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Grimma nach dem Hochwasser: Neuer Betreiber für Göschen-Apotheke

Grimma nach dem Hochwasser: Neuer Betreiber für Göschen-Apotheke

Im Moment sind die Handwerker dabei, den Schaden am Gebäude des Ärztehauses in der Grimmaer Altstadt zu sanieren. "Aber die Trocknung ist bereits abgeschlossen", sagt Wegner.

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Baut auf Tradition: Ines Weg hat den Schlussstein erhalten, der an das Privileg der Stadt-Apotheke am Wurzener Markt erinnert.

Quelle: Klaus Peschel

In diesen Tagen käme ein neuer Estrich in das Erdgeschoss. Wenn dieser belastbar sei, würde geputzt und gemalert. "Ich freu mich auf die neue Herausforderung", so die Apothekerin, die seit Mitte der 90-er Jahre die Stadt-Apotheke in Wurzen führt.

Die Ereignisse dieses Sommer haben Wegner inspiriert, noch einmal neue Wege zu gehen. Bislang ausschließlich auf Wurzen fokussiert, hat sie das Schicksal der beliebten Göschen-Apotheke, vor allem aber das der Mitarbeiter, in der Seele berührt. "Nach der Schließung haben die Frauen teilweise nur befristete Jobs gefunden", so Wegner. Nach ihrer Entscheidung, die Tür der Apotheke wieder aufzuschließen, würden sie jetzt darauf brennen, den Neuanfang nach dem Hochwasser mitzugestalten. "Das sind sehr erfahrene Fachkräfte", ist Wegner überzeugt. Sie hätte keinen Moment gezögert, sie zu übernehmen.

Wegner gilt als Profi in der Branche. Die diplomierte Pharmazeutin ist seit der Wende selbstständig und hat sich als Unternehmerin in Wurzen und Trebsen ausprobiert, bis sie von der Treuhand die alteingesessene Stadt-Apotheke am Wurzener Markt übernehmen konnte. Ein Schlussstein mit der Jahreszahl 1552 erinnert heute noch an den Bau des Hauses in der Domgasse, der mit dem Privileg als Apotheke eng verbunden ist. "Es gibt viele Parallelen zwischen den Geschäften in Grimma und Wurzen", so Wegner weiter. Das sei nicht nur die Lage am Markt. "Es ist auch der gute Ruf, den beide Apotheken genießen", ist die blonde Frau in dem weißen Kittel überzeugt. Daran werde sie unter neuem Namen anknüpfen. "Der Göschen im Namenszug war Privileg der Vorgängerin", erklärt die Unternehmerin.

Die Expansion in die benachbarten Muldestadt hat sich Wegner dennoch gut überlegt. "Grimma braucht diese Apotheke", sagt sie. Die Gefahr durch die Mulde, die Just zur Kapitulation zwingt, schreckt Wegner weniger. "Ein Hochwasser kann es immer wieder geben", so die Apothekerin. Das habe sie bei der Investition - rund 250 000 Euro - berücksichtigt. Die Einrichtung basiere auf einem flexiblen System und könne im Ernstfall schnell demontiert werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2013

Schöppenthau, Birgit

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