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Grimmaer Kläranlage öffnet Pforten zum Weltwassertag

Weltweiter Aktionstag Grimmaer Kläranlage öffnet Pforten zum Weltwassertag

Aus den Augen, aus dem Sinn – so geht es nach dem Verbrauch von Wasser den meisten. Dabei fließen diverse Zusätze den Abfluss mit runter. Zusätze, von denen das Wasser befreit werden muss, bevor es zurück in die Gewässer der Umgebung geführt wird. Wie das funktioniert erfuhren Besucher der Kläranlage Grimma zum Welttag des Wassers.

Schulklassen aus Grimma und Umgebung besichtigten anlässlich des Weltwassertages das Wasserwerk und die Kläranlage (im Bild) in Grimma.

Quelle: Andreas Döring

Grimma. Mit den letzten Tropfen des Duschwassers verschwindet auch der wohlduftende Schaum im Abfluss. Danach noch schnell die Zähne putzen, die Reste ins Waschbecken spucken und einmal auf die Toilette gehen, ziehen, fertig. Das verbrauchte Wasser mit all seinen gesammelten Zusätzen ist dabei so selbstverständlich weggespült, wie es benutzt wurde – „aus den Augen, aus dem Sinn“. Dabei haben die Überbleibsel der Morgenroutine, bevor sie wieder dem Wasserkreislauf zugeführt werden, noch einen beachtlichen Weg vor sich.

Über diesen Weg informierten am Mittwoch anlässlich des weltweiten Tags des Wassers die Mitarbeiter der Kläranlage im Grimmaer Ortsteil Dorna. Das betreibt die OEWA Wasser und Abwasser GmbH als Dienstleister für den Versorgungsverband Grimma-Geithain. Beide hatten zum Tag der offenen Tür geladen. Am Morgen standen zwei Klassen des Evangelischen Schulzentrums Muldental Spalier, um sich von Melanie Büchner alles rund um die Anlage zeigen und erklären zu lassen. Die 28-Jährige ist als Fachkraft für Abwassertechnik bei der OEWA angestellt und übernimmt die Führungen besonders gern. „Abwasser ist einfach ein sehr wichtiges Thema,“ begründet sie. Wenn man bedenkt, was alles im Abfluss landet, und dass das Wasser am Ende zurück in die Mulde fließt, sei die Bedeutung der Anlage augenscheinlich.

Der Großteil der 32 Schüler hört den Ausführungen der jungen Frau interessiert zu, stellt Fragen und passt ganz genau auf. Am Ende wartet eine kleines Quiz auf die Jugendlichen, bei dem sie unter Beweis stellen können, dass sie verstanden haben, was sie hier am Anschauungsbeispiel lernen sollten. „Es ist ziemlich cool, praktisch und wahrhaftig zu sehen, worüber wir im Unterricht nur theoretisch sprechen“, sagt der 16-jährige Patrick Malz. „Aus Büchern lernt man nicht so viel“, ergänzt der gleichaltrige Patrick Henning. Beide besuchen die 9. Klasse und freuen sich über die willkommene Abwechslung zum Unterricht im Klassenzimmer. Marina Schwedas ist Mathematik- und Physiklehrerin am Evangelischen Schulzentrum. Ihr ist genau das wichtig. Dass die Schüler rauskommen und direkt sehen, was sie in der Schule lernen. Deshalb nehme sie regelmäßig derartige Angebote in Anspruch, war schon mit vielen Klassen im Wasserwerk und der Kläranlage. „Heute lernen meine Schüler auch, dass man nicht alles einfach ins Klo schmeißen kann“, witzelt Schwedas.

Was sie scherzhaft formuliert, ist Büchner und ihrem Gruppenleiter Thomas Büttner, der sich für über 100 Anlagen im Versorgungsgebiet verantwortlich zeigt, ein ernsthaftes Anliegen. „Wenn man Lebensmittelreste mit Abwasser entsorgt, zieht das Ratten an“, erklärt er. Das sei für sie in der Kläranlage erstmal kein Problem, hätte für den Verbraucher aber unangenehme Folgen. Anders sieht das mit Rückständen aus, die die Pumpen verstopfen und so für viel Ärger und Kosten sorgen können. „Wenn ich im Fernsehen eine Werbung sehe, in der zum Beispiel ein Küchentuch als reißfest angepriesen wird, denke ich sofort an die Arbeit“, veranschaulicht der OEWA-Mitarbeiter.

Sowohl der 34-Jährige als auch Melanie Büchner machen ihren Job gern und nehmen ihre Tätigkeit durchaus ernst, denn „wenn es um das Thema Wasser geht, kommt man an den Kläranlagen nicht vorbei“, sagt Büttner. Besonders deutlich werde das, wenn man sich die Entwicklung anschaut. „Früher bildete sich auf der Mulde Schaum, da ist alles mögliche im Fluss gelandet.“ Das sei heute anders und sowohl für den Menschen als auch für die Natur sehr wichtig.

Von Nathalie Helene Rippich

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