software ein, die in Grimma im Rahmen der Hochwasserbewältigung erarbeitet wurde.

Bis die rund 1000 betroffenen Ostritzer wieder in neu gestalteten trockenen Wohnungen leben können, werden – so wie einst in Grimma – einige Jahre vergehen. Bis dahin wird möglicherweise noch manche Hilfe von der Mulde an die Neiße gehen. i

Flutspenden Ostritz: Konto-Nr. 3400000000, BLZ 85050100 bei Spk. Oberlausitz-Niederschlesien

Silke Hoffmann

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