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Grimma Grimma will Zirkus Saloni mit Promi-Gala helfen
Region Grimma Grimma will Zirkus Saloni mit Promi-Gala helfen
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05:00 17.12.2009
Grimma

ochen. Wie berichtet konnten er, seine Frau, die fünf Töchter und die Enkelin nicht wie geplant von Grimma aus weiterziehen, weil der nur geliehene Lastwagen abgeholt wurde. Köllners hatten die Raten nicht bezahlen können.

Gemeinsam, so die Idee, könnten Grimmaer Prominente und Vereine dem Zirkus nun wenigstens zweimal ein prall mit Besuchern gefülltes Zelt bescheren. Bei einer Grimmaer Nacht der Prominenten könnten sowohl bekannte Persönlichkeiten als auch Kinder in Artistenrollen schlüpfen, zusätzlich könnten Vereine eigene Darbietungen im Zirkuszelt zeigen. Wenn die Idee aufgeht, könnte die Show für die Köllners einen guten Teil des Geldes einspielen, das sie brauchen, um eine gebrauchte Zugmaschine für ihre Zirkuswagen zu kaufen. Martina Köllner findet die Idee jedenfalls super und freut sich schon darauf, mit Promis und Kindern zu trainieren. Die Runde beim Oberbürgermeister war sich einig, dass die Grimmaer Nacht der Prominenten etwa Anfang März stattfinden könnte.

Das bedeutet auch, dass die Zirkusfamilie wenigstens bis dahin in Grimma bleiben muss. Und hier geht es für sie um die reine Existenz. „Meine Frau hat jetzt kein Geld mehr zum Einkaufen“, gab Roberto Köllner im Stadthaus preis. Zwar helfen immer wieder Menschen mit Futter für die Tiere und auch mit Lebensmitteln, doch von ihrem eigentlichen Geschäft können sie derzeit nicht leben. Roberto Köllner, sagt, er habe bei etwa 30 Firmen versucht, Karten für eine Weihnachtsvorstellung zu verkaufen. Drei wäre er losgeworden. Zu wenig, um überhaupt das Zelt heizen zu können. Ein wenig Erfolg hatte die Suche nach Auftrittsmöglichkeiten. Zweimal können Köllners ihre Show im Gasthaus „Zum Göschen“ in Hohnstädt zeigen, für ein mögliches weiteres Engagement erwartete Martina Köllner gestern einen Rückruf. Weil die Not groß ist, werden Köllners jetzt wahrscheinlich Hartz IV beantragen, obwohl sie sich dagegen eigentlich sträuben.

Einmal erst mussten sie diesen Schritt gehen, damals in Bad Nenndorf, als es schon einmal nicht weiterging, weil sie keinen Lastwagen mehr hatten. Was dann passierte, erzählt Roberto Köllner im Stadthaus: Er und seine Frau seien damals fast so weit gewesen, die mehrere Generationen alte Familientradition aufzugeben und sich eine Wohnung zu nehmen. Doch seine Töchter hätten damals gesagt: „Papa, wir sind doch Zirkuskinder.“ Und unter Tränen fügt der kräftige Zirkusdirektor hinzu, was wohl für die ganze Familie gilt: „Das ist doch unser Leben.“

André Neumann

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