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Grimma Grimmaer Unterwelt: Gedichtete Eisentür schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe
Region Grimma Grimmaer Unterwelt: Gedichtete Eisentür schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe
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16:30 26.11.2009
Der neue Eingang in den Stollen am Tempelberg dient dem Hochwasserschutz und der Natur. Quelle: Ralf Zweynert
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Grimma

Einerseits könnte sie im Hochwasserfall einen so genannten hydraulischen Kurzschluss verhindern, andererseits ist sie ein Teil der Ausgleichsmaßnahmen für den Umwelt- und Naturschutz.

Der alte Bergbaustollen befindet sich auf einem Firmengelände am Oberwerder am Fuße des Tempelberges. Etwa zwanzig bis dreißig Meter weiter wird voraussichtlich in zwei bis drei Jahren die Hochwasserschutzmauer an den Felsen des Berges anschließen. Der Stollen und sein Eingang befinden sich dann auf der geschützten, trockenen Seite. Und genau das hätte zum Problem werden können.

Der Stollen reicht etwa 100 Meter tief in den Berg hinein, an einer Stelle in dem Gang befindet sich ein so genanntes Gesenk, ein mehrere Meter tiefes Loch, in dem sich Wasser sammelt. Der Wasserstand schwankt. Ganz genau ist nicht klar, ob es eine direkte Verbindung zur Mulde gibt, auf jeden Fall dürfte es sich um Grundwasser und um Wasser aus dem Berg handeln, vermutet Heinz Kaiser von der LTV.

Bei einem hundertjährigen Hochwasser, für das die Schutzmauer ausgelegt ist, würde sich der Stolleneingang teilweise unterhalb des Wasserstandes der Mulde außen an der Mauer befinden, erläutert der Projektverantwortliche für den Grimmaer Hochwasserschutz. Stiege dann das Wasser im Stollen so hoch wie außen an der Mauer, wäre das der hydraulische Kurzschluss: Das Wasser könnte durch die ungeschützte Tür in die Stadt fließen. Deswegen wurde die bisherige einfache Tür durch eine gedichtete Metalltür ersetzt, hinter der im Ernstfall das Wasser stehen würde. So wie schon an den Toren und Fenstern an der Polizeidirektion wurde auch hier eine Dichtheitsprobe vorgenommen.

Die neue Tür ist gleichzeitig eine der Ausgleichsmaßnahmen, zu denen die LTV wegen der Eingriffe in die Umwelt durch den Bau der Hochwasserschutzmauer verpflichtet ist. Beispielsweise ließ die Landestalsperrenverwaltung bei Nimbschen schon mehr als 1200 Bäume pflanzen. Hier am Tempelberg geht es um Fledermäuse. Die an sich dichte Tür hat über der im Extremfall denkbaren Wasserlinie zwei Schlitze erhalten. Durch die sollen Fledermäuse den Weg in den Stollen finden. „Das ist eine naturschutzrechtliche Ersatzmaßnahme, denn der Stollen ist ein Rückzugsgebiet für Fledermäuse“, sagt Heinz Kaiser.

André Neumann

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