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Grimmaer Awo-Werkstatt: Zulieferer für 180 Kunden in Mitteldeutschland

Grimmaer Awo-Werkstatt: Zulieferer für 180 Kunden in Mitteldeutschland

Beim gestrigen Tag der offenen Tür gestatteten die Mitarbeiter der Grimmaer Einrichtung einen Blick hinter die Kulissen. "Es geht um Transparenz", sagte Arbeitsvorbereiter Heiko Lehniger.

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In Regie der Awo: Aus dem Fundus des Kostümverleihs kann Susann Werner Verkleidungen für jeden Anlass heraussuchen.

Quelle: Andreas Röse

Außerdem wolle der Wohlfahrtsverband aufräumen mit dem Vorurteil, die Arbeit der Behinderten sei Spielerei. "Unsere Produkte müssen die Qualitätsvorgaben unserer Kunden erfüllen", so Lehniger.

Wie in einem Wirtschaftsunternehmen hatte sich die Belegschaft auf den Gästeansturm vorbereitet. Bereits an der Einfahrt zum Gelände am Hengstberg warteten Mitarbeiter, um die Gäste zu begrüßen. Im 20-Minuten-Takt wurden kleine Gruppen durch das Gelände geführt, auf dem seit 2002 die Werkstätten angesiedelt sind und Anbauten im vorigen Jahr zur Expansion beitrugen. Lehniger spricht von einer guten Auftragslage. "Wir sind in der komfortablen Situation, dass wir uns heute die Aufträge aussuchen können", sagte er. Es habe aber auch Zeiten gegeben, in denen jeder Auftrag angenommen werden musste, um die Mitarbeiter in den Werkstätten mit Arbeit zu versorgen. Heute fertigt die Einrichtung für 180 Kunden in Mitteldeutschland. "Sie schätzen unsere Zuverlässigkeit", sagte der Arbeitsvorbereiter. Im Wettbewerb mit Billig-anbietern aus Osteuropa hätten sich die Grimmaer Werkstätten durch die Einhaltung von Lieferterminen und Qualitätsanforderungen einen Namen gemacht.

Wie professionell in den einzelnen Bereichen der Werkstatt produziert wird, davon überzeugte sich Claudia Raab. Als gesetzliche Vertreterin für fünf behinderten Menschen sei sie auf der Suche nach Einsatzmöglichkeiten für ihre Schützlinge. "Ich vergleiche zwischen den Werkstätten die Profilierungen", sagte Raab. Sie fragte nach Voraussetzungen für die Arbeit in der Tischlerei und in der Montage. "Wir sind sehr vielseitig", entgegnete Lehniger. Neben leichten Arbeiten wie dem Verpacken von Dosen mit Vitaminen für eine Nahrungsmittelhersteller über den Zuschnitt von Fliesen bis zum Zusammenbau von Elektro- oder Holzteilen würde die Palette der Tätigkeiten reichen, die hier anfallen. "Die Gruppenleiter sorgen dafür, dass der Produktionsprozess in Arbeitsschritte untergliedert wird, die die Mitarbeiter je nach Leistungsgrad bewältigen", so Lehniger.

Der Arbeitsvorbereiter spricht wie seine 30 Kollegen bewusst von Mitarbeitern, nicht von Behinderten. Er zeigt neben den Arbeitsplätzen auch Ruheräume, die unter anderem für psychisch Kranke Rückzugsmöglichkeiten bieten. Kräftige Farben sorgen für eine lebendige Atmosphäre. Bunte Drachen schweben an der Decke in den Gruppenräumen für Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen. "Die Dekoration haben wir selbst gemacht", sagte Gruppenleiterin Ina Meyer. Als wäre es das Normalste auf der Welt. Birgit Schöppenthau

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Schöppenthau, Birgit

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