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Grimmaer Tanzgala erwartet die Weltmeister im Breakdance

Da Rookies Grimmaer Tanzgala erwartet die Weltmeister im Breakdance

Sie arbeiteten mit Britney Spears und David Garrett. Sie tanzten vor 1,2 Millionen Zuschauern auf der größten Fanmeile der Welt und sind Stammgäste in Fernsehshows wie The Dome oder Got to Dance. Am 1. April kommen Da Rookies, Weltmeister im Breakdance, zur Tanzgala nach Grimma.

Am 1. April in Grimma: Breakdance-Weltmeister Da Rookies kommen zur Tanzgala nach Grimma.
 

Quelle: privat (3)

Grimma.  Endlich mal keine Hochstapler! Sie nennen sich Da Rookies – zu deutsch: die Anfänger. Und das, obwohl die Breakdancer außer dem Doktor so ziemlich alle denkbaren Titel vorzuweisen haben: Deutscher-, Europa- und Weltmeister. Dazu stellten sie 2013 einen neuen Weltrekord auf und verewigten sich somit im Guinnessbuch: In einer Minute schafften sie 59 Drehungen über die Schulter.

Nein, kein Aprilscherz, am 1. April treten die Jungs nicht in New York, Rio oder Tokio auf, sondern in Grimma. Für die Magdeburger ist die alljährliche Grimmaer Tanzgala inzwischen so etwas wie ein Heimspiel: „Wir waren schon einige Male da und kamen so gut an, dass wir immer wieder gern kommen“, sagt Nils Klebe.

Da Rookies – die Anfänger

Der künstlerische Leiter ist der einzige in der Formation, der sich als Aktivist der ersten Stunde bezeichnen darf und plaudert sogleich los: „Es war 1999. Unsere Geburtsstunde. Wir wollten unbedingt bei einem Wettbewerb starten. Also schlossen sich zwei bis dahin unabhängige Gruppen aus Magdeburg und Salzwedel zusammen und traten als ein Team an.“ Weil es ein Neuanfang mit neuem Namen war, nannte man sich Da Rookies – die Anfänger. Was zu dem Zeitpunkt keiner zu träumen wagte: Schon 2002 machten die Jungs ihr Hobby zum Beruf.

Nils Klebe (36), Phillipp „Shorty“ Barkholz (33), Monif „MO“ Mohamed (27), Reinhold „Speedy“ Richter (34), Fama Ribeiro (28), White Ribeiro (26) und Konstantin „Konny“ Ernst (30) gehören weltweit zu den ganz wenigen, die den Sprung von der Breakdance-Gruppe zum international agierenden Unternehmen schafften.

Bei Britney Spears’ Deutschland-Konzert wirbelten sie genauso über die Bühne wie zur Fußball-WM auf der größten Fanmeile der Welt – vor 1,2 Millionen Zuschauern zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Zum Videodreh verabredeten sie sich mit keinem geringeren als David Garrett. Sie brachten Schwung ins Sommerfest des Bundespräsidenten auf Schloss Bellevue. Im Fernsehen sind sie Dauergast bei The Dome, der Ultimativen Chartsshow und Got to Dance. Sie sind offizielle Puma-Dance-Crew sowie Markenbotschafter für Teufel-Soundsysteme und Rockstar-Energy-Drinks. Ein Herz für Kinder beweisen sie bei der Unicef-Gala, ein Herz für schnelle Schlitten bei BMW-Präsentationen. Sie sind jung, frisch und frech, beliebt bei Messen, Medien, Mädels.

 Akrobatischen Elemente

Headspin, Airtwist, Swipes – die akrobatischen Elemente des Breakdance sind atemberaubend, für Tänzer und Fans gleichermaßen. Sprünge und Schwünge erinnern an einen Bodenturner außer Rand und Band. Kein Wunder: Breakdance entstand als Teil des Hip Hop in Manhattan und der südlichen Bronx im New York der frühen 70er-Jahre. Die farbigen Jungs hatten Wut im Bauch, doch ließen sie anders als manche Straßengang nicht die Fäuste fliegen, sondern ließen tanzend Dampf ab. Es waren Filme wie „Beat Street“ oder „Flashdance“, die Breakdance weltweit bekannt machten. Breakdance heißt nicht deshalb so, weil man sich womöglich schnell den Hals bricht, vielmehr weil die Tänzer für ihre spektakulären Verrenkungen zumeist die von den DJs ausgedehnten Instrumental-Breaks nutzten.

Auch Nils Klebe leckte sofort Blut, nachdem er die Filme gesehen hatte. „Breakdance ist seitdem kein bisschen in die Jahre gekommen. Im Gegenteil: Es ist präsenter den je. Weil sich Breakdance immer wieder neu erfindet und mit der Zeit geht. Anfangs tanzte man zu Hip Hop und Run DMC, inzwischen zu House und Electro.“ Das Breakdance von heute könne man eh nicht mehr 1:1 mit dem von früher vergleichen, sagt der künstlerische Leiter der Da Rookies: „Das Level ist viel höher, alles ist akrobatischer geworden – ein Kurzauftritt ist mindestens so schweißtreibend wie ein Fußballspiel über 90 Minuten.“ Es gebe keinen anderen Tanz, der die Massen derart begeistere. Breakdance habe eine ganz eigene Sprache.

Helga Metzker (71), Vorsitzende des Tanzclubs Blau Gelb und Cheforganisatorin der Grimmaer Tanzgala, ist ganz begeistert von den Da Rookies: „Bei allen Erfolgen sind sie dennoch liebenswert und bodenständig geblieben. Dreimal waren sie schon bei der Grimmaer Tanzgala, dreimal gab es Standing Ovations. Klar, das Publikum ist immer wieder fasziniert davon, was ein menschlicher Körper alles leisten kann.“ Ihre Kniffs und Tricks behalten die Tänzer nicht für sich. Erst kürzlich leitete Nils Klebe in Grimma einen Workshop extra für die zwölf jungen Tänzerinnen von„eyecatcher“. Trainiert werden sie sonst von Ronny Metzker. Der 42-Jährige ist der Sohn der Chefin und Übungsleiter im Verein. Er ist sich sicher: „Die Da Rookies sind auch am 1. April wieder der Höhepunkt der ganzen Show.“

Eigene Tanzschule in Magdeburg

Wer so hoch fliegt, muss viele Standbeine haben: Die Jungs gründeten 2005 eine eigene Tanzschule in Magdeburg. Die Movement Dance Academy ist im historischen Saal des „Stadt Prag“ zu Hause. Auf 1000 Quadratmeter Fläche werden junge Tänzer ab vier Jahren ausgebildet. Außerdem betreiben die Da Rookies eine eigene Veranstaltungsagentur. Und: Mit powergeladenen Choreografien sowie waghalsigen Moves überzeugen die Tänzer auch als Models auf dem Laufsteg. Motto der Fashion Shows: Im Kopf bleibt, was Spaß macht.

Am Sonntag holen die Magdeburger die Deutschen Meisterschaften im Breakdance erstmals nach Ostdeutschland. Im AMO werden zwischen 10 und 18 Uhr an die 150 Starter und zehnmal so viele Zuschauer erwartet. Die Da Rookies organisieren, moderieren und entsenden ihre beiden Brasilianer in die Jury.

Wo zeitlose Klassik ist, da ist auch Platz für zwanglose Interpretation. Seit 2013 touren die Deutschen-, Europa- und Weltmeister in der Weihnachtszeit bundesweit von Stadthalle zu Stadthalle. Vor ausverkauftem Haus gelingt ihnen an der Seite einer Ballerina der Deutschen Staatsoper, was bisher unmöglich schien. In der Rubrik „Klassik trifft Breakdance“ stellen sie sogar Tschaikowskys Nussknacker auf den Kopf.

Von Haig Latchinian

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