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Grimma Grimmaer Bildungswerk setzt auf Azubi-Werbung in geballter Form
Region Grimma Grimmaer Bildungswerk setzt auf Azubi-Werbung in geballter Form
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12:20 04.02.2018
Ehrenamtler Franziskus Bracht weiht Hendrik in die Geheimnisse eines Goldschmiede-Projektes des Grimmaer Diakonie-Jugendhauses „Come In“ ein. Quelle: Roger Dietze
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Grimma

Das nennt man wohl eine optimale Trefferquote. Im Rahmen der vorjährigen zweiten Auflage der gemeinsam von der Stadt Grimma und dem Bildungs- und Sozialwerk Muldental (BSW) ausgerichteten Studien- und Ausbildungsmesse gelang es dem Grimmaer Dachdeckermeister Johannes Heine, einen Ausbildungsvertrag – nomen est omen – unter Dach und Fach zu bringen. „Und der junge Mann hat sich noch dazu sehr gut entwickelt“, zog Heine eine Zwischenbilanz. Nicht nur dieses personellen Glückfalls wegen outete er sich als Fan der am Sonnabend zum dritten Mal in der Grimmaer Muldentalhalle durchgeführten Veranstaltung. „Ich habe auch in diesem Jahr wieder gute Gespräche geführt, es gibt keine bessere Möglichkeit in der Region, in dieser geballten Form innerhalb von drei Stunden junge Menschen zu erreichen.“

Ziel: Nachwuchs in der Region halten

Und genau das, nämlich potenzielle Azubis und jene zusammenzubringen, die die entsprechenden Ausbildungsplätze im Angebot haben, ist das Anliegen der Messe-Veranstalter. „Das über dieser Zusammenführung stehende Ziel ist es, den Nachwuchs zur Aufnahme einer Ausbildung in der Region zu bewegen und damit von einer Abwanderung in die Alten Bundesländer abzuhalten“, so BSW-Messeorganisatorin Doreen Anders. Der zufolge hat sich die Veranstaltung bereits nach kurzer Zeit zu einem Selbstläufer entwickelt. „Bei anhaltend guter Nachfrage seitens der Unternehmen werden wir im nächsten Jahr wohl oder übel Absagen aussprechen müssen, weil wir mit 70 Ausstellern die Kapazitätsgrenze in der Muldentalhalle erreicht haben“, sagte die staatlich geprüfte Berufspädagogin, die zu ihrer Freude auch wieder viele Eltern in der Muldentalhalle begrüßen konnte. „Weil wir es für wichtig erachten, dass sich die ganze Familie mit der Ausbildung des Nachwuchses beschäftigt, haben wir den Termin bewusst auf einen Sonnabend gelegt.“

Trend: Bewerber rar gesät

Um die Ausbildungs-Offerten seines Arbeitgebers an den (jungen) Mann respektive die Frau zu bringen, hatte auch Jens Hofmann, Abteilungsleiter Endkontrolle beim Grimmaer Reinigungsmaschinen-Hersteller Faun, gern eine Wochenend-Sonderschicht eingelegt. Eine Firma mit klangvollem Namen, für die, so könnte man zumindest meinen, die Azubi-Rekrutierung ein Selbstläufer sein sollte. Doch weit gefehlt. „Ich wundere mich immer wieder darüber, dass selbst Grimmaer von der Existenz unserer Firma in ihrer Stadt nichts wissen“, so Hofmann. Davon abgesehen, seien selbst im Bereich der Mechatronik-Ausbildung mittlerweile potenzielle Bewerber ausgesprochen rar gesät. „Hatten wir in den frühen 1990er-Jahren noch bis zu 30 Bewerbungen, so haben uns im vergangenen Jahr lediglich zwei erreicht, von denen wiederum auch nur eine in einen Ausbildungsvertrag mündete“, klagte Hofmann. Die Gründe dafür sind unterschiedlicher Natur. „Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt aber, dass trotz einer Vielzahl gut entwickelter Firmen in unserer Region die Kenntnis ihrer Existenz bei den potenziellen Bewerbern relativ gering ist“, bestätigte der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger.

Von Roger Dietze

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