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Grimma schultert Weihnachtsmarkt dieses Jahr allein

Getrennte Wege Grimma schultert Weihnachtsmarkt dieses Jahr allein

Die Stadt Grimma wird ihren Weihnachtsmarkt erstmals allein schultern. Seit dem Sommer laufen unter Federführung von Frank Schütz und Natalie Rieche vom städtischen Kulturbetrieb die Vorbereitungen für den beliebten Markt, der ab Sonnabend 16 Tage zum Kaufen, Schlemmen und Verweilen einlädt. Die Stadt und der bisherige Betreiber gehen getrennte Wege im Advent.

Heimelige Atmosphäre am Fuße des Rathauses: Grimmas Weihnachtsmarkt.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Die Stadt Grimma wird ihren Weihnachtsmarkt in diesem Jahr erstmals allein schultern. Seit dem Sommer laufen unter Federführung von Frank Schütz und Natalie Rieche vom städtischen Kulturbetrieb die Vorbereitungen für den beliebten Markt, der ab Sonnabend 16 Tage zum Kaufen, Schlemmen und Verweilen einlädt. In den letzten drei, vier Jahren hatte der Brauchtum- und Traditionspflegeverein von Utz Leischnig vertraglich geregelt den Hut auf. Seine Truppe kümmert sich auch um den Wurzener Weihnachtsmarkt, weshalb man im Grimmaer Rathaus bei der seinerzeitigen Entscheidung auf Synergieeffekte baute.

Doch nun trennen sich die Wege im Advent. Zwar habe die kulturelle Ausschmückung des Weihnachtsmarktes nach und nach immer mehr in städtischer Hand gelegen, „wir hatten aber keinen Einfluss auf die Händler“, sagt Schütz. Offenbar der Knackpunkt fürs Rathaus. „Uns gefiel die Auswahl nicht, es gab auch Beschwerden von Besuchern des Marktes“, erläutert Schütz. So hätten im Vorjahr gleich drei polnische Händler ihre Lebensmittel feilgeboten, das sei nicht attraktiv. „Der Weihnachtsmarkt lebt von der Atmosphäre, da gehören auch die richtigen Waren dazu“, sagt Schütz. Beim Frischemarkt, der seit März einmal monatlich in der Klosterkirche die Leute anlockte, habe die Stadt zudem Erfahrungen mit der Organisation von Händlern gesammelt. Das sei mit ein Ausschlag gebender Punkt gewesen, auch wenn es personelle Kräfte binde.

Allerdings war es kein Zuckerschlecken, Bewegung in die Reihen der Verkaufsbuden zu bekommen. „Mit viel Überredungskunst haben wir versucht, Händler nach Grimma zu locken“, merkt Schütz an. Etwa ein Drittel der Verkäufer sei neu auf dem Weihnachtsmarkt im Herzen der Muldestadt. Originale Figuren aus dem Erzgebirge, Geschenkartikel, Baumschmuck, Schwibbbögen und Herrnhuter Sterne – „es ist jetzt ein breiteres Sortiment“. Laut Schütz wären noch mehr Händler und Schausteller nach Grimma gekommen, „wenn wir denen Personal besorgt hätten“. Alles in allem vereint der Markt in diesem Jahr 29 Verkäufer, darunter 14 Gastronomen. Hinzu kommen die Kunsthandwerker, die an den Wochenenden im Foyer des Rathauses ihre Waren feilbieten.

Utz Leischnig, dem wie gewohnt der Wochen- und der Sachsenmarkt am Fuße des Grimmaer Rathauses obliegen, bedauert das Aufkündigen der gemeinsamen Arbeit im Advent – und kann die Kritik nicht nachvollziehen. Ihm sei es wichtig gewesen, dass das Sortiment innerhalb der 16 Tage wechselt, damit die Besucher des Weihnachtsmarktes in so einer kleinen Stadt immer wieder neue Angebote finden. „Das hat ganz gut funktioniert.“ Auch die Spezialitäten der polnischen Händler seien gut angekommen. Mit seinem Konzept habe er unterm Strich mehr Händler auf dem Markt gehabt als jetzt.

Einig ist sich Leischnig mit der Stadt in einem Punkt: „Mit so einem Markt kann man kein Geld verdienen.“ Auch Schütz spricht von einem „Zuschussgeschäft“. Die Stadt hat neben den Standeinnahmen im Etat 9000 Euro für den Markt veranschlagt. „Wir müssen ganz schön zirkulieren, um so ein hochwertiges Programm zustande zu bekommen“, sagt Schütz. Für ihn ist das aber gut angelegtes Geld: „Wir wollen den Grimmaern und ihren Gästen ja etwas bieten“, und der Markt sei auch ein Stück Wirtschaftsförderung.

Auf der Bühne ist jeden Tag was los

Wenn am Sonnabend die Abenddämmerung dem nächtlichem Lichterglanz weicht, schlägt die Eröffnungsstunde des diesjähriges Weihnachtsmarktes in Grimma. Um 17 Uhr wird Rathauschef Matthias Berger mit dem Weihachtsmann die Besucher offiziell begrüßen, und im Anschluss gibt es in der Hütte des bärtigen Alten eine kleine Überraschung. Der diesjährige Weihnachtsmarkt öffnet bis zum 11. Dezember an den Wochenendtagen von 13 bis 20 Uhr und von Montag bis Freitag jeweils 11 bis 19 Uhr. Bei Bedarf schenken die Gastronomen ihren Glühwein aber länger aus, und an den beiden Freitagen laden sie ab 19 Uhr zur Glühweinparty unterm Lichterbaum ein.

„Die Bühne wird jeden Tag bespielt“, sagt Frank Schütz vom städtischen Kulturbetrieb. Das Programm sei auf Familien zugeschnitten – „vom Clown über Bauchredner und Puppenspieler bis hin zu Artistik und Gesang ist alles dabei“. Zudem wird jeden Tag um 16.30 Uhr eine Seite des literarischen Adventskalender aufgeschlagen. An diesem Sonntag wird um 15 Uhr auch ein Krippenspiel aufgeführt. Sein Titel: Der Engel mit dem Stoppelbart.

Einen völlig neuen Akzent bildet die Stollenprämierung am 4. Dezember, 15.30 Uhr. Dann werden Dschungelkönigin Melanie Müller, Koch Christian Güttich und der Oberbürgermeister den besten Stollen der Stadt Grimma küren. Im Anschluss kann das schmackhafte Backwerk gekostet werden. Ein Stück und eine Tasse Kaffee kosten 1,50 Euro – das Geld kommt der Kita „Sprungbrett“ für ein neues Klettergerät zugute.

An den Sonnabenden 26. November und 3. Dezember geht es am Abend rockig zu. Dann stehen The Romjaks aus Grimma und b.o.r.n.4 aus Wurzen auf der Bühne. Ein weiterer Höhepunkt sei das Weihnachtskonzert der Chöre des St.-Augustin-Gymnasiums am 3. Dezember um 16 Uhr, macht Schütz neugierig.

Auch der Rathaussaal ist in den kulturelle Reigen eingebunden. Am 4. Dezember gibt es dort zum Beispiel um 15 Uhr ein Benefizkonzert des Bläserquintetts der Sächsischen Bläserphilharmonie zugunsten des Grimmer Nepalmed-Vereins. Und am Nikolaustag können sich dort Familien von 16.30 bis 18.30 Uhr mit dem Weihachtsmann ablichten lassen. Das Fotoshooting mit dem Bärtigen kostet fünf Euro pro Bild.

Das Programmheft des Marktes steht unter www.grimma.de zum Download zur Verfügung.

Von Frank Prenzel

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