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Grimma Grimma ortet brach liegendes Bauland
Region Grimma Grimma ortet brach liegendes Bauland
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00:22 10.04.2018
Bauplätze in Grimma - wie hier in Großbardau - werden rar. Quelle: Frank Prenzel
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Grimma

Fast täglich wählt eine bauwillige Familie die Telefonnummer von Holger Krüger. Pro Jahr verzeichnet der Sachgebietsleiter Gebäude- und Liegenschaften im Grimmaer Stadthaus etwa 300 Anfragen. Die Nachfrage nach Bauland in der Muldestadt und ihren Dörfern sei seit 2012/13 ungebrochen, weiß er zu berichten. Vor allem junge Leute zwischen 20 und 35 wenden sich Krügers Worten zufolge an die Kommune, um ein passenden Grundstück fürs eigene Haus zu finden. Die Zinsflaute befeuert das Interesse.

Infrastruktur und Muldelandschaft punktet bei Häuselbauern

Grimma ist offenbar begehrt für Häuslebauer. Die Muldestadt profitiert nicht nur von den explodierenden Grundstückspreisen in Leipzig, sondern punktet mit einer intakten Infrastruktur und lieblicher Landschaft. Dank Bahn und A 14 sind die Großstädte schnell erreichbar, Kitas, Schulen und Freizeit-Angebote lassen kaum Wünsche offen.

Die Kommune selbst verkaufte im vorigen Jahr 35 Grundstücke und konnte damit reichlich zehn Prozent der jährlich Bauwilligen ihren Traum ein Stück näher bringen. Das sei ein normaler Wert, meint Krüger. Doch die Stadt kann sich die Grundstücke nicht aus den Rippen schneiden. Die zwei großen kommunalen Eigenheimstandorte in der Beiersdorfer Straße in Grimma und in Großbardau haben sich erschöpft, und das geplante Gebiet auf dem Rappenberg braucht noch seine Zeit. Mitte März standen gerade mal zehn kommunale Grundstücke zur Vermarktung. Deshalb baut die Stadt auch auf private Bauinitiativen wie in Hohnstädt und Nerchau und sucht inzwischen den Schulterschluss mit Grundstücksbesitzern, um Baulücken zu erschließen.

Ortschaftsräte bei Entwicklung der Kommune im Boot

Der erste Vorstoß, im ländlichen Raum brach liegendes Bauland für potenzielle Häuslebauer aufzutun, zeigte aber ein eher bescheidenes Ergebnis. Etwa 20 Grundstücke landeten im Pool, weiß Krüger zu berichten. „Wir dachten, nach dem Aufruf läuft noch mehr.“ Doch nun soll steter Tropfen den Stein höhlen und die Bevölkerung immer wieder aufgefordert werden, mögliche Bauflächen zu melden und zu veräußern. „In einem zweiten Schritt haben wir auch die Ortschaftsräte ins Boot genommen“, erläutert der Sachgebietsleiter zur Initiative. Die Mitglieder sollen Verkaufsinteressenten orten und rasch frei werdende Immobilien melden. Generell helfe die Stadt gern zu Fragen der Bebaubarkeit und des Bodenrichtwertes.

Letztlich geht es der Stadt darum, möglichst vielen Bauwünschen gerecht zu werden und so Familien nach Grimma zu ziehen. Immerhin kommen laut Krüger etwa 60 Prozent der Anfragen von Menschen, die außerhalb der Stadtgrenze leben. Ruhige, grüne Südlage mit Kita, Schule und Supermarkt in der Nähe? Oft genug passen die Vorstellungen der Bauwilligen mit den vorhanden Grundstücken aber nicht zusammen. „Jeder bringt seine eigenen Vorstellungen mit“, weiß Krüger. „Schließlich bauen die meisten nur einmal im Leben.“ Der Bedarf nach Bauplätzen könne auch deshalb nicht befriedigt werden. Doch die Stadt möchte die Schere etwas schließen – auch mithilfe privater Grundstücke.

Dritte Auflage regionaler Immobilienmesse

Feedback erhoffen sich die Grundstücksverwalter der Kommune auch auf der Immobilienmesse, deren dritte Auflage am 28. April von 9 bis 14 Uhr im Grimmaer Rathaus über die Bühne geht. Privatpersonen sind explizit aufgerufen, hier ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung anzubieten. Darüber hinaus stünden die Themen Bauen, Wohnen, Grundstückskauf, Modernisierung, Finanzierung und energetische Optimierung im Fokus der Messe, informiert Rathaussprecher Sebastian Bachran. Veranstalter ist die Stadt Grimma.

Von Frank Prenzel

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