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Grimmaer Gymnasiast schreibt über Migranten

Grimmaer Gymnasiast schreibt über Migranten

Jeremia Döhler, Zehntklässler am St.. Augustin Gymnasium in Grimma, hat sich mit der Integration von Migranten beschäftigt. Dieses Thema machte er auch zum Inhalt einer Facharbeit im Geschichtsunterricht.

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Jeremia Döhler, Zehntklässler am St.. Augustin Gymnasium in Grimma, hat sich mit der Integration von Migranten beschäftigt.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Zudem stellte er das Ergebnis seiner Erkenntnisse im Interkulturellen Treff Unu Mondo vor. Das hat im Mehrgenerationenhaus Alte Feuerwehr am Nicolaiplatz sein Domizil für ausländische Bürger mit Migrantenhintergrund, die für den Schüler interessante Gesprächspartner waren.

Ursprünglich, so ließ Jeremia aufhorchen, wollte er über die Gefängnisbedingungen politisch Gefangener in der DDR seine Facharbeit schreiben. Ungewöhnlich für einen Teenager, der die DDR nur vom Hörensagen und aus den Lehrbüchern kennt. „Nee, ganz so ist das nicht. Mein Papa ist nach einem Fluchtversuch gekascht worden. Von daher sitze ich an der Quelle“, sagte Jeremia und fügte an: „Mir war es wichtig, mit Menschen Kontakte zu bekommen, die man sonst so nicht hat.“ Letztlich aber habe er sich anders entschieden, „weil es doch nicht ganz so einfach zu recherchieren war.“

Nicht minder interessiert, wandte sich der Schüler nun den Migranten zu. „Und da wurde zunächst bei mir ein Bewusstsein geschaffen, dass die Migranten da sind. Ich meine, dass sie da sind, wusste ich schon und das kriegen ja auch die meisten Leute mit. Aber nicht, was im Inneren der Migranten abgeht“, suchte Jeremia einen Ansatzpunkt für seine Recherche. Sprich, warum und wie sie nach Deutschland kamen. Seit wann sie hier sind und was sie machen. Warum ihnen unser Land gefällt und mit welchen Problemen sie hier kämpfen müssen. „Erst wenn man das alles kennt, ist man in der Lage, sich in sie reinzudenken. Und wenn man das kann, so habe ich mir das gedacht, kann man ihnen auch helfen“, erläutert Jeremia eine seiner Erkenntnis.

Eine weitere sei die, „dass ich bei den Migranten gleich das notwendige Vertrauen gewann.“ Die Erklärung dafür war für Jeremia banal. „Unu Mondo war für meine Arbeit eine gute Adresse. Denn Migranten, die dorthin kommen, tun das aus eigenem Antrieb – die wollen sich integrieren und wollen sich helfen lassen.“ Unter diesem Aspekt sei es auch gar nicht so schwer gewesen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Na ja, das erste Mal bin ich einfach hingegangen, ohne Block und Stift. Ich habe eher nur zugehört, um mir ein Bild zu machen. Danach – ich war viermal dort – sprach ich die Leute gezielt an“, gab Jeremia Einblick in seine Taktik. „Ich muss sagen, ich bin ein gutgläubiger Mensch. Deshalb hatte ich auch keine Zweifel am Wahrheitsgehalt der mir erzählten Schicksale. Auch ich habe den Leuten vertraut.“ Weshalb er so von Migranten aus Afghanistan, Iran und Armenien erfuhr, was sie auf sich nahmen, um in ein anderes Land zu flüchten.

Fazit: „Ich kenne nun genau die Definition von Begriffen, die rund um das Thema auftauchen, wie zum Beispiel Asylverfahrensgesetz. Und ich weiß, dass es zumeist Ehrenamtliche sind, die den Migranten zu Seite stehen. Während öffentliche Institutionen wie die Stadt Grimma, deren Oberbürgermeister Matthias Berger mir in einem Interview sagte, nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen können, denn so etwas ist immer auch eine Frage des Geldes.“ Und noch etwas steht am Ende der 65 Seiten umfassenden Facharbeit. „Dass solche Initiativen wie Unu Mondo gut sind und von uns allen unterstützt und getragen werden müssen.“

Frank Schmidt

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