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Grimma Grimmaer Kameraden helfen Ex-Kumpel auf Mallorca
Region Grimma Grimmaer Kameraden helfen Ex-Kumpel auf Mallorca
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00:27 31.03.2018
Grimmaer Kameraden um Vize-Wehrleiter Daniel Klemm (l.) helfen auf Mallorca der Familie von Jens Becher (4.v.l.), der einst auch bei der Grimmaer Feuerwehr diente. Quelle: Foto: privat
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Grimma/Mallorca

Sieben Grimmaer Feuerwehrleute um Vize-Wehrleiter Daniel Klemm sind von einem ungewöhnlichen Rettungseinsatz zurück. Gemeinsam mit einem weiteren Freund standen sie fünf Tage lang ihrem ehemaligen Kameraden Jens Becher zur Seite – nicht in Grimma oder in Sachsen, sondern auf der Ferieninsel Mallorca. Dort lebt der 43-Jährige mit Frau Sandra und der dreijährigen Tochter Sophia seit April vorigen Jahres – und geriet mit seiner Eventfinca ins Schlingern.

„Grillmeister von Leipzig“ wanderte aus

Becher stammt aus Schönbach und zog später nach Grimma. Hier hob der gelernte Bäcker den Regionalsender TV 3 mit aus der Taufe. Der Mann engagierte sich aber auch gesellschaftlich und diente von 1994 bis 2000 in der Grimmaer Feuerwehr, ehe es ihn nach Leipzig verschlug. In der Messestadt wurde er als der „Grillmeister von Leipzig“ bekannt. Er betrieb hier die (nunmehr geschlossene) Genussakademie und seit 2013 parallel dazu seine Eventfirma auf Mallorca. Im vorigen Jahr wanderte er mit der Familie endgültig aus.

Den Kontakt zu Grimma hat der Geschäftsmann indes nie verloren. Vize-Wehrleiter Klemm und Becher blieben Freunde und besuchen sich regelmäßig. Im Sommer vorigen Jahres verband die dreiköpfige Familie Klemm ihren Urlaub auf der Insel mit einer Stippvisite auf Bechers Eventfinca in Portocolom.

Ein Berg Schulden

Deshalb war der 41-jährige Vize-Wehrleiter auch im Bilde über Bechers Pech. Ein wichtiger Geschäftspartner auf Mallorca hatte dem Unternehmer die Verträge gekündigt. So fehlten im vorigen Jahr beim Umsatz plötzlich 30 000 Euro. „Wir saßen von einem Moment auf den nächsten auf einem riesigen Berg Schulden, erzählte Becher in der Vox-Doku „Goodbye Deutschland“, die seine Geschichte aufgriff. Für die dringend nötige Renovierung der Finca fehle ihm das Geld. An fünf Drehtagen von Oktober bis Dezember standen die Kameraleute auf der Matte, Ende Februar wurde die Sendung schließlich ausgestrahlt.

Tipp nach Fernsehsendung

Klemm, der durch die engen Kontakte zu Becher von den Dreharbeiten wusste, gab seinen Kameraden den TV-Tipp. Und so wurde die Sendung zum Auslöser für die spontane wie ungewöhnliche private Hilfsaktion. Die Feuerwehrleute überlegten nicht lange, leiteten alles in die Wege, buchten die Flugtickets, nahmen sich Urlaub. Und von Mittwoch bis Sonntag voriger Woche krempelte die achtköpfige Männertruppe aus Grimma auf der Eventfinca im Südosten der Insel die Ärmel hoch. „Wir haben Zimmer renoviert, die Außenflächen neu angelegt und den Zaun erneuert“, erzählte Klemm kurz nach der Heimkehr. Die Manpower habe etwas bewirkt. Allerdings wurde aus dem Hilfstrip in die Sonne einer in den Regen. Das Wetter zeigte sich alles andere als einladend.

Gut gerüstet für Saison

Jens Becher, der einen Teil des Flugpreises übernahm und für Kost und Logis sorgte, ist voll des Lobes. Schon der Anruf aus Grimma zwei Tage nach der Ausstrahlung der Doku habe ihn total überrascht. „Für das, was die Männer in fünf Tagen durchzogen, hätte ich wohl drei Wochen gebraucht.“ Nun sieht sich der 43-Jährige für die im Mai beginnende Saison auf seiner Finca gut gerüstet. Hier bietet sich ein besonderes Flair für Hochzeiten oder Firmenevents. Der Ex-Grimmaer betreibt auch inselweites Catering. Sein Freund Daniel Klemm ist jedenfalls froh, dass die Hilfsaktion so reibungslos lief. „Wenn es einer guten Sache dient, sind wir am Start.“

Von Frank Prenzel

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