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Grimma stemmt sich auf dem Nicolaiplatz gegen Extremismus

Demonstration Grimma stemmt sich auf dem Nicolaiplatz gegen Extremismus

Etwa 50 bis 60 zumeist junge Menschen, Anhänger der Pegida- und Legida-Bewegung, haben Freitagabend in Grimma demonstriert. Zugleich meldete Stadtrat Tobias Burdukat eine Gegenkundgebung an, um „ein deutliches Zeichen gegen die angebliche Bürgerbewegung Grimma“ zu setzen.

Nur mit Polizeigeleit: Die Pegida- und Legida-Anhänger der „Bürgerbewegung Grimma“ bei ihrem Spaziergang durch die Altstadt.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. „Wir lassen uns von Fremden nicht die Stadt braun anmalen oder braun reden“, wetterte Grimmas Oberbergermeister Matthias Berger (parteilos) gegen eine Demonstration, die von Anhängern der Pegida- und Legidabewegung offiziell als „Bürgerbewegung Grimma“ kurz vor Ostern angemeldet und am Freitag in den Abendstunden auf dem Markt durchgeführt wurde. Etwa 50 bis 60 zumeist junge Menschen versammelten sich vor dem Rathaus, um sich für einen ebenso genehmigten „Spaziergang“ durch die Altstadt zu formieren. Einzelne Legida-Anhänger in Zweier- und Dreiergruppen hielten sich teils augenscheinlich alkoholisiert in Nebengassen und -straßen auf und wurden teils polizeilichen Personenkontrolle unterzogen. Die Marschroute der „Bürgerbewegung“ führte auch über den Nicolaiplatz.

Dort hatte Stadtrat Tobias Burdukat (Bürger für Grimma) gleichfalls eine Kundgebung demokratischer Kräfte angemeldet und organisiert. „Wir wollen und müssen sowohl vom Stadtrat als auch von der Zivilgesellschaft aus ein deutliches Zeichen setzen gegen die angebliche Bürgerbewegung Grimma, jene rechtsorientierte Gruppierung, der, wie wir feststellen mussten, so gut wie keine Grimmaer Bürger angehören. Stattdessen haben die Hetzredner aus ganz Deutschland rangekarrt“, sagte Burdukat mit spürbarer Wut im Bauch. Von „Weltoffenheit und Toleranz“ sprach Stadtrat Malte Martin (CDU) vor den etwa 120 Gegendemonstranten und erinnerte daran, „bisher erfolgreich all denen widerstanden zu haben, die schon einmal versucht haben mit rassistischen Auffassungen und Gedanken hier Fuß zu fassen. Das ist eine Minderheit, und diese Minderheit hat nicht das Recht zu rufen wir sind das Volk. Das Volk sind wir, die demokratische Mehrheit.“ Die Staatsministerin für Integration und Gleichstellung, Petra Köpping (SPD), lobte die Grimmaer, „dass Sie hier und heute Gesicht zeigen. Aber ganz ehrlich, ich hätte mir noch mehr Menschen gewünscht, die zeigen, dass hier kein Platz ist für Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsradikalismus. Deshalb muss das ein Anfang sein.“

Diese sogenannte „Bürgerbewegung Grimma“ sei erst letzten Sommer entstanden, „als Legida in die umliegenden Ortschaften zog, um dort Menschen zu fischen“, konstatierte Jonathan Heidecker in seiner Rede. Und jedes Mal, stellte der Grimmaer Gymnasiast weiter fest, sei Markus Johnke, der damalige „Macher von Legida“ als Redner aufgetreten. Auch am Freitag war er auf dem Markt in Grimma präsent. „Diese Bürgerbewegung ist also als regionale Nachgeburt dieses Leipziger Ablegers des Dresdener Bürgerzorns zu betrachten“, sprach der Augustiner deutliche Worte. Und wenn sich Mobs wie in Heidenau oder Clausnitz zusammenrotten konnten, sei das nicht einfach so geschehen. „Sondern, weil Menschen wie Markus Johnke und Konsorten Ängste und Verunsicherung aufgreifen, schüren, ja sogar anfachen“, legte der 19-Jährige mit deutlichen Worten nach.

Lautstark ist es dann geworden, als der besagte „Spaziergang“ unter Geleit der Polizei den Nicolaiplatz passiert und deren Mitläufer dabei ihre schon bekannten Parolen skandierten. Eine hohe Polizeipräsenz stellte sicher, dass es auf beiden Seiten friedlich ablief.

Von Frank Schmidt

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