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Grimma ist 2017 Gastgeber für die Tage Mitteldeutscher Barockmusik

Kultur Grimma ist 2017 Gastgeber für die Tage Mitteldeutscher Barockmusik

Mitteldeutsche Barockmusik soll im Mai 2017 in und um Grimma erklingen. Die Stadt ist vom 20. bis 21. Mai Gastgeber der Tage Mitteldeutscher Barockmusik. Im Göschenhaus und in der Klosterruine von Nimbschen wird es viele Veranstaltungen geben. Unter anderem soll die Kammeroper „Katharina von Bora“ durch die Sächsische Bläserphilharmonie aufgeführt werden.

Das Göschenhaus in Grimma.

Quelle: Andreas Röse

Grimma.
Barockmusik steht im Mai 2017 zwei Tage lang im Fokus der Grimmaer und ihrer Gäste. Die Stadt ist vom 20. bis 21. Mai Gastgeber der Tage Mitteldeutscher Barockmusik. Während des Festivals soll der Grimmaer Notenschatz intoniert werden, sagt Stadtsprecher Sebastian Bachran. Dabei handelt es sich um die Musikaliensammlung der einstigen Grimmaer Fürstenschule, eine von einstmals drei landesherrschaftlichen Bildungseinrichtungen im kurfürstlichen Sachsen.

Grimma ist einer der kleinsten Veranstaltungsorte für das Musikfestival, das es seit dem Jahr 1995 gibt und hinter dem der Verein Mitteldeutsche Barockmusik mit Sitz in Halle steht. So fanden die Tage Mitteldeutscher Barockmusik bereits in Chemnitz, Dresden und Erfurt, aber auch in Eisenach, Altenburg und Weimar statt. In diesem Jahr war Magdeburg Gastgeberstadt. „Der Verein ist auf uns zugekommen“, sagt Bachran und lässt offen, ob dabei auch der Charme der Perle des Muldentals eine Rolle gespielt haben könnte. Nach Angaben des Vereins liegt der „wichtigste konzeptionelle Bezug“ für die Veranstaltung in der Musikaliensammlung der Fürstenschule. Diese umfasst immerhin etwa 1300 Handschriften und stehe exemplarisch für die evangelische Kirchenmusikpraxis in Mitteldeutschland. Die Sammlung sei auch deshalb von Bedeutung, weil sie sich vollständig über 300 Jahre erstrecke. Unter den Stücken befinden sich zudem mehr als 100 Handschriften von Georg Philipp Telemann. Die Sammlung hatte die Sächsische Landesbibliothek Dresden im Jahr 1962 angekauft. Während der Tage Mitteldeutscher Barockmusik werden Leihgaben im Rahmen einer Sonderausstellung in Grimma gezeigt.

Ein Höhepunkt des Festivals ist die Wiederaufführung der Kammeroper „Katharina von Bora“ durch die Sächsische Bläserphilharmonie in der Klosterruine Nimbschen, ein Werk des Komponisten Bert Appermont, das vor sechs Jahren im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt wurde. Geplant ist zudem ein Konzert „Zu Gottes Lobe“ in der Klosterkirche Grimma, bei dem auch Erstaufführungen von Werken aus der Musikaliensammlung der Fürstenschule zu hören sein werden.

Glanzlichter im Rahmenprogramm sind ein Katharinenfrühstück, bei dem an einer üppigen Frühstückstafel mit Musik und Stegreifspiel an die Luther-Gemahlin Katharina von Bora erinnert wird, sowie ein Kantaten-Gottesdienst.

Weil der 21. Mai auch der Internationale Museumstag ist, steht das Leben des Verlegers Georg Joachim Göschen im Mittelpunkt eines Gartenfestes mit Führungen und Museum im Göschen-Haus. Außerdem planen die Festivalmacher eine Ausstellung mit dem Titel „Klangtraum Mitteldeutschland“.

Bei den Tagen Mitteldeutscher Barockmusik geht es nach Angaben des Ausrichter-Vereins darum, die historischen Wurzeln der Musik in Mitteldeutschland sichtbar zu machen. Das Musikfestival findet im Wechsel in den drei mitteldeutschen Bundesländern statt. Im Jahr 2018 ist Merseburg Gastgeber der Veranstaltung.

Der Verein Mitteldeutsche Barockmusik wird von rund 60 Mitgliedern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen getragen. Die Tage der Mitteldeutschen Barockmusik werden gemeinsam von den drei Ländern und der Bundesregierung gefördert.

Von Nikos Natsidis

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