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Grimmaer Oberschule erhält Besuch aus dem französischen Pontailler

Schüleraustausch Grimmaer Oberschule erhält Besuch aus dem französischen Pontailler

Aus dem französischen Pontailler, einer Stadt bei Dijon, der Hauptstadt im Burgund, die geografisch knapp 300 Kilometer südöstlich von Paris liegt, haben sich etwa 20 Mädchen und Jungen mit ebenso vielen Gleichaltrigen verschiedener Klassenstufen in Grimma getroffen.

Workshop für alle Sinne: Gemeinsam nehmen die französischen und deutschen Schüler verschiedene Kräuter unter die Nase

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Aus dem französischen Pontailler, einer Stadt bei Dijon, haben sich etwa 20 Mädchen und Jungen mit ebenso vielen Gleichaltrigen verschiedener Klassenstufen in Grimma getroffen. Sie waren im Rahmen eines Schüleraustausches zu Gast, der die Schüler zum fünften Mal zwischen dem französischen Collège Isle de Saône und der Oberschule in Grimma zusammenführte.

Damit erwiderten die Franzosen einen einwöchigen Besuch der Muldestädter, die im Frühjahr in Pontailler waren. Zwar wurde das Projekt finanziell vom deutsch-französischen Jugendwerk und vom Kultusministerium sowie von den Fördervereinen beider Bildungseinrichtungen unterstützt. Um Kosten zu sparen, wurden die Teenager von Eltern der Oberschüler bei sich zu Hause aufgenommen. „Ohne diese Hilfe wäre der Schüleraustausch nicht zu realisieren“, sagte Französischlehrerin Annett Hoidis.

Nach den schrecklichen Ereignissen von Paris stand der Schüleraustausch auf Messers Schneide. „Trotz langfristiger Planungen und Vorbereitungen haben wir erst eine Woche vorher erfahren, dass die französischen Schüler ihre Reise nach Deutschland antreten können“, berichtete die Pädagogin. Allerdings waren damit Sicherheitsauflagen der französischen Behörden verbunden, die zur kurzfristigen Programmänderung in Deutschland führten. „Beispielsweise durften wir mit unseren Gästen nicht auf Weihnachtsmärkte gehen. Und wir mussten auf Stadtbesichtigungen in Gruppen unter freien Himmel verzichten, so dass nur Stadtrundfahrten in Bussen erlaubt waren“, nannte Hoidis einige der Sanktionen.

Nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich sei Paris ein Thema bei diesem Schüleraustausch gewesen. Denn eines der französischen Kinder hat von seinen Eltern aus nicht mit nach Deutschland fahren dürfen. „Es gab strenge Sicherheitsmaßnahmen in ganz Frankreich, so dass die Eltern in Sorge waren. Um aber das zu verstehen, ist mit den Schülern schon vorher darüber diskutiert und eine Wandzeitung angefertigt worden“, erklärte die Lehrerin. Dennoch seien es erlebnisreiche Tage gewesen, da das Programm weit über den gemeinsamen deutsch-französischen Unterricht hinausging. Ein Highlight war der Besuch in der gläsernen VW-Manufaktur in Dresden. Individuelle Unternehmungen mit den Gasteltern, die mit den Schülern beispielsweise in die Schwimmhalle oder zum Klettern gingen, kamen ebenso gut bei den Schülern an. Andere waren im Asisi-Panometer oder einfach nur shoppen. „Hierfür möchte ich den Eltern herzlich danken, die sehr flexibel und ideenreich auf die notwendig gewordene Programmänderung reagiert haben“, sagte Hoidis.

Wie jedes Jahr stand auch dieser Schüleraustausch unter einem Motto. „Wir haben uns für regionale Spezialitäten entschieden. Es ging also ums Essen und Trinken. Dafür besuchten wir die Nudelfabrik in Riesa und die Halloren-Fabrik in Halle. Außerdem wurden im Göschenhaus und bei den Gastfamilien Plätzchen gebacken“, erklärte die Lehrerin. Und als ein besonderes Andenken haben die Youngster in den Gastfamilien typisch sächsische Gerichte gekocht. Die Rezepte dazu waren in deutscher und französischer Sprache aufzuschreiben, um sie für ein kleines sächsisches Kochbuch zusammenzufassen, welches dann jeder Schüler mit nach Hause nehmen konnte.

Von Frank Schmidt

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