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Grimma Grimmaer Ortsteil Kaditzsch gesperrt: Aber im Frühjahr 2017 ist alles geklärt
Region Grimma Grimmaer Ortsteil Kaditzsch gesperrt: Aber im Frühjahr 2017 ist alles geklärt
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06:00 21.09.2016
Besondere Umstände zwingen zu Umwegen: Vollsperrungen sind notwendig, um ungehindert im Ort auch neue Abwasserkanäle und Trinkwasserleitungen verlegen zu können Quelle: Frank Schmidt
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Grimma/Kaditzsch

Neben Anwohnern und Anliegern müssen vor allem Touristen und Ausflügler momentan einen Umweg über Schkortitz in Kauf nehmen, wollen sie ins Erlebnisdorf Höfgen kommen. Grund sind umfangreiche Baumaßnahmen für eine Gruppenkläranlage, die der Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) für 175 Einwohnerwerte bauen lässt.

Diese vollbiologische Anlage entsteht in einer Senke auf der linken Seite am Ortsausgang in Richtung Höfgen. Parallel dazu werden im Ort an die Grenze von 54 Grundstücken die Hausanschlüsse für die Abwasserleitungen hergestellt, was ebenso zu temporären Straßensperrungen im Ort führt. „Außerdem komplettieren wir in Kaditzsch mit etwa 800 Metern Schmutzwasserkanal das Schmutzwassersystem, welches bereits Anfang der 90er-Jahre mit einem Trennsystem für Schmutz- und Niederschlagswasser begonnen, jedoch nicht fertiggestellt wurde“, erklärt Ludwig Bachmann in seiner Tätigkeit als Projektingenieur bei der OEWA, die als Dienstleister für Wasser und Abwasser im Auftrag des Versorgungsverbandes VVGG agiert. Und wenn schon einmal die Bagger vor Ort sind, so erklärt der Experte weiter, „wird vor allem an rohrbruchanfälligen Stellen die Trinkwasserleitung erneuert.“ Die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH als Kooperationsgesellschaft von VVGG und OEWA nimmt für das Bauvorhaben in Kaditzsch, das bis zum Frühjahr 2017 abgeschlossen sein soll, knapp 700 000 Euro in die Hand.

„Dort, wo Gruppenkläranlagen entstehen“, sagt VVGG-Geschäftsführer Lutz Kunath, „haben sich die Anwohner bewusst für diese dezentrale Abwasserentsorgung entschieden, da es in ihrem Fall die kostengünstigste Variante ist.“ Das wird letztendlich auch von den Anwohnern so gesehen. „Kostengünstig auf der einen Seite, auf der anderen Seite tun wir etwas für die Umwelt – das ist doch auch in Ordnung so“, sagt Gottfried Burkhardt. Bisher, so erzählt der Kaditzscher Ureinwohner, habe jeder eine eigene Klärgrube gehabt, die zu tiefen DDR-Zeiten in den 60er-Jahren im Rahmen des damaligen „Nationalen Aufbauwerkes“ gebaut worden sind. Die hätten nun auf vollbiologische Klärung umgebaut werden müssen, was mit erheblichen Kosten verbunden wäre. „Deshalb ist diese Lösung der Gruppenkläranlage für alle Beteiligten die beste Lösung“, zeigt sich der Kaditzscher Anwohner zufrieden damit.

Allerdings werden nicht alle Grundstücke in Kaditzsch an diese Gruppenkläranlage angeschlossen. „Den gesamten Ort anzuschließen, ist wie hier nicht immer zwingend notwendig“, erklärt Kunath. „Es könnten auch nur einzelne Straßenzüge oder mehrere Grundstücke sein, eben dort, wo ein vorab geführtes Wirtschaftlichkeitsgutachten zeigt, dass eine Gruppenkläranlage Sinn macht“, sagt Kunath.

Und so seien derartige Gruppenkläranlagen auch im Herbst 2016 ein wichtiges Thema im Versorgungsverband. Denn während in Ballendorf, Bahren und Schönbach sowie in Döben, Commichau und Kössern bereits zum heutigen Zeitpunkt alles schon geklärt ist, sprich neue vollbiologische Anlagen in Betrieb gegangen sind, rücken die Bagger demnächst in Wagelwitz an. Und für Sermuth wird derzeit die Ausschreibung vorgenommen, lässt Heidrun Berkoben von der OEWA-Investitionsabteilung wissen.

Von Frank Schmidt

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