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Grimmaer Mittwochsmaler in Bahrener Natur

Grimmaer Mittwochsmaler in Bahrener Natur


Grimma/Bahren. Der Gefangenenfriedhof in Bahren ist für die zwölf Mittwochsmaler der Volkshochschule Muldental unter Leitung des Malers und Grafikers Günter Ketelhut zu einem mit Blättern überdachten Atelier geworden.

. Doch was ist das für ein Ort?

Man schreibt das Jahr 1914, auf dem Fabrikgelände in Golzern wird ein Gefangenenlager eingerichtet, um etwa 6000 russische, französische und auch serbische Gefangene dort unterzubringen. Als billige Arbeitskräfte, informiert eine Gedenktafel, werden diese Menschen in umliegenden Landwirtschafts- und Industriebetrieben eingesetzt. Verstorbene Gefangene setzt man zunächst in Döben und Grimma bei und später auch in Bahren. Auf Friedhöfen, die von den Gefangenen selbst zu schaffen waren. Abgesehen von der aus Natursteinen errichteten Einfriedung des Friedhofes, der durch ein ansehnliches Portal betreten werden kann, erinnern dort nur noch wenige Grabkreuze an das damalige Lager, das 1917 geschlossen wurde, weil die Gefangenen in ein größeres Lager nach Chemnitz gebracht wurden.

Heute tragen die Mittwochsmaler dazu bei, dass dieser Ort nicht in Vergessenheit gerät. Wohl auch, weil der künstlerische Leiter dieser Arbeitsgruppe, Günter Ketelhut, in Bahren sein Zuhause hat und diesen Ort besonders gut kennt, haben sich die Mittwochsmaler für diese Stätte der Erinnerung entschieden.

Seit langem machen die Mitglieder der Gruppe in den Sommermonaten die Natur zum Atelier. So konnte man den Mittwochsmalern schon in Hopfgarten bei Bad Lausick und in Steinbach über die Schulter gucken, auch auf Schloss Trebsen, auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses in Döben und in Altenhain.

Dabei konzentrieren sich die Hobbymaler auf ihre Umgebung, fixieren sich entweder auf nur einen bestimmten Punkt oder auf ein sich anbietendes Motivensemble. Brigitte Thieme zum Beispiel hat sich jene Natursteintreppe vorgenommen, die zum Ehrenmal führt. Was mal ein Aquarell werden soll, so erklärt sie, skizziert sie mit dem Bleistift vor. Damit hält sie sich die Option offen, Korrekturen vorzunehmen, sollten die Proportionen mal nicht stimmig sein. Während ihr die Bauweise der Treppe als Motiv gefällt, hat sich Birgit Rauschenbach für das Zeichnen einer der Grabterrassen entschieden. Bäume, Sträucher, Grabkreuze und Sitzgruppe sind darauf zu sehen.

Schon dick aufgetragen, und zwar mit Wasserfarben, hat Helga Kriebel. Ihr Bild befindet sich sozusagen im Endstadium. „Ich bin ein Typ, bei dem muss es schnell gehen. Und wenn es nichts geworden ist, schmeiße ich es weg", sagt sie. Aber das sei bei diesem Bild nicht zu erwarten.

Während die meisten der Malerinnen und Maler mit Bleistift und Pinsel hantieren, führt Carla Schmied einen dünnen Tintenstift. Damit sieht ihr Bild, das sie auch mit Bleistift vorgezeichnet hatte, schon beinahe fertig aus. „Stimmt, aber am Ende ist es eine Zeichnung und kein Aquarell, wie es die anderen malen."

Bei Bärbel Gründer fällt auf, dass sie in ein Buch malt und nicht auf ein einzelnes Blatt. Und sie hat ein Foto als Vorlage dabei. „Mit den Arbeiten im Buch probiere ich mich erst aus, bevor ich das Bild noch einmal auf Karton male", erklärte sie ihr Vorgehen. Mit doppelter Arbeit im eigentlichen Sinn habe das aber nichts zu tun, meint sie.

Frank Schmidt

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