Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimmaer Kantor Tobias Nicolaus ist gegen das Orchestersterben im Landkreis
Region Grimma Grimmaer Kantor Tobias Nicolaus ist gegen das Orchestersterben im Landkreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 02.02.2016
Kantor Nicolaus sorgt in der Kirchgemeinde Grimma für ein umfangreiches musikalisches Programm in diesem Jahr. Quelle: Foto: Thomas Kube
Anzeige
Grimma

Ein anspruchsvolles Programm hat in diesem Jahr die Kirchgemeinde Grimma aufgestellt. Unter der Federführung des Kantors der Frauenkirche Grimma, Tobias Nicolaus, enthält es für jeden Geschmack etwas. Es reicht vom großen Oratorium bis hin zum Kindermusical und zum Jazz.

„In diesem Jahr gedenkt die Musikwelt des 100. Todestages von Max Reger. Deshalb haben wir unser Programm bereits mit Max Reger „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ zu Beginn des Jahres begonnen. Weitere drei Kirchenkantaten werden im Laufe des Jahres in Konzerten und Gottesdiensten zur Aufführung kommen. Auch bedeutende Instrumental- und a-capella -Musik des Meisters wird zu hören sein. So kann das Interessierte Publikum am Karfreitag, 25. März, ab 15 Uhr „O Haupt, voll Blut und Wunden“, am 3. September „Jesum lass ich nicht“ und zum Buß- und Bettag “ O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen“ erleben.

Zu den besonderen Highlights in diesem Jahr gehört auch der Auftritt des Eton College Chapel Choir aus Großbritannien. „Das Eton College ist eine unabhängige, weiterführende Schule für Jungen in der englischen Grafschaft Berkshire“, weiß der Kantor. Der Kapellenchor existiert seit der Gründung der Schule 1440 bis heute und setzt sich derzeit aus 53 Chormitgliedern zusammen. „Er ist vergleichbar mit dem Thomanerchor in Leipzig“, wirbt der Kantor für dessen Auftritt am Ostermontag ab 17 Uhr in der Frauenkirche.

Kantor Tobias Nicolaus freut sich auch auf die gemeinsamen Auftritte mit dem Leipziger Symphonieorchester (LSO). So wird das Orchester am Karfreitag und am 3. September bei der Aufführung der Kantaten von Max Reger mit von der Partie sein. „Mit dem Orchester verbindet uns eine lange Freundschaft“, so Nicolaus. „Die Tendenzen, das LSO aufzulösen, kann ich nur auf das Schärfste verurteilen. „Wir haben im Muldental im Gegensatz zu Döbeln und Freiberg keine Theater und keine Oper.

„Wir bauchen das LS0, weil wir das Kernrepertoire der klassischen Musik benötigen. Auch die Nähe zu Leipzig ist kein Argument“, meint er. Nicht alle könnten sich die stolzen Preise für ein Gewandhaus-Anrecht leisten. Auch die Bläserphilharmonie mit Sitz in Bad Lausick sei einmalig. „Sie hat ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland “, meint der Kantor, Deshalb sei es nur folgerichtig, dass sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf, beim Kultusministerium stark machen will, damit dieser Klangkörper aus Bundesmitteln mitfinanziert wird. „Wir können uns wohl zwei Orchester im Leipziger Land leisten. Es ist nur eine Frage, was sie uns wert sind“, erklärte er. Musik gehöre zum Leben und habe auch pädagogische Aspekte. „Es ist erschreckend, dass nicht mehr jeder Jugendliche die kleine Nachtmusik pfeifen kann, die zur deutschen Kultur gehört. Musik sollte wieder den Stellenwert in der Erziehung erhalten, die sie verdient hat“, meint er. Getreu den Worten Johann Wolfgang von Goethe: Man sollte alle Tage wenigstens eine kleines Lied hören, in gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.

Von Cornelia Braun

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Ich würde gern jetzt leben. Man soll jeden Tag genießen, nicht alles vor sich herschieben“, sagt Maria Sembdner. Inspiriert hat sie das Internet-Video „Eines Tages“ von Julia Engelmann, in dem es darum geht, im Alter möglicherweise auf Versäumtes zurückschauen zu müssen. Die 28-Jährige zieht die Konsequenzen und wagt einen ungewöhnlichen Schritt.

01.02.2016

Großer Bahnhof am Freitag im Bürgerzentrum Nerchau. Ruth Fabian feierte nämlich ihren 100. Geburtstag. Einen ihr angebotenen Stuhl schob die Jubilarin beiseite. Denn sowohl geistig als auch körperlich fit nahm sie die Glückwünsche der schier unendlichen Gratulantenschar stehend entgegen.

29.01.2016
Grimma Schutz bei Wurzen und an Elster und Pleiße - Landkreis auf ein neues Jahrhunderthochwasser besser vorbereitet

Wenn es in diesem Jahr zu einem Hochwasser wie im Juni 2013 kommen würde, wären die Schäden entlang von Mulde, Elster und Pleiße geringer. Das ist die Folge erheblicher Investitionen in den Hochwasserschutz seither, sagt Axel Bobbe, der Leiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Rötha

01.02.2016
Anzeige