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Grimma Grimma ist Gastgeber für Bekenntnislutheraner aus der ganzen Welt
Region Grimma Grimma ist Gastgeber für Bekenntnislutheraner aus der ganzen Welt
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00:18 29.06.2017
Die Teilnehmer tagen im Gymnasium St. Augustin. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Die Stadt Grimma ist vom 29. Juni bis 2. Juli Gastgeber für Christen aus der ganzen Welt. Die Mitgliedskirchen der Konfessionellen Evangelisch-Lutherischen Konferenz (KELK) kommen an der Mulde zu ihrer 9. Vollversammlung zusammen – und dazu reisen Vertreter aus allen Erdteilen an. Aus Australien, Nord- und Südamerika, Afrika, Asien und natürlich Europa. Die Weltgemeinschaft der sogenannten Bekenntnislutheraner trifft sich aller drei Jahre, 2014 war das peruanischen Lima die Tagungsstadt.

Im 500. Jahr der Reformation wollten die Kirchenvertreter auf jedem Fall im Land Martin Luthers tagen. In Deutschland ist die Evangelisch-Lutherische Freikirche Mitglied in diesem weltweiten Verband. Sie besteht mit ihren vor allen in Sachsen angesiedelten Gemeinden seit 150 Jahren. Deren Mitglieder brachten schließlich Grimma ins Spiel, wo die Johannesgemeinde Nerchau zu Hause ist. Deren einstiger Pfarrer Martin Wilde, inzwischen Präses in Weitenhagen bei Greifswald, steht im KELK-Organisationsteam und wird die Abschlusspredigt in der Klosterkirche halten. Zwar hätte sich im Jubiläumsjahr vor allem Wittenberg angeboten, berichtet Cheforganisator Uwe Klärner. „Aber Sie wissen ja, was dort los ist.“ Klärner, Gesamtschulleiter der Dr.-Martin-Luther-Schule in Zwickau, nennt auch das Gymnasium St. Augustin als Grund für die Wahl des Tagungsortes. Karin Döhler-Richter von der Nerchauer Gemeinde, die vor Ort die KELK-Organisationsfäden in der Hand hält, brachte bei den ersten Überlegungen die traditionsreiche Bildungsstätte ins Spiel. Die Bekenntnislutheraner halten ihre Konferenz in der Aula der Schule ab und schätzen auch einen historischen Bezug. Paul Gerhardt (1607-1676), ein evangelisch-lutherischer Theologe und bedeutender deutschsprachiger Kirchenlieddichter, besuchte die damalige Fürstenschule St. Augustin in Grimma, die als Schmiede des sächsischen Pfarrer- und Beamtennachwuchses galt.

Laut Klärner haben sich 140 Konferenzteilnehmer angemeldet. Insgesamt würden etwa 200 Gäste in Grimma mit seinen „günstigen Gegebenheiten“ erwartet. Aus Amerika, wo die Glaubensgemeinschaft etwa eine halbe Million Anhänger hat, würden etwa 50 Personen anreisen, darunter KELK-Vorsitzender Daniel Koelpin. Die Delegierten hören vier Vorträge und diskutieren über die Inhalte, zudem werde die künftige Arbeit, etwa Missionsprojekte, besprochen, sagt Klärner. Konferenzsprache ist Englisch.

Höhepunkt für die Christen dürfte am 1. Juli der Besuch Wittenbergs sein. Wo der Reformator seinen Thesen anschlug, werden sich die bekennenden Lutheraner mehrere Stunden umschauen können. Nach dem gemeinsamen Abschlussgottesdienst am 2. Juli, der als Höhepunkt gilt, soll noch die Klosterruine in Nimbschen angesteuert werden.

Die Mitgliedskirchen der KELK bekennen sich zur Bibel als dem irrtumslosen Wort Gottes. Entscheidend und hilfreich sind für sie sind Luthers aus der Bibel genommenen Erkenntnisse. Zwischen den Vollversammlungen gibt es jährlich auf den einzelnen Kontinenten Regionalversammlungen.

Von Frank Prenzel

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