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Grimma Grimma zahlt für Altlast am Broner Ring
Region Grimma Grimma zahlt für Altlast am Broner Ring
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00:25 15.09.2018
Die ESA Grimma – hier ein Foto vom Hauptwerk Grimma auf dem ehemaligen Kasernengelände der Sowjetarmee. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Eine am Broner Ring in Grimma lagernde Altlast verschwindet demnächst. Zumindest in Teilen. Es handelt sich um kontaminiertes Erdreich, das bei Bauten der ESA Elektroschaltanlagen Grimma als Aushub anfiel. Nach einer ersten Ausschreibung hatte die Stadt auf eine Vergabe verzichtet, „weil der Preis weit über den geschätzten Wert lag“, informierte Hochbauamtsleiterin Ute Hoppe im Technischen Ausschuss.

Grimma findet bei Deponiebetreiber besseren Preis

Deshalb habe sich die Verwaltung gleich an Deponiebetreiber statt an Entsorgungsfirmen gewandt. Das bringe einen besseren Preis. Für fast 150 000 Euro wird nun die WEV GmbH Großpösna beauftragt, die kritischen Erdmassen nach den gesetzlichen Vorgaben zu entsorgen. Die Ausschussmitglieder gaben einmütig grünes Licht.

Im Jahr 2003 hatte Grimma mehrere Flurstücke des ehemaligen Kasernengeländes der Sowjetarmee an die ESA verkauft. Elf Jahre später einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich, wonach die Kommune als Veräußerer die Entsorgungskosten kontaminierter Böden des Grundstückes zu tragen habe. Bei der späteren Erweiterung 2016 war die Stadt seit Beginn der Bodenarbeiten mit Ingenieurpersonal vor Ort.

Vertrag sieht Kommune in der Pflicht

Beim ersten Mal sei es nicht so glücklich gelaufen, erinnerte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) im Ausschuss an den Werdegang. „Beim zweiten Mal waren wir von Anfang an dabei und versuchten, es kritisch zu hinterleuchten.“ Die jetzige Verfahrensweise entspreche dem, was die Väter des Vertrages damals wollten, sagte Berger und betonte: „Das ist echte Wirtschaftsförderung, die wir betreiben.“ Die Stadt habe das Risiko der Dekontamination der Flächen zu sich genommen und zahle nun dafür. „Das Russengelände ist ja nicht ganz ohne“, so der Rathauschef.

Der etwa 20 Jahre alte Vertrag habe sich auf die bislang veräußerten Grundstücksabschnitte bezogen. „Da sind wir jetzt durch“, sagte Berger. Grimma könne stolz sein auf die Entwicklung der ESA. Wenn sich das Unternehmen am Broner Ring jetzt wieder erweitern und weitere Flächen erwerben wolle, könne das aber nicht zu alten Konditionen geschehen. „Es kann nicht sein, dass die Risiken nur bei uns liegen“, so Berger. Zu entscheiden habe das aber der Stadtrat.

Erdreich wird jetzt nochmals untersucht

Laut Amtsleiterin Hoppe lagern am Broner Ring drei Haufen auf Folie. Im jetzigen Fall gehe es um den größeren eingezäunten Bereich. Vor der jetzigen Ausschreibung „haben wir noch einmal eine komplette Analyse machen lassen“.

Von Frank Prenzel

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