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Grimma Grimmaer Skater erspielen Preisgeld bei der WM
Region Grimma Grimmaer Skater erspielen Preisgeld bei der WM
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05:08 28.08.2018
Die Grimmaer Muldenperlen erspielten bei der WM ein Preisgeld von 600 Euro. Dieses wollen sie komplett für einen sozialen Zweck spenden. Quelle: privat
Berlin

Sie wollten nicht nur reizen, sondern auch richtig was reißen. Und tatsächlich kehren die „Grimmaer Muldenperlen“ nicht mit leeren Händen von der Skat-WM aus Berlin zurück. Bei 788 Teilnehmern sicherten sich Carsten Collini, Falk Sieler, Steffen Hübner und Udo Spalteholz die Plätze 119, 238, 309 und 386. Thorsten Wolf, Intendant der Leipziger „Funzel“, Ehrenmitglied und Sponsor des Grimmaer Clubs, ist hoch zufrieden: „Eine tolle Leistung! Unsere Jungs ordneten sich am Ende überdurchschnittlich gut ein – Riesenkompliment!“

Deutsch weltweit offzielle Spielsprache beim Skat

Während seine Vereinsfreunde eine Woche lang täglich acht Stunden an den Spieltischen schwitzten, stöhnte auch Schauspieler Wolf in der Ferne unter der Hitze. In seiner Paraderolle als Cheftierpfleger Conny Weidner steht er derzeit für Dreharbeiten zur sechsten Staffel von „Tierärztin Dr. Mertens“ vor der Kamera. „Sobald die Szenen mit Nilpferd, Uhu und Co. im Kasten waren, hatte ich immer schon vom Zoo aus mit unseren WM-Fahrern telefoniert, sie hielten mich ständig auf dem Laufenden“, sagt der prominente Hobby-Skatspieler, der seinen Grimmaer Jungs den Aufenthalt im Appartement unweit des Checkpoints Charlie finanzierte.

Skatfreunde Torsten Wolf (l.) und Carsten Collini. Quelle: Frank Schmidt

Carsten Collini, Aktivist der ersten Stunde im Verein, steht noch ganz unter dem Eindruck der Weltmeisterschaft: „Es hat Spaß gemacht, aber auch mächtig geschlaucht. Insgesamt spielten wir 15 Serien, das waren drei am Tag.“ Treffen sich die Grimmaer sonst immer in Fränkis Kastanienpub zum „fröhlichen Kloppen“, saßen sie in den vergangenen Tagen mit Spielern aus Argentinien, Namibia oder den Vereinigten Arabischen Emiraten am Tisch. „18, 20, 22, Schneider, Aus dem Schneider ... es war schon verrückt: Alle reizten auf Deutsch. Deutsch ist weltweit die offizielle Spielsprache“, sagt Collini.

Grand Ouvert beim Turnier

Betreuer Kay Dittrich chauffierte seine Kollegen jeden Tag zum Hotel „Maritim“ und holte sie abends wieder ab. Am freien Tag unternahmen die Muldentaler eine Bootsfahrt auf der Spree. Abschalten konnten sie selbst dabei nicht. Falk Sieler schwärmte an Bord von seinem Grand Ouvert mit Vieren in Vorhand: „Es ist das höchste Spiel, ausgerechnet bei so einem Turnier, Wahnsinn!“ Dafür gab es eine Urkunde. Darüber hinaus erspielten die „Muldenperlen“ ein Preisgeld von 600 Euro, das sie komplett für die gute Sache spenden wollen.

Geplant ist die Scheck-Übergabe für den 15. September. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos), der seinen Skatspielern fest die Daumen gedrückt hatte, weiß auch schon, wer das stolze Sümmchen bekommen soll: die Grimmaer Gemeindejugendfeuerwehr: „Die hat sich das wirklich mehr als verdient. Sie lebt von Spenden und Sponsoren, weil ja keine Mitgliedsbeiträge gezahlt werden.“ Jugendwart Ronny Granzow zeigte sich erfreut über die überraschende Nachricht: „Das Geld können wir gut gebrauchen. Zum Beispiel für unser Zeltlager, an dem knapp 200 Kinder, Jugendliche und Betreuer teilnehmen.“

So zahlt sich die Skat-WM ganz konkret auch für Grimma aus. Thorsten Wolf, Ehrenmitglied der „Muldenperlen“, lobt die Feuerwehrleute als Trumpf-Ass. Er muss es wissen. Auf der Bühne mimte der Kabarettist schon mal einen Feuerwehrmann namens Brandauer.

Von Haig Latchinian

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