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Grimma Grimmaer Baumfällaktion ein Fall für den Staatsanwalt
Region Grimma Grimmaer Baumfällaktion ein Fall für den Staatsanwalt
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14:31 19.05.2015
Vor den Augen der Polizei: Gegenüber von Grimmaer Revier (l.) und Großmühle sind zahlreiche Bäume der Säge zum Opfer gefallen. Quelle: Andreas Röse

Bei einer Baumfällaktion fragte er deshalb offenbar erst gar nicht. Die Folge: Das Landratsamt meldete den Vorgang der Staatsanwaltschaft.

Am Donnerstag erhielt das Umweltamt des Landkreises Kenntnis von den Baumfällungen am Muldeufer auf der Stadtwaldseite - Schwerpunkt gegenüber von Großmühle und Polizeirevier. Bis dato sei das Landratsamt "in keiner Weise einbezogen" gewesen, erklärte der Erste Beigeordnete Wolfgang Klinger gestern. "Es gab keine Anfrage, keinen Antrag." Geschätzte eineinhalb von acht Hektar Auenwald seien der Säge zum Opfer gefallen. Schon bei einem Verdacht auf eine erhebliche Beeinträchtigung eines Lebensraumes sei das Amt verpflichtet, den Vorgang an die Staatsanwaltschaft zu melden, so Klinger. Deshalb sei in diesem Fall gar nichts anderes übrig geblieben, zumal es sich in Grimma um ein sogenanntes FFH-Gebiet handelt - ein spezielles Schutzgebiet, das nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurde zum Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen.

Der Einschlag, der mehrere Tage dauerte und schon vor dem gestrigen Saisonende für Baumfällarbeiten erledigt war, hat Grimmaer und Umweltschützer beunruhigt. Von einem Skandal sprach gestern Jens Haubner, Grünen-Direktkandidat für den kommenden Landtag und Vorstandsmitglied des BUND. "Damit ist der südliche Rest des Hartholzauenwaldes unwiderbringlich verloren", sagte er. Bereits 2002 sei der Wald durchforstet worden. Die Sinnhaftigkeit der jüngsten Aktion als Hochwasserschutzmaßnahme bezweifelt Haubner. "Hier gibt es zwar eine natürliche Engstelle", räumte er ein. Das Schulgebäude an der Mulde würde deren Abfluss jedoch wesentlich stärker behindern. "Dann müsste man ja das St. Augustin abreißen", so Haubner. Der Vorstand des BUND-Landesverbandes wollte sich gestern Abend mit dem Fall beschäftigen. "In diesem Ausmaß ist das ein Präzedenzfall", sagte Haubner.

Berger sieht einer Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft gelassen entgegen. "Eine Genehmigung war nicht notwendig, es mussten Fakten geschaffen werden", sagte er gestern. Jedes Fließhindernis an dieser engsten Stelle müsse beseitigt werden. "Wir können nicht Grimma opfern", so das Stadtoberhaupt. Die Baumfällaktion sei ein Versuch, die Gefahr eines Hochwassers zu verringern.

In dem Genehmigungsverfahren für den Abriss der Golzerner Papierfabrik hat es noch keinen entscheidenden Fortschritt gegeben. "Es fehlt noch eine Vielzahl an Unterlagen", so Klinger.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.03.2014
Birgit Schöppenthau/Heinrich Li

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