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Grimma Grimmaer Karnevalisten lassen Handtücher fliegen
Region Grimma Grimmaer Karnevalisten lassen Handtücher fliegen
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09:43 28.02.2019
Max Rabe darf in einer Schow nicht fehlen, die sich mit den Goldenen 20er Jahren beschäftigt. Der Muldental Faschingsclub (MFC) Grimma lässt am Rosenmontag in der Kulturscheune Nimbschen diese Zeit aufleben. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Das hat was: Die Kulturscheune in Nimbschen bei Grimma wird in der fünften Jahreszeit zum opulenten Ballsaal. Denn der dort heimische Muldental Faschingsclub (MFC) Grimma hat sich zur Aufgabe gemacht, „Die Goldenen 20er Jahre“, so das diesjährige Motto, auf der Bühne zu leben. Also jene Zeitepoche, in der Deutschland nicht nur einen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr, sondern auch die Kunst und Kultur so richtig aufblühten.

Grimmas Karnevalisten lassen es richtig krachen

Nach der furchtbaren Zeit des Ersten Weltkrieges wollten die Menschen leben und vor allem etwas er-leben. Und als hätten sie es geahnt, dass sie wegen der nahenden Weltwirtschaftskrise schon bald nichts mehr zu lachen haben würden, ließen sie es so richtig krachen. Genau diese Zeit hat der MFC karnevalistisch beleuchtet und lässt dafür elf Kühe Charleston tanzen - so jedenfalls der Untertitel der Show.

Ein echter Hingucker sind die fliegenden Handtücher, die mehr der MFC-Fantasie entsprungen sind, aber den Akteuren alles abverlangen. Quelle: Frank Schmidt

Schiffbruch bei Show ist nicht eingeplant

Und hierfür lässt der Varieté Director, gemimt vom MFC-Art-Director Fred Urban, den Vorhang fallen. Seine einzige Sorge dabei ist, dass der große Ballabend nicht den gleichen Schiffbruch erleidet wie knapp 15 Jahre zuvor die Titanic.

Aber namhafte Stars jener Zeit retten die Situation. Max Rabe zum Beispiel, in dessen Rolle Jens Remane brilliert. Oder Hans Albers, der von Jens Zeidler verkörpert wird. Der „blonder Hans“ ist zwar vor allem im Hamburger Nachtleben zu Hause gewesen, hat sich aber tatsächlich irgendwann bis nach Grimma auf die MFC-Bühne verirrt. Hier steht er in der „Nicht-Erkenn-Bar“ und besingt statt die Reeperbahn halt Grimma nachts um halb eins.

Reinhören in neuen Grimma-Song

Kostprobe gefällig? „In der Innenstadt nachts um halb eins, hast du Straßenlicht oder auch keins, findest den Berger nicht, der ist im Amtsgericht, wegen Bäume fäll´n nachts um halb eins.“ Oder: „Wer noch niemals in lustiger Nacht, einen Innenstadtbummel gemacht, ist ein armer Wicht, denn er kennt sie nicht, die toten Augen von Grimma bei Nacht.“

Rotlichtmilieu, Tanzeinlagen und Tücher-Show

Da muss es nicht wundern, dass gar die zwei Damen der Heilsarmee, alias Simone Mitzschke und Kathleen Sperling Pezold, in besagter Nicht-Erkenn-Bar ins Rotlichtmilieu abdriften.

Kein Zufall ist es, dass der MFC sein Programm mit tollen Tanzshows im Stil der 20er sowie mit originellen und witzigen Einlagen anreichert, die man ganz einfach gesehen haben muss, da diese, wie beispielsweise die fliegenden Handtücher, nur schwer zu umschreiben sind.

Eine letzte Möglichkeit gibt es am Rosenmontag in der Kulturscheune Nimbschen, die dann vorläufig zum letzten Mal als opulenter Ballsaal der goldenen 20er Jahre hergerichtet wird.

Von Frank Schmidt

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