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Grimmaer Klinikneubau vor 20 Jahren: Ex-Chefin blickt mit Freude zurück

Erinnerungen Grimmaer Klinikneubau vor 20 Jahren: Ex-Chefin blickt mit Freude zurück

Die Akteure von einst sind sich einig: Mit dem Krankenhaus-Neubau und der damit verbundenen Bündelung der Kapazitäten konnte unmittelbar nach der Wende nicht nur die medizinische Betreuung der Bürger gesichert, sondern auch der Klinik-Standort erhalten werden.

Aus der Vogelperspektive: Das neue Krankenhaus mit seinen vier Flügeln.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Es sei ihr glücklichster Arbeitstag gewesen, sagt die heute 73-jährige, ehemalige Verwaltungsleiterin des Grimmaer Krankenhauses, Friederike Hochmuth: „Ich war wie betrunken, obwohl ich natürlich keinen Schluck getrunken hatte.“ Sie blickt zurück auf jenen denkwürdigen Tag vor 20 Jahren, als die ersten beiden Flügel des Grimmaer Krankenhaus-Neubaus übergeben wurden. 63,5 Millionen D-Mark kostete das Megaprojekt, an dem 71 Firmen beteiligt waren, darunter 47 Betriebe aus den neuen Bundesländern mit 62 Aufträgen.

Unmittelbar nach der Wende und als einer der ersten Landkreise in Sachsen stellte sich Grimma dieser Mammut-Aufgabe. Kein Wunder, dass es sich der damalige Gesundheitsminister, Hans Geisler (CDU), nicht nehmen ließ, zu erstem Spatenstich (2. Juli 1993), Grundsteinlegung (18. Oktober 1993), Richtfest (30. Mai 1994) und Einweihung (3. April 1996) persönlich zu erscheinen. Knapp 57 Millionen D-Mark schoss das Land an Fördermitteln hinzu.

Pflegebereich auf vier Stationen mit je 35 Betten, Notfallaufnahme, Radiologische Diagnostik, Endoskopie, Labor, Physiotherapie, Krankenhausküche, Patientenverwaltung und anderes mehr waren fortan auf modernstem Stand der Technik. Auch für den damaligen Landrat Gerhard Gey (CDU/65) ein Grund zur Freude: Zwar sei zu DDR-Zeiten immer wieder versucht worden, die medizinische Betreuung so gut es ging zu verbessern, doch insgesamt hätte die stationäre technische Ausstattung den Ansprüchen nicht mehr genügt. Eine Studie habe belegt, dass für eine bedarfsgerechte Behandlung insgesamt 4000 Quadratmeter fehlten. „Ich selbst hatte damals mehrfach mit den Kollegen der zu schließenden Einrichtungen in Colditz und Naunhof gesprochen. Natürlich war es für die Beschäftigten der traditionsreichen Standorte ein harter Einschnitt, aber letztlich war doch allen klar, dass wir die Kapazitäten in Grimma konzentrieren mussten.“ Friederike Hochmuth, Ex-Verwaltungsleiterin des Grimmaer Krankenhauses, betont, dass nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes die Provisorien noch lange kein Ende hatten: „Das alte Krankenhausgebäude mit OP-Bereich, Gynäkologie, Intensivstation, Urologie, HNO und Augenheilkunde musste zunächst weiter in Betrieb bleiben. Das bedeutete für unsere Mitarbeiter immer wieder sehr weite Wege.“ 2003 konnte der zweite Bauabschnitt abgeschlossen werden – nun war der sternförmige Komplex mit vier baugleichen Gebäuden und zentraler Empfangshalle fertig.

Die einstige Verwaltungsleiterin

Die einstige Verwaltungsleiterin: Friederike Hochmuth würdigt den Neubau des Krankenhauses als Meilenstein.

Quelle: Christian Fest

Klaus-Jürgen Linke (CDU/70) war von Anfang an in das Projekt eingebunden, zunächst als Grimmaer Bürgermeister, nach 1999 als Beigeordneter des Landkreises: „Weil nun kein Foyer und ähnliches mehr errichtet werden musste, förderte das Sozialministerium den zweiten Bauabschnitt zu 100 Prozent. Die 22 Millionen Euro verbauten wir nicht komplett, kamen mit knapp 21 Millionen hin, so dass wir das eingesparte Geld in den Abriss des alten Krankenhauses stecken konnten.“ Dass in Etappen gebaut wurde, sei damals nicht unüblich gewesen, so Linke: „Man konnte nicht bei dem einen das hohe C anstimmen, während andere auf dem letzten Loch pfiffen – überall waren Krankenhäuser sanierungsbedürftig. Hinzu kam, dass die Verweilzeiten in Kliniken zurückgingen, wodurch sich die benötigte Bettenzahl reduzierte.“ Auch in Grimma. Beinahe wären Flügel drei und vier niedriger gebaut worden, wenn das Dialysezentrum nicht Interesse am oberen Stockwerk bekundet und einen Baukostenzuschuss von über zwei Millionen Euro gezahlt hätte.

Friederike Hochmuth bezeichnet den Neubau als Voraussetzung dafür, dass die Region in der hart umkämpften Krankenhauslandschaft bestehen konnte. Ähnlich resümiert Jörg Christian Langner, Geschäftsführer der gemeinnützigen Muldentalkliniken GmbH: „Das hochmoderne Krankenhaus in Grimma ist zusammen mit Wurzen unsere Basis als Gesundheitspartner der Menschen und Kommunen im Landkreis.“

Von Haig Latchinian

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