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Grimma Grimmaer Brücke am Seilerberg verfällt
Region Grimma Grimmaer Brücke am Seilerberg verfällt
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05:00 29.07.2010
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Im Mauerwerk sind Risse zu erkennen. Am Rande der löchrigen Straße stapeln sich lose Ziegel. Sonnenkalb fühlt sich dennoch wohl in Mutzschen. Sein Haus von 1541, eine ehemalige Gerberei, machte er zum Schmuckstück. Ein an der Fassade platzierter Pfaffe mit Bierhumpen grüßt schon von weitem. Zu bestaunen auch der Teich samt Windmühle, der historische Wegweiser und die Pendeluhr. Jetzt schlägt‘s dreizehn! Sonnenkalb: „Die bislang an der Brücke angebrachten Verbotsschilder für motorisierten Verkehr wurden abmontiert. Seitdem kommen die Autos hier von beiden Seiten – trotz Sperrzeichen oben am Markt. Soll hier immer mehr den Bach runter gehen?"

Auf der jüngsten Stadtratssitzung wurde weitere Kritik laut: Der schlitzohrige Dieter Lützkendorf fragte an, ob die Bewohner des Dreiecks Grimmaische-/Leisniger Straße nächstens Blumen in die Schlaglöcher pflanzen dürfen. Und Stadtrat Ulf Born mahnte dringenden Handlungsbedarf auf der Löcherpiste von Jeesewitz nach Merschwitz an.

Bürgermeister Carsten Graf kennt die Probleme: „Zwischen Jeesewitz und Merschwitz ist es mit Flickarbeiten nicht mehr getan. Hier hilft nur ein grundhafter Ausbau. Das jedoch lässt der Haushalt momentan nicht zu. Deshalb bemühen wir uns um Gelder aus dem europäischen Förderprogramm." Was die Schlaglöcher in der Grimmaischen Straße anlangt, so bittet Graf die Anwohner, ihre Pflanzaktion noch etwas aufzuschieben: „Unser Bauhof kann sich nicht zerteilen. Die Kollegen packen bei der energetischen Sanierung der Turnhalle tatkräftig mit an. Durch die Eigenleistungen können wir viel Geld sparen." Überhaupt, so Graf, hätten derzeit die Arbeiten an Turnhalle und Töpfermarkt oberste Priorität. „Beide Projekte kommen gut voran. In der Turnhalle sind wir Ende August/ Anfang September fertig, auf dem Töpfermarkt Ende September/Anfang Oktober."

Es sei ja gerade der Wunsch der Mutzschener gewesen, den Seilerberg vorübergehend in eine Richtung freizugeben, um trotz Töpfermarkt-Baustelle auf kurzem Wege in die Stadt zu gelangen, so Graf: „Diesem Wunsch sind wir nachgekommen." Die Brücke sei nicht einsturzgefährdet. „Das bestätigte uns jene Firma, die bereits an der Schlossbrücke arbeitete. Vom gleichen Unternehmen liegt uns auch ein Angebot für die Sanierung der Seilerberg-Brücke vor. Kostenpunkt 75 000 Euro. Darüber muss der Stadtrat befinden. In jedem Fall schieben wir nichts auf die lange Bank."

Umgeben vom bröckelnden Charme des Seilerbergs berichtet Dieter Sonnenkalb derweil von einem Radfahrer, der an der Brücke kürzlich von einem Moped gestreift wurde und sich das Gesicht aufschlug.

Haig Latchinian

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