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Grimma Grimmaer Roggenmühle: Die erste Treppe schwebt ein
Region Grimma Grimmaer Roggenmühle: Die erste Treppe schwebt ein
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20:03 28.11.2018
Mit einem Schwerlastkran wurden jetzt die ersten Treppenelemente in die frühere Roggenmühle in Grimma eingehoben. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Nach dem Baustart im Frühjahr schreiten die Arbeiten zum Wiederaufbau der früheren Roggenmühle in Grimma voran. Mit Hilfe eines Kranes schwebte jetzt der erste vorgefertigte Treppenlauf ein. Sein Einbau ermöglicht die spätere Erschließung des ersten Obergeschosses, informiert auf LVZ-Anfrage Grimmas Rathaussprecher Sebastian Bachran zum Baustand. Ab Mitte nächsten Jahres soll das geschichtsträchtige Gebäude, von dem nur noch ein paar Außenmauern standen, in neuem Glanz erstrahlen und dem Grimmaer Seesportverein Albin Köbis als Domizil dienen. Die Rückfront des Hauses ist künftig Bestandteil der Hochwasserschutz-Anlage.

Mit schwerer Technik werden die Treppenelemente in die einstige Roggenmühle gehoben. Die Baustelle schreitet voran, Mitte 2019 soll der Seesportverein in das Gebäude einziehen.

Im neuen Jahr wird das Obergeschoss in Angriff genommen

„Die Arbeiten im Fundament- und Gründungsbereich wurden Mitte November abgeschlossen“, verdeutlicht Bachran. „Alle Grundleitungen und Hausanschlüsse sind errichtet und sichern damit in Zukunft die Versorgung mit den notwendigen Medien ab.“ Ein neues, früher nicht vorhandenes Bauteil sei der Personenaufzug, der bereits im Erdgeschoss sichtbar sei.

Die Innenwände seien analog des Denkmalbefundes angelegt worden. „Aktuell fertigt und montiert die Firma Lechner Bau Deckenelemente, um noch vor Einbruch des Winters das Erdgeschoss zu schließen“, gibt Bachran weiter zu Protokoll. Im neuen Jahr würden dann die Arbeiten am ersten Obergeschoss fortgesetzt. Auch die Folgegewerke seien vertraglich gebunden und stünden gemäß Bauablauf zum Abruf bereit. Durch nicht vorhersehbaren Witterungseinflüsse seien enge Absprachen mit allen am Bau Beteiligten Tag genau erforderlich, informiert der Rathaussprecher weiter.

Naturstein-Fachleute am Werk

Bachran: „Notwendige Schutz- und Sicherungsarbeiten sind fortlaufend nötig. Parallel ist der denkmalgeschützte Bestand nach Freilegung zu schützen, und die neu errichteten Elemente sind mit der historischen Substanz zu verbinden.“ Hier seien unter anderem die Fachleute aus dem Bereich Naturstein bereits tätig.

Die Baustelle für das prestigeträchtige Vorhaben war anfangs in Verzug geraten. Wie berichtet, hatte die beauftragte Planerfirma die Komplexität der Statik unterschätzt. Durch die Neuberechnung gingen Wochen verloren.

Fördergelder wurden zusammengelegt

Die Wandlung vom Mühlengebäude hin zum Vereinsgebäude ist eine spannende und schöne Herausforderung zugleich“, ist Bachran überzeugt. Dabei bedürfe es tragfähiger Kompromisse, um die Denkmalsubstanz zu erhalten und den Anforderungen an die Vereinsnutzung gerecht zu werden. Die Zusammenführung von Fördergeld aus dem Wiederaufbau-Fonds nach dem Hochwasser 2013 und dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sei die einmalige Chance, das Millionenprojekt zu finanzieren. Die Gesamtkosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 3,4 Millionen Euro.

Im Erdgeschoss haben zukünftig die Boote des Vereins ihren Platz. Büro, Versammlungs- und Schulungsraum werden im Obergeschoss untergebracht. Im Dachgeschoss soll wohl eine Art Herberge für Wasserwanderer etabliert werden. Stadt und Seesportverein gehen einen Nutzungsvertrag ein, der zunächst auf 15 Jahre ausgelegt ist.

Lange Tradition als Mühlenstandort

„Der Grimmaer Großmühlenkomplex gehört zu den ältesten Mühlenstandorten in Deutschland“, weiß der Grimmaer Geschichts- und Altertumsvereinschef Rudolf Priemer. Bereits 1170 hätten die Döbener Burggrafen die Kraft der Mulde genutzt und sich teilweise am Standort bis zu elf Wasserräder gedreht. Neben einer Tuchwalke ratterten Getreide-, Brett- und Ölmühlen. Die Roggenmühle selbst bezeichnet Priemer als einen der wertvollsten sächsischen Manufakturbauten.

Von Frank Prenzel

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