Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimmaer Arzt engagiert sich als Vereinsvorsitzender von Nepalmed
Region Grimma Grimmaer Arzt engagiert sich als Vereinsvorsitzender von Nepalmed
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 21.07.2010
Anzeige

instudenten Arne Drews gegründet. Seitdem hat er rund 300 Gleichgesinnte in ganz Europa für den Verein, dessen Vorsitzender er ist, gewonnen. Die LVZ sprach mit dem mittlerweile promovierten und in Grimma praktizierenden Arzt.

Frage: Was waren damals die ersten Aktivitäten des Vereins?

Arne Drews: Begonnen haben wir mit der Vermittlung von Medizinstudenten zu Praktika im Kathmandu Model Hospital. Mittlerweile konnten wir dadurch mehr als 250 Studenten den Einblick in die Medizinversorgung in der Mangelwirtschaft ermöglichen. Neben diesem Hospital haben wir auch vereinzelte Praktikumsplätze in ländlichen Gebieten gewonnen, wo die Zustände noch verschärfter sind. Das staatliche Gesundheitswesen in Nepal ist nur dürftig entwickelt und erreicht vor allem nur die Großstädte mit etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Daran hat sich leider in den zehn Jahren nicht viel verändert.

Welche Hilfe gab der Verein Nepal med außer den Praktika in den zehn Jahren, um das Gesundheitswesen des Landes zu entwickeln?

Arne Drews: Die finanzielle Unterstützung für die Krankenhäuser ist hoch. Bis zum vorigen Jahr konnten wir über 250000 Euro in bar nach Nepal transferieren. Angesichts des dortigen niedrigen Preisniveaus entspricht das einer Kaufkraft von etwa

1,8 Millionen Euro. Und jeder Euro kommt tatsächlich dort an, wo wir und unsere nepalischen Partner ihn haben wollen. Das Geld wird von unseren Einsatzkräften mitgenommen und direkt vor Ort übergeben, damit kein Spenden-Euro in die Taschen eines Beamten wandert. Dabei sind übrigens die enormen Sachspenden, Medizintechnik oder auch unsere ehrenamtliche Arbeitszeit, das Geld für Vortragsreisen oder die unzähligen Telefonate und E-Mails noch nicht eingerechnet.

In den vergangenen Jahren war im Zusammenhang mit Nepalmed vorrangig auch vom Amppipal Hospital in der entlegenen Bergregion des Distrikts Gorkha die Rede. Gibt dort der Verein besondere Unterstützung?

Arne Drews: Ja, seit 2003 ist das unser hauptsächlicher Partner. Der Einzugsbereich dieses Krankenhauses umfasst rund 150000 Menschen, die einen bis drei Tagesmärsche entfernt leben. Mit großartigem Engagement versorgt unser ehrenamtlicher Arzt vor Ort, Wolfhard Starke, seit sieben Jahren mit dem nepalischen Personal täglich zwischen 50 und 100 Menschen, von der Ambulanz bis hin zum OP und auf Station.

Dieses Krankenhaus wurde durch Nepalmed-Spenden modernisiert?

Arne Drews: Ja, es gab wichtige und nötige bauliche Veränderungen. Neben dem Bau einer Feldstraße 2005 zur Anbindung des Krankenhauses an das zwei Kilometer entfernte Dorf organisierten wir die Sanierung der Dächer, der Toiletten, der Umkleideräume des Wachpersonals, der Wäscherei, des Gästehauses und den Ersatz der verschlissenen Instrumente und Geräte. Im vorigen Jahr entstand ein nötiges Mehrzweckgebäude, und mit Geldern der deutschen Botschaft wurde endlich ein hygienisch einwandfreies Patientenbad gebaut. Zur Zeit beginnt der Umbau des Hauptgebäudes, damit neben dem OP-Saal eine kleine Wachstation eingerichtet werden kann. Für das Mehrzweckgebäude benötigen wir übrigens dringend neue Möbel und moderne Bürokommunikationsmittel, um die veralteten Computer, Telefone und anderes ersetzen zu können.

Sie und die Vereinsmitglieder informieren sich regelmäßig vor Ort über die Fortschritte?

Arne Drews: Es gibt geführte Mitgliederreisen nach Nepal, die ich in diesem Jahr zum dritten Mal durchführen werde. Die Resonanz ist so groß, dass wir jedes Jahr mit mehr als 40 Interessierten nach Nepal reisen. Dabei ist übrigens auch immer meine ganze Familie. Meine drei Kinder werden in den Oktoberferien mit uns zum dritten Mal nach Nepal fliegen und wachsen so selbstverständlich mit ehrenamtlicher Arbeit und Kontakt zu Armut und fremden Kulturen auf.

Interview: Silke Hoffmann

@ www.nepalmed.de

 

Silke Hoffmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Pomßen. „Es war eine ereignisreiche Zeit. Wir waren im richtigen Moment am richtigen Ort." das sagt Pomßens Pfarrer Michael Günz.

21.07.2010

Die Hitze macht dem Grimmaer Krankenhaus zu schaffen.30 Grad Celsius auf den Zimmern liegen. Die Geschäftsführung kennt das Problem. Sieht aber keine Lösung.Irgendwie konnte Gerlinde Lipfert es nicht glauben, was sie Ende vergangener Woche im Grimmaer Krankenhaus erlebte.

20.07.2010

Grimma/Großbardau. Was noch im Februar von der Firma Kirchner Solar Group im Rathaussaal der Öffentlichkeit als Vision vorgestellt wurde, ist nun Realität.

20.07.2010
Anzeige