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Grimmaer Fußballspieler schießt Wermsdorfer Auto ab: Wer zahlt?

Fußballstadion Grimmaer Fußballspieler schießt Wermsdorfer Auto ab: Wer zahlt?

Vor ziemlich genau vier Monaten, es war an einem Abend und schon dunkel, befuhr eine Wermsdorfer Familie die Friedrich-Oettler-Straße in Grimma am Stadion – mit ihrem liebsten Kind, dem fast noch nagelneuen Mazda CX 3. Auf einmal krachte ein Ball an die hintere rechte Autotür. Für den Schaden will bislang niemand aufkommen.

Die Geschädigten scheuen einen Gang vor Gericht, da die Kosten in keinem Verhältnis zur Schadenshöhe stehen.
 

Quelle: LVZ

Grimma.  Dass die Jungs vom FC Grimma wild sind, dürfte sich herum gesprochen haben. Ja, sie sind sogar so wild, dass sie hinter Gitter müssen. Doch inzwischen reichen offenbar selbst die Gitter nicht mehr aus, um die Jungspunde im Zaume zu halten.

Thomas Stock und seine Frau Anja sind – wie man so schön sagt – stocksauer. Sie haben den Glauben an Sportsgeist und Fairness längst verloren. Und das ausgerechnet in unmittelbarer Grimmaer Stadionnähe. Das Wermsdorfer Ehepaar wandte sich an die LVZ, um eine handfeste Beschwerde loszuwerden. Die richtet sich gleich an drei Adressen – an die Stadt Grimma, den örtlichen Fußballverein und an den Nachwuchskicker.

Aber der Reihe nach: Vor ziemlich genau vier Monaten, es war an einem Abend und schon dunkel, befuhren die Stocks die Friedrich-Oettler-Straße in Grimma – mit ihrem liebsten Kind, dem fast noch nagelneuen Mazda CX 3. „Auf einmal krachte ein Ball an die hintere rechte Autotür“, erinnert sich Thomas Stock. Was für ein Schock. Nach dem Schreck in der Abendstunde witterten die Wermsdorfer aber rasch Morgenluft: „Der Trainer der Jugendmannschaft kam sofort zu uns gelaufen, holte den Ball, besichtigte den Schaden und bestätigte den Vorfall“, sagen die Stocks. Es sei kein Beinbruch, das Ehepaar solle sich beim Verein melden, damit der Schaden reguliert werden könne, geben sie den Übungsleiter sinngemäß wieder.

 Resultat: Die Wermsdorfer fahren bis heute mit der Delle an der Tür durch die Gegend. Noch immer sei niemand bereit, für den Schaden aufzukommen. Weder die Stadt noch der Verein geschweige denn der junge Fußballspieler. Harald Sather, Vorstandsmitglied des FC Grimma, einstiger prominenter FIFA-Linienrichter, hisst die weiße Fahne: „Es ist für uns alle ein ziemliches Rätsel, wie der Ball über die riesige Entfernung und trotz der hohen Absperrgitter bis auf die Straße fliegen konnte.“ Wie auch immer: Da der FC Grimma nur Mieter der Sportstätte sei, müsse sich das geschädigte Paar an die vermeintlich zuständige Stadt Grimma wenden.

Doch die sei sofort ins Gegenpressing gegangen und habe gekontert, teilen die Stocks mit. Der Versicherungsgutachter der Stadt habe die Anzeige abgelehnt. Also lag der Ball wieder im Feld des Vereins. Nach mehrmaligen Anfragen kam zwei Monate später erneut ein „Nitschewo“ des FC Grimma.

Entnervt schaltete das Ehepaar nach einem guten Vierteljahr die Zeitung ein. Auf LVZ-Nachfrage hieß es aus dem Rathaus: „Ja, die Stadtverwaltung Grimma meldete den Vorfall dem Kommunalen Schadensausgleich“, räumt Sprecher Sebastian Bachran ein, betont jedoch, „dass die Kommune ihrer Verkehrssicherungspflicht mit umfangreichen Ballfanggittern nachgekommen ist und alles rechtlich Notwendige veranlasst hat, um Dritte vor Schäden zu bewahren“. Ähnlich äußerte sich auch Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Idealerweise sollten die Eltern des Schützen haften. Gemeint sind Mama und Papa des Jugendspielers.

Eine Klage gegen die Stadt Grimma lohne sich nicht, sagen die Stocks, die zwar eine Rechtsschutzversicherung haben, die Selbstbeteiligung jedoch übersteige die zu erwartenden Reparaturkosten – zumindest ohne Lackieren. Für die frustrierten Wermsdorfer steht fest: „In Grimma wird nicht nur Fußball, sondern auch Bürgerpingpong gespielt.“

Von Haig Latchinian

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