Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimmaer Behördenzentrum kommt für 2,3 Millionen unter den Hammer
Region Grimma Grimmaer Behördenzentrum kommt für 2,3 Millionen unter den Hammer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:35 14.11.2012
Wenig belebt ist derzeit das Behördenzentrum in Grimma. Quelle: Andreas Röse
Anzeige
Grimma/Leipzig

Doch der Geschäftsführer der Medical Senioren-Park-Gesellschaft aus Essen hatte gestern lange und bange 30 Minuten zu überstehen, bis der Gebäudekomplex für 2,3 Millionen Euro in seinen Besitz übergehen konnte. Bei der Zwangsversteigerung trat ein zweiter Bieter aus Wurzen auf.

Cymerman hat mit seinem Unternehmen nach und nach alle Grundschulden, die auf dem Gebäude lasten, aufgekauft. Das sind immerhin 9,2 Millionen Euro, die er von verschiedenen Gläubigern übernommen hat. „Wir wollten einen Kauf schon vorher, doch eine Vereinbarung mit den Eigentümern kam nicht zustande", sagt Cymermans Rechtsanwalt Stefan Bens. Warum die 42 Gesellschafter vom „Behördencenter Grimma" nicht zum Verkauf bereit waren? Bens zuckt mit den Schultern. Nach der Eröffnung der Zwangsverwaltung sei die Immobilie am 1. Februar 2012 beschlagnahmt worden.

„Die Stadt Grimma fordert noch die Grundsteuer", erklärt Rechtspfleger Daniel Müller, der die Zwangsversteigerung durchführt. 40000 Euro plus 7500 Euro Säumniszuschlag mache die Kreisstadt beim neuen Eigentümer geltend, weist er die Besucher der Aktion hin. Dann beginnt die Bietzeit von mindestens 30 Minuten. Das Mindestgebot soll rund eine Million Euro betragen. „800 000 Euro", sagt Horst Reschka, Geschäftsführer des Wurzener Unternehmens 1A Dienstleistung, Handel und Service GmbH, und bleibt darunter. Cymerman und Bens drehen mit aufgerissen Augen die Köpfe herum. Einen Mitbieter hatten sie befürchtet, aber darauf gehofft, allein ins Rennen zu gehen. „850 000 Euro", sagt Bens. „860 000 Euro", erhöht Reschka. Anschließend verlassen der Rechtsanwalt und der Wurzener den Raum. Danach geht das Gebot auf eine Million rauf.

„Herr Cymerman, sollen wir mal vor die Tür gehen?", fragt Reschka. Beide verlassen den Saal. Als sich die Tür wieder öffnet, sagt Reschka, dass er wieder 10000 Euro mehr bietet. Das Spiel geht noch eine ganze Weile weiter. Der angesetzte Verkehrswert von 1,5 Millionen Euro wird locker übersprungen, am Ende landet das Höchstgebot durch Herrn Cmyerman bei 2,3 Millionen. Eine Viertelstunde passiert nichts. „Und zum Dritten", sagt Rechtspfleger Müller.

„Wissen Sie, was Herr Reschka vor der Tür gesagt hat?", fragt Cmyerman nach der Verhandlung. „Geben Sie mir Geld, dann treibe ich sie nicht hoch.´" Der neue Eigentümer sagt, dass er überlege, eine Klage voranzutreiben. Doch nur wenig später erklärt Rechtspfleger Müller, dass „es rechtlich zulässig ist." Zwar sei dieser Passus im Gesetzestext umstritten, aber solange nicht das Ziel verfolgt würde, jemanden zu schädigen, sei dieses Druckmittel erlaubt.

„Eigentlich hätte man ihn hochtreiben müssen und dann einfach aus der Versteigerung aussteigen", sagt Cymerman. Allerdings hat der Geschäftsführer des Medical Parks dafür schon zu viele Pläne für das ehemalige Behördencenter entwickelt. „Ein Verwaltungs- oder Officecenter ist denkbar." Der Zwangsverwalter habe bereits vier Mietinteressenten. „Es sollen günstige Mieten gefordert werden." Das Gebäude ist seit 2009 weitestgehend leer. Im Keller stehen noch die alten Spinde der Polizei, die der letzte große Mieter in der umstrittenen Immobilie war.

Matthias Pöls

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Als er vor einigen Jahren in die Branche eintrat, war Glas für ihn Neuland. Vier Jahre nach der Übernahme der Flachglas Sachsen in Grimma hat Stefan Witte Umsatz und Mitarbeiterzahl etwa verdoppelt.

13.11.2012

Grimma/Großbardau. Das Evangelische Schulzentrum stockt den Hort auf und schafft neue Klassenräume für die Schülerinnen und Schüler in der Grundschule und den weiterführenden Schulen.

07.11.2012

Es ist eingetreten, was jeder Bauherr befürchtet. Für die Maurer- und Putzarbeiten am Alten Seminar muss die Stadt Grimma mehr bezahlen als geplant. Die Mitglieder des Technischen Ausschusses beschlossen deshalb auf ihrer jüngsten Sitzung, die Nachtragsleistung der Borsdorfer Firma Hedi Bau zu akzeptieren und auf die ursprünglich vereinbarten 74 000 Euro noch rund 46 000 Euro draufzupacken.

06.11.2012
Anzeige