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Grimma wartet auf Signal für Abriss

Grimma wartet auf Signal für Abriss

"Am alten Standort gab es weder für die Mitarbeiter noch für die Produktion eine Zukunft", sagte Stephan Schröter, Gesellschafter der Golzern Holding.

Das während des Hochwassers 2013 schwer getroffene Unternehmen investiert rund sechs Millionen Euro in den Neubau. Ein Viertel davon stellt das Land Sachsen als Investitionszulage bereit.

Eine kupferne Zeitkapsel, die ins Fundament der neuen Fabrik eingelassen wurde, soll späteren Generationen einmal Aufschluss geben über die Zäsur in der über 150 Jahre umfassenden Unternehmensgeschichte. "Wir legen heute den Grundstein für eine sichere Basis", so Schröter. Denn bereits 2002, als vier Standorte von der Jahrhundertflut betroffen waren, hat der Firmeninhaber einen zweistelligen Millionenschaden erlitten. Im Sommer 2013 stand die Mulde am Standort Golzern erneut bis zu zwei Meter hoch in Werk- und Lagerhallen und hinterließ neben Treibgut zerstörte Maschinen und verzweifelte Menschen. Die Produktion stand für mehrere Monate still. Der gesamten Belegschaft, insgesamt über 60 Menschen aus der Region, wurde gekündigt.

In schwierigen Verhandlungen konnte die Kommune das vermeintliche Aus für den Traditionsstandort der Papierverarbeitung an der Mulde abwenden. Über einen Flächentausch erwarb die Golzern Holding ein drei Hektar großes Areal im Gewerbegebiet Mutzschen. Die Stadt Grimma übernahm das direkt am Muldeufer gelegene zehn Hektar umfassende Betriebsgelände in Golzern inklusive der alten Hallen. "Hydraulische Gutachten haben ergeben, dass diese Bebauung die Mulde verengt wie ein Flaschenhals", begründete Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) den Schritt. Mit dem Erwerb sollten die Weichen für den Abriss gestellt werden. Während Schröter fest mit der Einweihung der neuen Fabrik im November rechnet, ist für die Stadt Grimma der Ausgang des Deals noch offen. Denn der Kampf um den Abriss der alten Gebäude dauert seit Monaten an. Auf Drängen der Denkmalschutzbehörde des Leipziger Landkreises muss die Stadt den Nachweis führen, dass der Hochwasserschutz denkmalschützerische Belange überlagert. Mit einem Gutachten wurde der im Leipziger Denkmalschutz tätige Wolfgang Hocquel beauftragt. "Es ist traurig, dass wir dafür Geld in die Hand nehmen müssen", so Berger.

Trotz der Millionenschäden am angestammten Firmensitz in Golzern konnte dort die Produktion Ende 2013 zum Teil wieder aufgenommen werden. Den Angaben von Geschäftsführer Martin Röhrenbeck zufolge sind bereits 40 ehemalige Mitarbeiter erneut im Boot. "Wir versuchen, die alte Mannschaft wieder zusammenzuführen", sagte er. Am neuen Standort sollen künftig 60 Mitarbeiter rund 30 000 Tonnen Papier verarbeiten. Auch Expansionspläne für die Fabrik, die 130 Jahre lang Druck- und Spezialpapiere herstellte und seit 1992 Papier in Formate schneidet sowie konfektioniert, sind eine Option. Erweiterungsmöglichkeiten bietet der neue Standort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2014
Schöppenthau, Birgit

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