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Grimma Grimmaer GGI-Park: Neue Gesellschafter setzen auf Gemischtwarenladen
Region Grimma Grimmaer GGI-Park: Neue Gesellschafter setzen auf Gemischtwarenladen
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00:17 12.09.2017
Blick aus der Vogelperspektive auf den GGI Gewerbepark in Grimma. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Bei der GGI Gewerbepark Grimma GmbH hat es im Sommer eine Personalie an der Unternehmensspitze gegeben. Christian Kürten, der im November 2013 von Hubertus Letzner die Geschäftsführung übernommen hatte, ist zum 1. Juli ausgeschieden. Kürten, der viele Jahre für die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG) tätig war, soll aus beruflichen Gründen wieder in seine Heimatstadt Bonn gegangen sein.

An der Spitze von Grimmas größtem Gewerbepark stehen mit René Türk und Matthias Bahr nunmehr allein die zwei Geschäftsführer der neuen GGI-Besitzer. Denn weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hatte die TLG zum 1. Januar 2016 den Gewerbepark im Süden der Stadt verkauft. Seitdem sind die RT Beteiligungs GmbH Leipzig und die eigens für das Grimmaer Objekt gegründete 24. Caurus GmbH & Co. KG mit Sitz in Dresden die zwei Gesellschafter.

Vor dem Erwerb „haben wir bestimmt ein halbes Jahr geprüft“, so RT-Inhaber Türk, ob sich die Investition in der Muldestadt lohnt. „Wir haben gekauft, weil wir an Grimma glauben“, betont der 48-Jährige. Zum Preis gebe es eine Verschwiegenheitsklausel, doch die Immobilienpreise hätten zu dem Zeitpunkt nicht am Boden gelegen. Die Treuhand habe den Gewerbepark versilbert. Die neuen Gesellschafter überzeugte neben Grimmas Anbindung vor allem die gute Auslastung und der Branchenmix im GGI-Gewerbepark. Angesichts der Breite von Altenheim über Muldentalhalle bis hin zu Gewerbe- und Industriebetrieben spricht Türk – mit einem Schmunzeln auf den Lippen – von einem Gemischtwarenladen. „Wir haben keinen Leerstand und werden alles tun, damit das so bleibt“, bekräftigt der Manager. Das breit gefächerte Unternehmensspektrum sei ihm lieber „als ein einziges VW-Werk, das vielleicht morgen nach Polen abwandert“.

Ziel der Gesellschafter sei das langfristigen Halten des Immobilienbestandes, betont auch GGI-Prokuristin Katja Oldenburg (36). Wichtig sei, durch laufende Instandhaltung und Modernisierung mietgerechte Lösungen zu schaffen, um den Gesamtmieter-Mix zu erhalten und zukunftsorientiert auszubauen. Das Areal der GGI Gewerbepark Grimma GmbH bietet eine Mietfläche von 130 000 Quadratmeter, wovon das Gros auf Gewerbeansiedlungen entfällt. Etwa 10 000 Quadratmeter dienen Wohnzwecken. Zu unterhalten sind auch sechs Straßenkilometer und 20 Kilometer Leitungsnetz. Derzeit etwa läuft die Planung zum schrittweisen Wechsel auf LED-Straßenlampen. In der Grimmaer Bahnhofstraße kümmern sich sechs GGI-Mitarbeiter um die technische und kaufmännische Verwaltung des Gewerbeparks.

„Wir sind Bestandshalter“, sagt GGI-Geschäftsführer Türk. Es bestehe nicht die Absicht, den Park mit seinem „stabilen Gefüge“ weiter zu veräußern. Vielmehr könne Grimma vom Netzwerk des Hauptgesellschafters der RT Beteiligungs GmbH profitieren. Das ist die Curator r.e.m. AG mit Sitz in Leipzig, Berlin und Frankfurt/Main. Die pflege unter anderem Kontakt zu Autokonzernen und Logistikern, sagt Türk. „Große Firmen sprechen uns an, wenn sie Flächen suchen.“

Als vor fünf Jahren bekannt wurde, dass die TLG den Gewerbepark in Grimma verkaufen möchte, wuchs in der Stadt die Angst, eine Heuschrecke in Form eines Finanzinvestors werde das Gelände übernehmen und nur den Gewinn herausziehen. Die Kommune hatte seinerzeit sogar versucht, den Gewerbepark in eigene Hände zu nehmen. Vergeblich. Bezüglich der neuen Gesellschafter hat Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) aber ein gutes Gefühl. „Sie haben eine auf Nachhaltigkeit betrachtete Geschäftsphilosophie“, sagt er. Bislang habe es ein sachliches und faires Miteinander gegeben. Aus seiner heutigen Sicht sei der Gewerbepark in gute Hände gekommen.

Laut Türk gibt es etwa 1000 Arbeitsplätze im Gewerbepark, der sich auf 50 Hektar erstreckt. Zwei Immobilien mitten im Gebiet gehören allerdings nicht RT und Caurus: Das Roter Ochse genannte Flüchtlingsheim und die großen Hallen der einstigen MAG. „Wir hatten überlegt, die MAG-Immobile zu kaufen und zu integrieren“, sagt Türk. Aber der Mieter habe Interesse gezeigt, „und da wollten wir nicht im Wege stehen“. Nach Angaben von Rathauschef Berger hat hier die AEL Apparatebau GmbH Leisnig Einzug gehalten und die erste Halle bereits gekauft. Sie produziert mit etwa 50 Leuten. Mit ihr werde die Tradition des zerschlagenen Maschinen- und Apparatebauers in Grimma fortgesetzt, freut sich der Rathauschef.

Von Frank Prenzel

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