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Grimma „Grimma ist eine gute Wahl für die Tage der Mitteldeutschen Barockmusik“
Region Grimma „Grimma ist eine gute Wahl für die Tage der Mitteldeutschen Barockmusik“
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16:11 12.05.2017
Der Schirmherr der 23. Tage Mitteldeutscher Barockmusik in Grimma Michael Feist. Quelle: Foto: Landesdirektion
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Grimma

Ein Festival barocker Musik erlebt Grimma vom 19. bis 21. Mai. Der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM) ist der Veranstalter der Festtage „unMittelBAROCK“ . Die Schirmherrschaft übernahm Michael Feist, ehemaliger Vizepräsidenten der Landesdirektion Sachsen. Er spricht über seine Affinität zur Stadt Grimma, ihrer Geschichte und ihrem Kulturleben.

Wie kamen Sie zur Schirmherrschaft?

Der Oberbürgermeister der Stadt Grimma, Matthias Berger, sprach mich an und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Er selber wollte dies nicht tun, aber mit seinem Team das Fest unterstützen. Er warf in die Waagschale, dass der Verein Mitteldeutsche Barockmusik viele Netzwerker braucht, die kreativ mitwirken und ständig auf Spurensuche sind, um neue Partner zu finden. Zunächst zögerte ich, da es im Musikleben der Region bestimmt berufenere Personen gibt. Doch an meiner Person wurde festgehalten, da meine Verbindungen zu Grimma bekannt waren. Ich erklärte mich schließlich zur Schirmherrschaft bereit, zumal ich das Programm ausgezeichnet finde.

Bevor Sie in den Ruhestand gingen, waren Sie mehr als einmal in Grimma und haben an langfristigen Entwicklungsprojekten mit an der Schraube gedreht...

Michael Feist: Als Vizepräsident der Landesdirektion Sachsen war es meine Aufgabe, mit den Stadtoberhäuptern und anderen Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen und die Entwicklung der Region zu fördern. In Grimma ging es unter anderem um Themen wie Stadtentwicklung, Hochwasserschutz, Wirtschaftsförderung und manche Einzelfragen. Im Muldental kenne ich mich gut aus, da meine Familie väterlicherseits von da stammt und Verwandte hier leben, die ich über viele Jahre regelmäßig besuchte. Meine Urgroßmutter hat 40 Jahre lang am Rathaus in Grimma Gemüse verkauft. Mein Großvater war Lehrer in Hohnstädt, später Lehrer und Kantor in Nemt, mein Vater hat in Wurzen sein Abitur abgelegt.

Sind Sie musikalisch?

Vater und Großvater und auch mein Urgroßvater mütterlicherseits waren musikalisch tätig. Das prägte meine Geschwister und mich. Mein Vater kommt aus der Singbewegung und leitete selber Chöre. Mein Bruder ist Kirchenmusiker, meine Schwester Flötistin und Sängerin sowie Dozentin für Flöte. Ich selbst lernte Klavier und Orgel spielen und sang früher in der Freiburger Heinrich-Schütz-Kantorei. Musik war in meiner Familie zu Hause. Da mein Vater Theologe war, hatten wir schon in unserer Kindheit viel von dem bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter Paul Gerhardt gehört, der die Fürstenschule St. Augustin 1622 bis 1627 besucht hatte. Außerdem habe ich seit Jahren Kontakte zum Thomanerchor in Leipzig. Ich bin ehrenamtlich im Vorstand der Chorherrenstiftung des Thomanerchores und im Vorstand des Vereins Thomaskirche Leipzig Bach 2000 tätig. Die Thomaner waren ja in Grimma auch schon zu Gast. Bei den Bombenangriffen der Alliierten auf Leipzig am 4. Dezember 1943 wurde das Alumnat des Thomanerchores in der Hillerstraße stark beschädigt. Bereits am 5. Dezember 1943 bezog deshalb der Chor das Ausweichquartier, die Fürstenschule zu Grimma - letztlich für 18 Monate

Damit ist Ihnen Kirchenmusik nicht fremd. Das Festkonzert und auch der Kantatengottesdienst werden vorwiegend geistliche Konzerte sein. Werden Sie dabei sein?

Das habe ich mir vorgenommen. Auch die Sonderausstellung „Wie der Hirsch schreyet nach frischem Wasser“ werde ich mir ansehen. Es ist schön, dass die Kantate von Johann Schelle beim Festkonzert am Sonnabend, den 20. Mai, in der Frauenkirche Grimma erklingt. Das rundet die Ausstellung ab.

Damit gehen auch Sie auf Spurensuche der Zeugnisse der lebendigen Kirchenmusikpflege Mitteldeutschland im 17. und 18. Jahrhunderts....

Dem Kantor der Fürstenschule und Komponisten Samuel Jacobi ist es schließlich zu verdanken, dass es heute noch eine der bedeutendsten Sammlungen der barocken Kirchenmusik gibt, die Jacobi-Sammlung. Somit ist Grimma eine gute Wahl für die Tage der Mitteldeutschen Barockmusik.

Von Cornelia Braun

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