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Grimmaer Husaren erinnern an Regimentsgründung vor 225 Jahren

Tradition Grimmaer Husaren erinnern an Regimentsgründung vor 225 Jahren

Trommelwirbel und Salutschüsse: Die Mitglieder des Grimmaer Husarenvereins erinnern an die Gründung des zweiten königlich-sächsischen Husarenregiments vor 225 Jahren. Angesichts des globalen Terrors ist die militärische Tradition jedoch umstritten. Der Verein appelliert mit der Traditionspflege aber an das Geschichtsbewusstsein.

Mitglieder befreundeter Husarenvereine waren zur Gedenkfeier der Gründung des Grimmaer Regiments zu Gast.
 

Quelle: Frank Schmidt

Grimma.  Trommelwirbel und Salutschüsse am Sonnabend in Grimma. Die blau Uniformierten des Husarenvereins erinnerten am Husarendenkmal in der Leipziger Straße mit einer Kranzniederlegung an die Gründung des zweiten Königlich-Sächsischen Husarenregimentes No.19 vor 225 Jahren erinnert. Der seit 1999 zelebrierten Tradition wohnten neben der Grimmaer Bürgerschaft zahlreiche gleichgesinnte Gäste bei. So begrüßte Vereinschef und Rittmeister Jürgen Rolle neben Mitgliedern befreundeter Husarenvereine aus Stendal und Großenhain auch Vertreter vom Verband „Straße der Wettiner“, der Königlichen Leibgarde und Gardereiter sowie Lützower Jäger, Sächsische Husaren und vom Infanterieregiment 49 „Heinrich Freiherr von Hess“ in Wien.

Mit Salutschüssen haben die Mitglieder des Grimmaer Husarenvereins an die Gründung des Sächsisch-Königlichen Regiments vor 225 Jahren erinnert. Sogar aus Wien pilgerten Gäste in die Muldestadt.

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Beim Anblick der aufmarschierten Militärs drängt sich angesichts von globalem Krieg und Terror die Frage auf, ob diese Formen militärischer Zeremonien noch zeitgemäß sind. „Oh ja. Wie soll man an dieses bedeutende Regiment erinnern, ohne die Tradition zu pflegen. Das kann eine Parade sein – dazu sind wir aber nicht in der Lage – oder eine Kranzniederlegung mit Salutschüssen, wie wir es vornehmen“, ließ Rittmeister Rolle daran keine Zweifel aufkommen. „Außerdem haben wir damit die Möglichkeit, an die Schrecken der Kriege und ihre Opfer zu erinnern. Und im Umkehrschluss machen wir auch darauf aufmerksam, seit mehr als sieben Jahrzehnten in Frieden zu leben.“ Oberbürgermeister Matthias Berger positionierte sich gleichlautend, fügte jedoch auch an, dass die damalige Anwesenheit der Husaren für Grimma „ein Wirtschaftsfaktor“ war. „Als die Husaren nach Grimma kamen, lebten hier 3 000 Menschen, als sie 100 Jahre später wieder abzogen, hatte Grimma 10 000 Einwohner. Das darf man nicht vergessen, trotz 100-jähriger Polizeigewalt durch das Husarenregiment.“

„Diese Form der Traditionspflege ist deshalb so wichtig, weil unsere Zeit immer schnelllebiger geworden ist. Denn es gibt nicht mehr viele Menschen, die bereit sind, sich dieser Tradition anzuschließen, um sie fortzuführen“, bedauerte Heinz Graf von Neuendorf vom Verband „Straße der Wettiner“. Deshalb, so fügte der über 80-Jährige an, „arbeiten wir in unserem Verband mit Ungarn und Österreich auch innerhalb der EU eng zusammen.“ Wolfgang Hess gehört dem Wiener Infanterieregiment 49 an. „Ich führe damit eine Familientradition fort, die für mich eine Frage des Geschichtsbewusstseins ist“, sagte der gebürtige, jetzt aber in Deutschland lebende Österreicher. „Unser Regiment ist 300 Jahre alt und diese Militärtradition muss bewahrt werden“, fügte der 57-Jährige an. Von den königlich-preußischen Magdeburger Jägern verfolgen Horst Witzel und Hubert Heuer das Ziel, „mit unserer Traditionspflege eine gelebte Geschichte darzustellen“. Denn eine alte Weisheit sei: Nur wer seine Geschichte nicht kennt, kann seine Zukunft nicht gestalten. „Auch wenn wir damit das Militär repräsentieren.“

Von Frank Schmidt

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