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Grimmaer Stadträte lehnen Einsatz von Geflügelkot ab

Grimmaer Stadträte lehnen Einsatz von Geflügelkot ab


Grimma. Die Biogasanlage am Grimmaer Wasserwerksweg war ein Thema auf der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses und erhitzte hier ziemlich die Gemüter.

. Die Betreiber der Anlage hatten den Antrag gestellt, die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zu ändern, und zwar derart, dass künftig auch Geflügelkot als zusätzlicher Inputstoff in der Anlage zur Erzeugung von Biogas genutzt werden soll.

Die Biogasanlage auf dem Wasserwerksweg wurde im Februar 2008 durch das Landratsamt Muldentalkreis genehmigt und ist seit Anfang 2010 in Betrieb. Laut einem Gutachten habe der zusätzliche Einsatz von Geflügelkot keine erheblichen und negativen Auswirkungen. Die Anlieferung des Kots erfolge in geschlossenen Containern einmal wöchentlich. Im Jahr würden rund 3500 Tonnen davon in der Anlage eingesetzt. Der Kot werde in trockenem Zustand verarbeitet. Mit diesem Material als Einsatzstoff, so heißt es in einer Begründung der Betreiber, betrage die Geruchszuname lediglich sechs Prozent, und die Geruchssituation am Standort ändere sich damit nur wenig. „Eine nachteilige Wohnqualität der in der näheren Umgebung befindlichen Grundstücke dürfte auszuschließen sein", heißt es weiter.

Mit einer solchen Aussage konnten sich die Grimmaer Abgeordneten im Ausschuss gar nicht anfreunden. „In den letzten Jahren gab und gibt es immer wieder Beschwerden der Anwohner wegen der Geruchsbelästigung, die jetzt schon zu spüren ist", sagte Abgeordneter Wolfgang Bludau (Linke). „Über unsere Köpfe weg hat damals das Landratsamt die Anlage genehmigt, nachdem wir Grimmaer den Bau abgelehnt hatten. Nun soll auch das Landratsamt über den Geflügelkot entscheiden. Wieso denn wir? Ich mach‘ mich doch nicht zum Kasper!" Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma) stimmte ihm zu: „Ich habe das damals abgelehnt und kann auch heute nicht zustimmen." Oberbürgermeister Matthias Berger meinte, dass am Wasserwerksweg die richtige Anlage am falschen Standort stehe. „Beschwerden der Anwohner gibt es schon genug. Dass dies jetzt mit dem Einsatz von Hühnerscheiße noch verschärft werden soll, geht vielleicht doch ein Stück zu weit", sagte Berger. – Einstimmig lehnten die Grimmaer Stadträte den Einsatz von Geflügelkot in der Biogasanlage ab.

Silke Hoffmann

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